Naturschutz

Lückenschluss im Grünen Band: Schutz für gefährdete Arten

Ein neues Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt zielt darauf ab, drei der größten Lücken im Grünen Band zu schließen. Dies soll den Arten- und Biotopreichtum stärken und die Ausbreitung von Tieren und Pflanzen ermöglichen.

Projekt „Lückenschluss Grünes Band“ startet

Das Grüne Band, ein 1.400 Kilometer langer Biotopverbund entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, beheimatet über 1.200 gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Auf einer Länge von 180 Kilometern ist dieser Biotopverbund jedoch durch verschiedene Nutzungen stark beeinträchtigt. Ein neues Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt, gefördert durch das Bundesumweltministerium, zielt darauf ab, drei der größten Lücken im Grünen Band zu schließen.

Das Projekt „Lückenschluss Grünes Band“ soll Flächenbesitzer, darunter Naturschutzstiftungen der Länder, Kommunen und Privatpersonen, zur Wiederherstellung zerstörter Lebensräume innerhalb dieses nationalen Biotopverbundes motivieren. Geplante Maßnahmen an ausgewählten Stellen sollen den Arten- und Biotopreichtum des Grünen Bandes stärken und Tieren sowie Pflanzen die Ausbreitung und Wanderung über weite Strecken ermöglichen. Das Bundesumweltministerium stellt hierfür über 1,6 Millionen Euro bereit.

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) begleitet das Naturschutzprojekt fachlich als Bewilligungsbehörde. Die Umsetzung erfolgt durch den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Mit der Aufnahme in das Bundesförderprogramm Biologische Vielfalt wollen wir dazu beitragen, das Grüne Band als wertvolle kulturgeschichtliche Erinnerungslandschaft zu erhalten und die Ziele der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt zu erreichen.

Dies erklärte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Ursula Heinen Esser. Andreas Krüß, Abteilungsleiter Ökologie und Schutz von Flora und Fauna des BfN, ergänzte bei der Auftaktveranstaltung in Salzwedel:

Die in der Biodiversitäts-Strategie geforderte Regeneration und Neuentwicklung gefährdeter Biotoptypen und Biotopkomplexe soll im Projekt „Lückenschluss Grünes Band“ in drei Modellgebieten mit unterschiedlichen Ausgangssituationen durchgeführt werden. Wir erhoffen uns davon fachliche Impulse und eine Signalwirkung für das Schließen von Lücken in Biotopverbundsystemen auch an anderen Orten in Deutschland.

Das 1.393 Kilometer lange Grüne Band ist Lebensraum für mindestens 1.200 gefährdete und vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten und gilt als Leuchtturmprojekt der „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“. Ziel ist es, das Grüne Band als durchgängigen Biotopverbund zu entwickeln und als Erinnerungslandschaft sowie als lebendiges und mahnendes Symbol der deutschen Zeitgeschichte zu erhalten. An vielen Stellen ist der frühere innerdeutsche Grenzverlauf jedoch nicht mehr erkennbar, da wertvolle Biotope und der ehemalige Kolonnenweg einer landwirtschaftlichen Nutzung gewichen sind.

Hintergrund zum Bundesprogramm "Biologische Vielfalt"

Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt seit 2011 die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS). Gefördert werden Vorhaben, die im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung besitzen oder die Strategie beispielhaft umsetzen. Die Maßnahmen tragen dazu bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und langfristig in einen positiven Trend umzukehren. Sie dienen dem Schutz, der nachhaltigen Nutzung und der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über rechtlich geforderte Standards hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen der Information und Kommunikation sollen das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt stärken.

17.09.2013

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Konstantinstr. 110
53179Bonn
Deutschland

Tel.:+49 228 8491-0
Fax:+49 228 8491-9999

E-Mail:
Web: 

Zurück