Wie Betriebe trotz Zeitmangel eine strukturierte und erfolgreiche Ausbildung sichern
Viele Betriebe im Garten- und Landschaftsbau stehen vor einem Zielkonflikt: Einerseits wächst der Bedarf an qualifizierten Fachkräften, andererseits fehlt im Arbeitsalltag häufig die Zeit für eine strukturierte Ausbildung. Aufgaben wie Akquisition, Bauleitung und Baustellenabwicklung beanspruchen erhebliche Ressourcen, sodass die Ausbildung im Betrieb oft in den Hintergrund rückt.
Gleichzeitig wird der Fachkräftemangel in der Branche zunehmend spürbar. Häufig richtet sich die Kritik an angeblich fehlender Ausbildungsreife junger Menschen. Doch auch die Attraktivität der Ausbildung leidet, wenn Auszubildende den Eindruck gewinnen, im Betriebsablauf eher zu stören als zu unterstützen.
Ausbildung braucht klare Prioritäten
Wie eine zielgerichtete Ausbildung trotz wirtschaftlichem Druck gelingen kann, war Thema eines Seminars im Ausbildungszentrum Heidelberg. 17 Ausbilder erarbeiteten dort gemeinsam Ansätze für mehr Qualität in der betrieblichen Ausbildung. Geleitet wurde die Veranstaltung von Georg von Koppen, der auf die Entwicklung von Unternehmensstrategien im Garten- und Landschaftsbau spezialisiert ist.
Ein zentrales Ergebnis: Ausbildung erfordert mehr als die formale Anerkennung als Ausbildungsbetrieb. Entscheidend ist, dass sie im Unternehmen bewusst priorisiert und mit klaren Zielen hinterlegt wird. Der häufig genannte Engpass „keine Zeit“ ist dabei eng mit der Frage verknüpft, welchen Stellenwert die Ausbildung tatsächlich im Betrieb einnimmt.
Ziele definieren und Maßnahmen ableiten
Ein übergeordnetes Ziel kann beispielsweise darin bestehen, besonders leistungsstarke Auszubildende hervorzubringen. Daraus lassen sich konkrete Teilziele ableiten, die Struktur in die Ausbildung bringen. Dazu gehören klar definierte Zuständigkeiten, geplante Maßnahmen und gezielte Projekte, die über den Arbeitsalltag hinausgehen.
Eine durchdachte Planung hilft, den Aufwand realistisch einzuschätzen und die Ausbildung langfristig zu sichern. Neben organisatorischen Fragen spielen auch finanzielle und zeitliche Ressourcen eine wichtige Rolle.
Investition mit langfristigem Nutzen
Ein zentrales Instrument ist die Festlegung eines jährlichen Budgets für die Ausbildung. Ebenso sollte die verfügbare Zeit für die Betreuung der Auszubildenden verbindlich eingeplant werden. Diese strukturierte Herangehensweise schafft Verlässlichkeit und verbessert die Ausbildungsqualität.
Wird insbesondere zu Beginn ausreichend Zeit investiert, können Auszubildende schneller produktiv in die betrieblichen Abläufe eingebunden werden. Langfristig kann sich die Ausbildung damit auch wirtschaftlich ausgleichen und zur Fachkräftesicherung beitragen.
Gleichrangiges Unternehmensziel
Das Fazit der Veranstaltung ist eindeutig: Eine hochwertige Ausbildung ist auch unter ökonomischem Druck möglich. Voraussetzung ist, dass sie im Unternehmen den gleichen Stellenwert erhält wie andere betriebliche Ziele und konsequent geplant sowie umgesetzt wird.
