Konstruktiver Dialog zwischen Politik und Gartenbau
Im Rahmen der Internationalen Grünen Woche (IGW) begrüßte Heinz Herker, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), die Parlamentarische Staatssekretärin des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), Ursula Heinen-Esser, zur Sitzung des Erweiterten Präsidiums des ZVG. Herker betonte den Wunsch nach einem konstruktiven Dialog mit dem BMU.
Heinen-Esser bestätigte diese Bereitschaft und bezeichnete den gärtnerischen Berufsstand als „natürliche“ Verbündete, da der Gartenbau vom Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen abhänge. Sie stellte sich den Gärtnern als Ansprechpartnerin zur Verfügung.
In ihrem Vortrag zum Umweltprogramm der Bundesregierung in der 17. Legislaturperiode hob Heinen-Esser die Bedeutung der Umweltpolitik hervor, die langfristige Strategien über eine Legislaturperiode hinaus erfordere, um Existenzgrundlagen nachhaltig zu sichern. Die nationale Nachhaltigkeitsstrategie biete hierfür einen Rahmen. Die Ziele der Strategie – Generationengerechtigkeit, umfassende Sicherung der Lebensgrundlagen, internationale Verantwortung und soziale Integration – seien im Koalitionsauftrag verankert.
Im Bereich Klimaschutz wird das Ziel verfolgt, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent zu senken. Fortschritte seien notwendig, um die Steigerung der Energieeffizienz mit kostengünstigen Vermeidungspotenzialen zu verbinden. Ein Energieeffizienzgesetz ist in Arbeit. Mittelfristig sollen erneuerbare Energien den Hauptanteil der Wärmeerzeugung und einen höheren Anteil an der Stromerzeugung übernehmen. Förderinstrumente sollen auf ihre Anreizwirkung überprüft werden.
Hinsichtlich einer internationalen Zertifizierung für Biomasse sprach sich Heinen-Esser für einfachere und klarere Verfahren aus und lehnte zusätzliche Auflagen ab. Ein Maßnahmen- und Aktionsplan zur Anpassung an den Klimawandel soll 2011 vorgestellt werden. Im Internationalen Jahr der Biologischen Vielfalt wies Heinen-Esser darauf hin, dass der Verlust der Biodiversität erhebliche wirtschaftliche Folgen habe, was eine Studie des BMU belege. Weltweit und national seien Maßnahmen zur Eindämmung dieses Verlustes dringend erforderlich.
Zum Förderprogramm des BMU/BMELV zur Steigerung der Energieeffizienz, das seit September 2009 besteht, sagte sie zu, dass sich das BMU gemeinsam mit dem BMELV um eine einfachere und praktikablere Ausgestaltung bemühen werde. Sie verwies zudem auf die begonnenen Gespräche im BMU zum Thema gebietsfremde Gehölze und sicherte auch hier einen konstruktiven Dialog zu.
Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit Ihnen. Ich bin gerne Ihre Ansprechpartnerin.
Dr. Michael Gerhard, Food Chain Manager bei BASF, präsentierte eine Öko-Studie für einen nachhaltigen Obstbau am Beispiel des Apfels. Diese Nachhaltigkeitsanalyse wurde in Zusammenarbeit mit der Bundesfachgruppe Obstbau und REWE für Äpfel erstellt. Dabei wurden Äpfel aus Bioanbau und aus Integrierter Produktion verglichen. Der Integrierte Anbau sei hinsichtlich der Nachhaltigkeitskriterien mit dem Ökoanbau vergleichbar und biete den Vorteil, dass Investitionen in eine nachhaltige Entwicklung auch zukünftig möglich seien.
Professor Dr. Henning Bredenbeck von der Fachhochschule Erfurt informierte über Energieeffizienz und CO2-Minderung. Er betonte die Notwendigkeit einer klaren Definition von Energieeffizienz, um fundierte Entscheidungen und Vergleiche zu ermöglichen. Eine wesentliche Maßnahme sei die Optimierung der Kulturführung, um Ertragsverluste zu minimieren, die zu einer schlechten Energieeffizienz beitragen. Reines Energiesparen sei nicht gleich Energieeffizienz.
Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), sprach über Risikokommunikation am Beispiel des Pflanzenschutzes. Er hob hervor, dass zwischen dem gefühlten und dem tatsächlichen Risiko durch Pflanzenschutzmittel erhebliche Unterschiede bestünden. Der Staat gewährleiste durch seine Regelungen und Vorschriften die Sicherheit für den Verbraucher, während andere Festsetzungen Verunsicherung erzeugten. Das BfR werde seine Kommunikationsstrategie initiativ und interaktiv fortsetzen, um wissenschaftlich und forschungsgestützt über Risiken zu informieren.
