6,4 Millionen Euro für die Nordvorpommersche Waldlandschaft
Die Nordvorpommersche Waldlandschaft zählt zu den Naturlandschaften von nationaler Bedeutung. Als Lebensraum des bedrohten Schreiadlers steht sie im Fokus eines Naturschutzgroßprojekts, das der Bund bis 2025 mit 6,4 Millionen Euro fördert. Die Gesamtausgaben belaufen sich auf 8,6 Millionen Euro. Mit dem Auftakt am Forstamt in Schuenhagen startet nun die Umsetzungsphase.
"Die Wälder Nordvorpommerns gehören zu den Leuchttürmen der Natur in Deutschland. Wir wollen den Wert dieser Wälder weiter stärken, und damit auch dem Schreiadler eine sichere Heimat bieten. Aber auch für die Menschen vor Ort bietet dieses Projekt große Chancen, zum Beispiel im Tourismus. Naturschutzgroßprojekte haben sich schon oft als Motor für die Entwicklung ganzer Regionen erwiesen, weit über den Naturschutz hinaus."
Das Projektgebiet umfasst rund 8.000 Hektar in vier Teilflächen. Grundlage ist eine Pflege- und Entwicklungsplanung, die konkrete Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung definiert. Ziel ist es, sowohl den Artenschutz als auch die naturnahe Entwicklung der Wälder voranzubringen.
Schutzmaßnahmen für den Schreiadler
"Mit den vorgesehenen Projektmaßnahmen möchten wir dem Rückgang der Brutreviere des Schreiadlers entgegenwirken, der in den beiden letzten Jahrzehnten zu verzeichnen war. Diese Herausforderung soll gemeinsam mit der Land- und Forstwirtschaft angegangen werden. Die hierzu signalisierte Unterstützung der privaten und öffentlichen Waldeigentümer, des Bauernverbandes und der jeweiligen Nutzer ist dabei ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg."
Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen zur Stabilisierung und Verbesserung der Lebensbedingungen des Schreiadlers. Auf etwa 550 Hektar soll das natürliche Wasserregime im Wald regeneriert werden. Damit werden hydrologische Funktionen gestärkt und standorttypische Lebensräume gesichert.
Zusätzlich ist die Einrichtung einer 67 Hektar großen Naturwaldzelle vorgesehen. Dort wird ein dauerhafter Waldprozessschutz etabliert. Auf weiteren rund 200 Hektar werden Altholzinseln gesichert, um strukturreiche Habitate zu erhalten und mehr Wildnis zuzulassen.
Impuls für regionale Entwicklung
Neben dem Naturschutz verfolgt das Projekt auch wirtschaftliche Ziele. Die waldreiche Landschaft soll für Anwohner und Gäste erlebbar bleiben und weiterentwickelt werden. Der Ausbau des „Sanften Tourismus“ stärkt die regionale Wertschöpfung.
In den vergangenen fünf Jahren wurden bereits verschiedene Regionalentwicklungsprojekte umgesetzt. Dazu zählen die Anlage von (Rad-)Wanderplätzen, Beobachtungstürmen und Informationspunkten. Solche Maßnahmen verbinden Naturerlebnis mit Besucherlenkung und tragen zur Akzeptanz großflächiger Schutzprojekte bei.
Förderprogramm „chance.natur“
Das Vorhaben wird über das Bundesförderprogramm „chance.natur“ unterstützt. Ziel dieses Programms ist es, repräsentative und großflächige Landschaften in Deutschland zu sichern, die durch besondere Naturnähe, Beispielhaftigkeit und Gefährdung gekennzeichnet sind.
Seit 1979 wurden bundesweit 77 Gebiete mit mehr als 450 Millionen Euro gefördert. Für Akteure im Garten- & Landschaftsbau sowie für forstliche und kommunale Auftraggeber zeigen solche Projekte, wie Naturschutz, Wasserhaushalt und regionale Entwicklung strategisch miteinander verknüpft werden können.
