Naturschutz

„Hohe Schrecke“ in Thüringen wird „Urwald von morgen“

Die „Hohe Schrecke“ in Thüringen, eines der ältesten Waldgebiete Deutschlands, soll sich zu einem „Urwald von morgen“ entwickeln. Ein Naturschutzgroßprojekt fördert dies mit 9 Millionen Euro. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks übergab den Förderbescheid.

Förderung für Deutschlands ältestes Waldgebiet

Die „Hohe Schrecke“ in Thüringen, eines der ältesten Waldgebiete Deutschlands, soll sich zu einem „Urwald von morgen“ entwickeln. Dieses Ziel verfolgt ein Naturschutzgroßprojekt, das der Bund bis 2023 mit rund 9 Millionen Euro fördert.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks übergab den Förderbescheid an die Naturstiftung David als Projektträger. Die „Hohe Schrecke“ ist für den Naturschutz in Deutschland von nationaler Bedeutung, da sie einen der größten Buchenwälder Mitteleuropas beherbergt.

Ich hoffe, dass künftige Generationen sich über diese Entscheidung freuen, wenn sie einmal den großen alten Urwald in der Hohen Schrecke erleben werden.

Artenvielfalt und Naturschutzmaßnahmen

Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) beheimatet die „Hohe Schrecke“ eine Vielzahl seltener und gefährdeter Arten. Dazu zählen die Wildkatze, 14 Fledermausarten sowie Grauspecht, Raubwürger, Wendehals und Kammmolch. Zudem wurden 220 Großpilzarten und Orchideen wie Frauenschuh, Bienen-Ragwurz und Dreizähniges Knabenkraut nachgewiesen.

BfN-Präsidentin Beate Jessel betonte, dass die Naturschutzmaßnahmen in der Hohen Schrecke einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung eines artenreichen Buchenwaldgebietes leisten, das in Europa Seltenheitswert besitzt. Das Projekt ist ein Baustein der nationalen Strategie der Bundesregierung zur Biologischen Vielfalt. Es unterstützt zudem die Entwicklung eines naturnahen Tourismus und die Etablierung regionaler Wertschöpfungsketten.

Projektumsetzung und Ziele

Im Projektgebiet sollen 1700 Hektar Wald aus der Nutzung genommen werden, um sich ohne menschliches Zutun zu einem Urwald zu entwickeln. Eine weitere Fläche von bis zu 4000 Hektar wird zukünftig nur noch naturnah forstwirtschaftlich bewirtschaftet. Ziel ist es, gemeinsam mit Land- und Forstwirtschaft, Regionalentwicklung und Tourismus ein naturverträgliches Management für das Gebiet zu entwickeln.

Die Naturstiftung David hat in einer ersten Phase einen Pflege- und Entwicklungsplan erstellt. In der zweiten Phase werden Maßnahmen wie die Neupflanzung von Eichenwäldern und Streuobstwiesen, die Renaturierung von Bächen, der Ankauf wichtiger Flächen und die Entschädigung von Waldbesitzern für Nutzungsverzicht umgesetzt. Die Bundesförderung „chance.natur“ trägt seit 35 Jahren zur Erhaltung großflächiger, national bedeutsamer Landschaften und des Nationalen Naturerbes bei. Bislang wurden über 78 Vorhaben gefördert und vom Bundesamt für Naturschutz betreut.

25.03.2014

Zurück