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Fertigrasen im GaLaBau: Von der EM-Arena bis zum Hausgarten

Fertigrasen hat sich im Garten- und Landschaftsbau etabliert und ist heute eine gängige Alternative zur Ansaat. Die Fußball-Europameisterschaft 2008 zeigte die hohen Anforderungen an Qualität und spezifische Anwendungen.

Anforderungen an Sportrasen und die Entwicklung des Fertigrasens

Für die Europameisterschaft 2008 wurden an den Rasen hohe Anforderungen gestellt. Thomas Büchner, ein Rasenzüchter aus Alsbach-Hähnlein, beschreibt den idealen EM-Rasen als tiefgrün-bläulich, dicht, mit einem Schnitt von 23 Millimetern und ohne Schadstellen. Eine Mischung aus Wiesenrispe und Weidelgras wurde hierfür verwendet. Der Rasen wurde Anfang 2007 ausgesät und drei Wochen vor Turnierbeginn in rund 15 Meter langen Rollen verlegt.

Die Produktion von Fertigrasen erfolgt auf Anzuchtflächen, wo er mit Spezialmaschinen geerntet wird. Diese Methode hat sich über die Jahre weiterentwickelt.

Der Umgang mit Fertigrasen hat sich entwickelt: war es früher ein spezielles und teures Verfahren für Problembereiche im Rasen, ist es längst eine erschwingliche Alternative zur Ansaat.

Da Fertigrasen ein lebendiges Produkt ist, erfordert er nach dem Verlegen und auch nach dem Anwachsen eine entsprechende Pflege.

Praktische Pflegehinweise für langlebige Rasenflächen

Die richtige Pflege ist entscheidend für die Langlebigkeit und das Erscheinungsbild von Rasenflächen. Hier sind einige Empfehlungen:

Rasen düngen

Die zweite Düngung des Jahres sollte vor dem Sommer erfolgen, um den Rasen auf die Hitze vorzubereiten. Eine Menge von etwa 30 bis 50 g/qm eines Volldüngers mit Langzeitwirkung versorgt den Rasen ausreichend mit Nährstoffen. Der Rasen sollte während des Düngens trocken sein und anschließend bewässert werden. Im Herbst, bis Ende September, empfiehlt sich eine weitere Düngung mit einem mineralischen Volldünger.

Umgang mit Pilzen

Das Auftreten von Wärme-Hutpilzen, die gelb, braun-ocker bis schwarz erscheinen und etwa 3–5 cm hoch werden, ist in der Regel unbedenklich. Sie sind nicht giftig und erfordern keine Bekämpfung. Bei hellbraunen bis rosafarbenen Verfärbungen handelt es sich oft um die Rotspitzigkeit, einen Pilzbefall, der nahezu ganzjährig auftreten kann. Die Schäden sind meist gering und nicht schädigend für die Gräser. Fördernd für diesen Befall sind lang anhaltende Feuchtigkeit sowie eine unausgewogene oder unregelmäßige Nährstoffversorgung, insbesondere Stickstoffmangel. Gezielte Düngergaben, vor allem mit Langzeitstickstoff, oder eine angepasste Beregnung können helfen.

Belüften des Rasens

Regelmäßiges Belüften ist wichtig. Vertikutieren ist eine effektive Methode, um dem Rasen Luft zu verschaffen. Alternativ kann der Rasen auch mit einer Grabegabel durchlöchert werden, was die Luftzirkulation und Wasserzufuhr verbessert.

Richtig bewässern

Die Bewässerung sollte in den Abendstunden erfolgen. Es ist ratsam, erst bei Welkeerscheinungen zu wässern und dies nicht täglich in geringen Mengen, sondern lieber zwei Mal wöchentlich intensiv. Zu viel Wasser kann eine schwache Wurzelbildung fördern.

Rasenpflege im Herbst

Neben der Herbstdüngung ist das Vertikutieren vor dem Düngen eine gute Maßnahme, um den Rasen auf Herbst und Winter vorzubereiten. Die Wassergaben sollten reduziert und nur noch bei Bedarf oder Welkeerscheinungen erfolgen. Anfallendes Laub im Herbst sollte entfernt werden, um Fäulnisherde zu vermeiden.

18.06.2008

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