Das MARA-Projekt: Rettung für einen wichtigen Bioindikator
Die Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera) gilt als Indikator für saubere und intakte Fließgewässer. Ihre Bestände sind in Deutschland stark rückläufig und die Art ist vom Aussterben bedroht. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, fördert das Bundesamt für Naturschutz (BfN) das Projekt „MARA – Margaritifera Restoration Alliance“.
Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt mit rund 5,83 Millionen Euro aus Mitteln des Bundesumweltministeriums (BMU) unterstützt. Ziel ist es, die Populationen der Flussperlmuschel so weit zu stabilisieren, dass sie im Freiland eine ausreichende Größe und Verjüngung erreichen, um sich natürlich fortzupflanzen und selbsterhaltende Bestände zu bilden.
Der Klimawandel wirkt sich auf Tiere, Pflanzen und deren Lebensräume aus. Werden die Gewässer im Sommer wärmer oder trocknen aus, ist das fatal für die Flussperlmuschel, aber auch für viele andere Organismen. Denn wenn einzelne Arten aus einem Lebensraum verschwinden, gerät dieser möglicherweise aus dem Gleichgewicht.
Deutschland trägt eine besondere Verantwortung für die Flussperlmuschel, da die Art hier einen Verbreitungsschwerpunkt hat. Als sogenannte Schirmart wirkt sie sich positiv auf zahlreiche weitere Arten aus, darunter der Huchen (Donaulachs) und die Nase, ein Karpfenfisch der Fließgewässer.
Die Flussperlmuschel ist hochspezialisiert auf saubere, kalkarme und sommerkühle Fließgewässer. Sie reagiert empfindlich auf Beeinträchtigungen ihres Lebensraums, wie Nährstoff-, Schadstoff- oder Sedimenteinträge, Uferverbau und Gewässerbegradigung. Auch höhere Wassertemperaturen und extreme Wasserstände infolge des Klimawandels stellen eine Bedrohung dar.
Aufgrund der seit Jahrzehnten mangelhaften Verjüngung sind die heutigen Bestände nicht nur klein, sondern auch stark überaltert, wodurch eine natürliche Fortpflanzung kaum noch stattfindet. Das MARA-Projekt setzt auf eine Kombination aus Nachzucht, Besatz und Habitataufwertungen, um die Flussperlmuschel zu fördern. Es bündelt regionale Initiativen zum Schutz der Flussperlmuschel und unterstützt die verbleibenden Bestände in Deutschland.
MARA ist ein Verbundprojekt, an dem sieben Partner aus Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen beteiligt sind. Zu den Partnern gehören die Technischen Universitäten Dresden und München, der Landkreis Passau als Verbundkoordinator, der Bund Naturschutz in Bayern (Kreisgruppe Hof), die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt, die Biologische Station Aachen und der Vogtlandkreis. Neben dem Bund beteiligen sich der Bayerische Naturschutzfonds, das Sächsische Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft sowie das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen an der Finanzierung.
