Naturschutz

Neues Hotspot-Projekt sichert Artenvielfalt in der nördlichen Oberrheinebene

Ein neues Hotspot-Projekt im Dreiländereck Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen widmet sich dem Schutz und der Vernetzung seltener Arten. Das vom Bundesumweltministerium geförderte Vorhaben zielt auf die Sicherung des Artenspektrums und die Wiederansiedlung verschwundener Arten ab.

Schutz und Wiederansiedlung seltener Arten am Oberrhein

Die nördliche Oberrheinebene, ein Dreiländereck von Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen, beherbergt eine Vielzahl seltener Arten. Diese Region gilt als bedeutender Naturraum, dessen Schutz, Ausbau und Vernetzung im Fokus eines neuen Hotspot-Projekts steht. Das Vorhaben wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt vom Bundesumweltministerium gefördert.

Als einer von 30 ausgewiesenen Hotspots der Biologischen Vielfalt in Deutschland zeichnet sich das Gebiet durch eine hohe Dichte und Vielfalt besonderer Arten und Lebensräume aus. Es beheimatet seltene Fischarten und dient Wat- und Wasservögeln als international wichtiger Brut-, Rast- und Überwinterungsplatz. Das Projekt mit dem Titel „Lebensader Oberrhein – Naturvielfalt von nass bis trocken“ zielt darauf ab, dieses Artenspektrum zu sichern. Ein weiteres Ziel ist die Wiederansiedlung verschwundener Arten wie der Sumpfschildkröte und des Schlammpeitzgers, einer karpfenartigen Fischart.

Beide Arten sind in Deutschland auf der Roten Liste als vom Aussterben bedroht beziehungsweise stark gefährdet eingestuft. Das Projekt umfasst zudem Maßnahmen zur Sensibilisierung von Anwohnern, Landwirten und Fischern für die biologische Vielfalt in ihrer Region. Das Bundesumweltministerium stellt hierfür rund 3,8 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt bereit. Das Bundesamt für Naturschutz begleitet das auf sechs Jahre angelegte Projekt als Bewilligungsbehörde fachlich. Die Koordination übernimmt der NABU-Landesverband Rheinland-Pfalz, weiterer Projektpartner ist der NABU-Landesverband Baden-Württemberg.

Am nördlichen Oberrhein gibt es eine außergewöhnliche Artenvielfalt inmitten von Ballungszentren. Das ist eine Herausforderung für den Naturschutz. Aber es bietet auch eine große Chance, viele Menschen für unsere biologische Vielfalt zu begeistern.

Dies betonte Ursula Heinen-Esser, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, ergänzte:

Die Region am Oberrhein mit ihren Auenbereichen und den Flugsandgebieten verfügt über äußerst sensible Lebensräume. Leider ist die Natur dort durch Nutzungsdruck gefährdet. Dieses Projekt stärkt den Erhalt der biologischen Vielfalt vor Ort und trägt maßgeblich zum überregionalen Biotopverbund bei, indem Lebensräume wieder aufgewertet und vernetzt werden.

Das Projekt sieht die Wiederherstellung und Vernetzung nasser und trockener Lebensräume vor. Dazu gehören die Neuanlage oder Aufwertung von Kleingewässern sowie die Wiederherstellung von Auwald- und Sandrasenbereichen.

Hintergrund zum Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“

Das Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ unterstützt seit 2011 die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS). Es fördert Vorhaben, die im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung haben oder diese Strategie beispielhaft umsetzen. Die geförderten Maßnahmen tragen dazu bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und langfristig umzukehren.

Sie dienen dem Schutz, der nachhaltigen Nutzung und der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über die gesetzlich geforderten Standards hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen in Information und Kommunikation stärken das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt. Die „Hotspots der Biologischen Vielfalt“ bilden einen Förderschwerpunkt des Bundesprogramms. Nach dem ersten Förderaufruf im Januar 2012 ist für das kommende Jahr ein weiterer Aufruf zur Einreichung von Projektskizzen vorgesehen.

02.10.2013

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