Preisanstieg in konsumnahen Branchen erwartet
Besonders stark werden Preisanstiege in den konsumnahen Branchen erwartet. Im Nahrungsmittel-Einzelhandel stiegen die Preiserwartungen auf 94,0 Punkte, im übrigen Einzelhandel auf 68,2 Punkte und bei den konsumnahen Dienstleistern auf 64,0 Punkte.
Der Angriff Russlands auf die Ukraine treibt nicht nur die Energiekosten in die Höhe, sondern auch die Preise vieler Agrarrohstoffe. Damit dürfte die Inflationsrate in diesem Jahr auf deutlich über 5 Prozent steigen. Das gab es in Deutschland zuletzt vor über 40 Jahren, als die Inflationsrate nach der zweiten Ölpreiskrise im Jahr 1981 auf 6,3 Prozent kletterte.
Auch in den dem privaten Konsum vorgelagerten Wirtschaftszweigen nimmt der Preisdruck zu. Im Großhandel stiegen die Preiserwartungen auf 78,1 Punkte, in der Industrie auf 66,3 Punkte, im Baugewerbe auf 48,9 Punkte und bei den Dienstleistern auf 42,7 Punkte.
Ermittlung der Preiserwartungen des ifo Instituts
Die Punkte bei den Preisplänen geben den Saldo der Unternehmen an, die ihre Preise erhöhen wollen. Dieser Saldo ergibt sich, indem der prozentuale Anteil der Unternehmen, die Preissenkungen planen, vom prozentualen Anteil der Unternehmen abgezogen wird, die Preiserhöhungen beabsichtigen. Ein Saldo von plus 100 Punkten würde bedeuten, dass alle befragten Unternehmen ihre Preise erhöhen wollen, während minus 100 Punkte bedeuten würden, dass alle ihre Preise senken wollen. Der Saldo wird saisonbereinigt. Das ifo Institut erfragt nicht die Höhe der geplanten Preisänderungen.