Rückgang der Preiserwartungen in verschiedenen Sektoren
Besonders im Verarbeitenden Gewerbe, aber auch bei Dienstleistern, im Baugewerbe und im Handel planen Unternehmen seltener Preisanpassungen nach oben. Dies deutet darauf hin, dass der Höhepunkt der Inflationswelle überschritten sein könnte.
Allerdings wird die Inflationsrate in den kommenden Monaten weiterhin hoch bleiben und sich der Anstieg der Verbraucherpreise nur allmählich abflachen.
In konsumnahen Bereichen bleiben die Preiserwartungen jedoch weiterhin hoch und gehen nur langsam zurück. Hierzu zählen unter anderem Lebensmittel-, Spielwaren- und Schreibwarenhändler sowie Reisebüros, Reiseveranstalter und Hotels, die teilweise wieder häufiger Preiserhöhungen planen als im Vormonat.
Demgegenüber sind die Preiserwartungen im Einzelhandel für Fahrräder, Unterhaltungs- und Haushaltselektronik sowie in der Gastronomie gesunken. Im Verarbeitenden Gewerbe verzeichneten nahezu alle Bereiche rückläufige Preiserwartungen. Insbesondere energieintensive Industrien profitieren von sinkenden Marktpreisen für Erdgas, Rohöl und Strom.
Im Papiergewerbe beabsichtigt mittlerweile die Mehrheit der befragten Unternehmen, ihre Preise zu senken. Eine Ausnahme bilden die Hersteller von Getränken, bei denen die Preiserwartungen besonders hoch sind und zudem kräftig gestiegen sind.
Methodik der ifo Preiserwartungen
Die Punkte bei den ifo Preiserwartungen geben den Saldo der Unternehmen an, die ihre Preise erhöhen wollen. Dieser Saldo ergibt sich, indem der prozentuale Anteil der Unternehmen, die Preisanhebungen planen, um den prozentualen Anteil derer reduziert wird, die Preissenkungen beabsichtigen. Ein Saldo von plus 100 Punkten würde bedeuten, dass alle befragten Unternehmen ihre Preise erhöhen wollen, während minus 100 Punkte bedeuten würden, dass alle ihre Preise senken möchten. Die Daten werden saisonbereinigt. Das ifo Institut erhebt keine Informationen zur Höhe der geplanten Preisänderungen.


