Die Grüne Stadt, Naturschutz

Waldentwicklungskonzept für den Kienberg: Förderung der Artenvielfalt zur IGA 2017

Die Grün Berlin GmbH entwickelt ein Konzept zur Förderung der Artenvielfalt auf dem Kienberg. Ziel ist ein abwechslungsreicher Wald für Spaziergänger und Naturliebhaber, der eine Vielzahl an Tieren beheimatet. Erste Ergebnisse sollen zur IGA 2017 präsentiert werden.

Herausforderungen und Entwicklung des Kienbergs

Die Grün Berlin GmbH erarbeitet ein Konzept zur langfristigen Förderung der biologischen Vielfalt auf dem Kienberg. Ziel ist es, Spaziergängern und Naturliebhabern auch zukünftig einen Wald mit abwechslungsreichen Wegen und Lichtungen zu bieten, der eine Vielzahl an Vögeln, Schmetterlingen und anderen Tieren beheimatet. Erste Entwicklungen sollen bereits zur Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2017 präsentiert werden.

Im Jahr 2017 wird in Marzahn-Hellersdorf ein Landschaftsraum erlebbar sein, der sich von den Gärten der Welt über den Kienberg bis in Teile des Wuhletals erstreckt. Eine geplante Seilbahn soll Besucher fast lautlos auf den Gipfel des Kienbergs bringen, wo sie vom Aussichtsbauwerk, dem sogenannten Wolkenhain, einen Blick bis zum Berliner Fernsehturm genießen können. Die IGA Berlin 2017 verbindet dabei Naturerlebnisse in der Stadt mit Naturschutz und Nachhaltigkeit. Ein wesentlicher Aspekt ist die langfristige ökologische Weiterentwicklung des Kienbergs, für die nun ein Waldentwicklungskonzept die Grundlage bildet.

Der Kienberg in Marzahn-Hellersdorf entstand ursprünglich aus Bauschutt und Trümmern und ist heute ein beliebtes Naherholungsgebiet. In den 1980er Jahren wurde die Anhöhe mit Unterstützung von Bürgern bepflanzt. Die starke Ausbreitung schnell wachsender, nicht heimischer Gehölze wie Robinien, Eschenahorne oder Götterbäume führte jedoch dazu, dass Lichtungen trotz ehrenamtlicher Mitarbeit nicht dauerhaft offen gehalten werden konnten und inzwischen zugewachsen sind. Diese Entwicklung hat zu einem Rückgang licht- und wärmeliebender Tier- und Pflanzenarten geführt, die sich den geänderten Verhältnissen nicht anpassen konnten.

Aus Anlass der IGA bietet sich nun die Chance, den Wald mit entsprechenden Pflegemaßnahmen wieder zu einem Lebensraum für eine größere Vielfalt an Tieren und Pflanzen werden zu lassen.

Schwerpunkte der Waldentwicklung und Artenschutzmaßnahmen

Um den Kienberg zu einem langfristig stabilen und abwechslungsreichen Stadtwald zu entwickeln, arbeitet die Grün Berlin GmbH seit dem Frühjahr mit Naturschutzverbänden wie BUND, NABU, IG Wuhletal, dem Berliner Landesbeauftragten für Naturschutz und Landschaftspflege sowie der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz e.V. (BLN) zusammen. Auch Wissenschaftler der TU Berlin und der TU Dresden bringen ihre Expertise ein. Ein Schwerpunkt der Pflege liegt auf dem Erhalt und der Entwicklung von Lichtungsbereichen, um verschiedene Lebensräume zu schaffen und die Artenvielfalt langfristig zu erhöhen.

Damit licht- und wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten wieder auf dem Kienberg leben können, sind punktuelle Eingriffe wie die Erweiterung von Lichtungen und das Freistellen von ausgewählten Gehölzen wie beispielweise Ulmen oder Stiel-Eichen erforderlich.

Der Übergang von besonnten Lichtungen zu beschatteten Bereichen ist für die Vielfalt von Bedeutung. Reich strukturierte Gehölzränder an Wegen und an den Ausläufern des Kienberges sollen ebenfalls dazu beitragen. Der Kienberg wird dabei als Kulturlandschaft verstanden, die sowohl Lebensraum für Tiere und Pflanzen als auch Rückzugsort für Erholungssuchende ist.

Verbindung von Naturschutz und Erholung am Kienberg

Am sonnigen südlichen Hangfuß des Kienbergs sollen bis zur IGA Berlin 2017 Streuobstwiesen mit offenen Wiesenbereichen entstehen, in die bereits vorhandene Obstbäume integriert werden. Durch die Entwicklung von strukturreichen Gehölzsäumen und fugenreichen Natursteinmauern an den neuen Kienbergterrassen werden die Voraussetzungen für eine Zunahme der Artenvielfalt geschaffen. Obstbäume dienen Bienen, Käfern, Schmetterlingen, Vögeln und kleinen Säugetieren als wichtige Nahrungsgrundlage. Während der Ausstellungszeit 2017 ist geplant, Obst- und Weinanbau entlang der Terrassen zu veranschaulichen.

Weiterhin ist vorgesehen, aufgelesene Steine an sonnigen Lagen zu Haufen aufzuschichten, um Rückzugsräume für Zauneidechsen zu schaffen, die Wärme und Trockenheit bevorzugen und derzeit nicht mehr auf dem Kienberg leben.

Wir möchten auf dem Kienberg zeigen, dass Stadt und Natur keine Gegensätze sein müssen und im städtischen Kontext auch nicht sein sollten. Die vielen Grünräume Berlins bilden vielmehr Möglichkeiten, diese Orte als Erholungs- UND Naturräume zu gestalten.

26.08.2014

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