Die Metropole Ruhr: Dichte Besiedlung und grüne Oasen
Die Metropolregion Ruhr, oft noch mit Kohle und Stahl assoziiert, erstreckt sich über rund 4.400 Quadratkilometer. Ihre West-Ost-Ausdehnung beträgt 116 Kilometer von Sonsbeck bis Hamm, die Nord-Süd-Ausdehnung 67 Kilometer von Haltern am See bis Breckerfeld. Sie gilt als der am dichtesten besiedelte Wirtschaftsraum Deutschlands.
Trotz dieser Dichte bietet die Region bereits heute eine Vielzahl an Freizeit- und Erholungsangeboten. Eine vielfältige grün-blaue Infrastruktur aus Freiflächen, Wäldern, Flüssen und Seen verbindet die Städte und prägt die Atmosphäre der Metropole Ruhr. Nahezu 18 Prozent der Fläche sind Wald, über 40 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt, und knapp 38 Prozent sind bebaut. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln zeigt, dass 80 Prozent der Bevölkerung zwischen Lippe und Ruhr die nächste Grünfläche mit dem Fahrrad in weniger als dreieinhalb Minuten erreichen können. Dies ist bemerkenswert angesichts einer Bevölkerungsdichte von rund 1.200 Einwohnern pro Quadratkilometer, was mehr als dem Fünffachen des Bundesdurchschnitts entspricht.
Internationale Gartenschau IGA 2027 als Motor des Wandels
Die Metropole Ruhr verfolgt das Ziel, sich mit der Internationalen Gartenschau (IGA) 2027 zur weltweit grünsten Industrieregion zu entwickeln. Das Spektrum reicht von ausgedehnten Parks und Landschaftsgärten bis hin zu Schrebergärten und privaten Hausgärten. Die IGA 2027 integriert zudem Aspekte der Stadtentwicklung, Mobilität, Energie, Klima und Umwelt. Damit soll nicht nur die Lebensqualität für die Bevölkerung verbessert, sondern auch internationale Aufmerksamkeit als Modellregion für einen erfolgreichen Strukturwandel gewonnen werden.
Die IGA 2027 reiht sich ein in eine Serie bedeutender Projekte wie die Internationale Bauausstellung (IBA) Emscher Park, die Kulturhauptstadt Ruhr 2010 und Essen als Grüne Hauptstadt Europas 2017.
Wir wollen in enger Zusammenarbeit mit den Kommunen und verschiedensten Institutionen, Vereinen und natürlich mit den Bürgerinnen und Bürgern ganz konkret Lösungen für große Zukunftsfragen entwickeln. Horst Fischer, Geschäftsführer der IGA 2027.
Struktur der IGA 2027
Das Konzept der IGA 2027 basiert auf drei ineinandergreifenden Ebenen, die die gesamte Region in ein Gartenfestival verwandeln sollen. Fünf Zukunftsgärten dienen als Reallabore und zentrale Publikumsmagnete. Sie präsentieren blütenreiche Gartenbau-Ausstellungen und visualisieren Zukunftsthemen.
Die zweite Ebene, Unsere Gärten, umfasst bestehende kommunale Parks und Grünflächen. Derzeit befinden sich 38 Projekte aus elf kreisfreien Städten und vier Kreisen der Metropole Ruhr in einem dreistufigen Auswahlverfahren.
Wir erwarten, dass sich bis zur Eröffnung im April 2027 rund 25 Projekte der Region als IGA 2027 Projekte präsentieren können. Horst Fischer.
Die dritte Ebene, Mein Garten, beinhaltet individuelle Mitmachangebote von Gartenbesitzern, Vereinen, Gemeinschaftsgärten und privaten Initiativen. Hier werden Gärten gezeigt, Pflanzenbörsen organisiert und Veranstaltungen zum Erfahrungsaustausch angeboten.
Wir wollen alle diese Aktivitäten auf einer Online-Plattform bündeln und so sichtbar und erlebbar machen, was das Ruhrgebiet auszeichnet – die Menschen schätzen lebendige Nachbarschaften und entwickeln gemeinsam starke Konzepte für das Zusammenleben im Quartier. Fischer.
Grün-blaue Infrastruktur und Klimawandel
Aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte sind in der Metropole Ruhr besonders viele Menschen von den Folgen des Klimawandels betroffen. Seit über dreißig Jahren werden daher interkommunale Projekte zur Stärkung der grün-blauen Infrastruktur entwickelt.
Das Ruhrgebiet ist schon heute eine Vorzeigeregion und unser Anspruch ist es, bis 2027 hier noch mehr zu zeigen. Wir arbeiten beispielsweise parallel zu den Gartenthemen auch mit den Ruhrgebietsstädten an innovativen Mobilitätskonzepten, einer Stärkung des Regionalverkehrs, Vernetzung der Fahrradwege, Weiterentwicklung der Wasserwege … und bauen Brücken zwischen bisher getrennten Arealen. Fischer.
Die Region befindet sich auf dem Weg in eine zukunftsfähige Entwicklung und wird spätestens 2027 ein Reiseziel für Besucher aus Deutschland und den Nachbarländern sein.


