Grüne Netzwerke für Igel durchlässig gestalten
Ein einzelner Garten ist für Igel als Streifgebiet oft zu klein, da sie pro Nacht mehrere Kilometer zurücklegen können. Daher ist es wichtig, angrenzende Grünflächen miteinander zu verbinden. Dies geschieht durch direkte Durchschlüpfe von mindestens 10 x 10 cm, die abseits von Straßen liegen.
Pro Nacht können Igel, je nach Jahreszeit, Alter und Geschlecht, durchaus mehrere Kilometer zurücklegen. Ein einzelner Garten ist als Igelstreifgebiet in der Regel zu klein. Deshalb ist es wichtig, so viele aneinandergrenzende, geeignete Grünflächen wie möglich über direkte Durchschlüpfe von mindestens 10 x 10 cm abseits der Straße miteinander zu einem grünen, igelfreundlichen Netzwerk zu verbinden.
Solche Durchgänge, oft als „Loch im Zaun“ bezeichnet, können auf verschiedene Weisen realisiert werden:
- Eine einfache Öffnung durch Einkürzen einer oder mehrerer Zaunlatten.
- Bei Maschendrahtzäunen müssen lose Enden verletzungssicher eingeflochten werden.
- Alternativ können Durchschlupfrohre oder selbst gebaute Igeltunnel aus Holz in die Zaunöffnung eingesetzt werden.
Garteneinfriedungen mit niedrigem Sockel können durch eine Zwischenstufe, wie einen Ziegelstein in Kombination mit einem „Loch im Zaun“, passierbar gemacht werden. Ein ausgewachsener Igel kann eine Höhe von 15–20 cm überwinden; Jungigel benötigen zusätzliche Zwischenstufen. Wichtig ist, dass die Durchschlüpfe nicht in Richtung einer Straße orientiert sind, da Igel bei Gefahr nicht flüchten, sondern sich zu einer Stachelkugel einrollen. Kollisionen im Straßenverkehr zählen zu den Haupttodesursachen für Igel.
Innovative Lösungen für igelfreundliche Durchschlüpfe
Um unerwünschten Besuch von Hunden oder Katzen zu vermeiden, können Durchschlüpfe so gestaltet werden, dass der Ausgang vom Eingang her nicht direkt sichtbar ist. Ein 90 Grad gewinkelter Durchgang oder ein Durchschlupf, bei dem sich Ein- und Ausgangsöffnung auf derselben Längsseite oder gegengleich befinden, wird von Hunden oder Katzen in der Regel nicht genutzt, ist aber für Igel passierbar.
Bei der Planung neuer Zäune kann deren Unterkante 15 cm über dem Erdboden beginnen, um Durchgänge zu ermöglichen. Bei der Neuanlage von Gärten sollten igelfreundliche Durchlässe bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden. Die ökologisch wertvollste Form der Grundstückseinfriedung ist eine zaunfreie Gartengrenze mit freiwachsenden, heimischen Hecken.