Herausforderungen und Dimensionen des Bauprojekts in Istanbul
Die Terminalhalle des neuen Flughafens Istanbul lässt bereits die zukünftigen Ausmaße erahnen. Das Gelände erstreckt sich über knapp 8.000 Hektar, wobei das Terminalgebäude eine Fläche einnimmt, die fünfmal so groß ist wie das Empire State Building. Die Baustelle liegt etwa 35 Kilometer nordwestlich des Istanbuler Stadtzentrums, direkt an der Küste des Schwarzen Meeres.
Das Baugebiet war zuvor ein Kohletagebaugebiet und zeichnet sich durch ein zerklüftetes Gelände aus. Für die Begradigung müssen 400 Millionen Kubikmeter Boden abgetragen und zur Verfüllung von Senken genutzt werden. Auf der Baustelle sind über 13.000 Arbeiter im Einsatz, die sieben Tage die Woche in einem 20-Stunden-Zwei-Schichtbetrieb arbeiten.
Bomag-Technologie im Verdichtungsprozess
Seit Anfang 2015 sind Bomag-Maschinen maßgeblich an den Arbeiten beteiligt. Eine Flotte von schweren Walzenzügen der Typen BW 226 und BW 216 mit Stampffuß- und Polygonbandagen wurde eingesetzt. Insgesamt kommen 136 Maschinen zum Einsatz, davon 61 mit dem Bomag Terrameter (BTM) und 45 mit dem Bomag Compaction Management 05 (BCM 05) inklusive GPS. Diese Systeme dienen der Verdichtungskontrolle.
In fünf großen Bereichen sind jeweils 20 Walzen gleichzeitig im Einsatz. Der Boden wird in 40 Zentimeter dicken Schichten eingebaut und verdichtet. Die erforderliche Verdichtung wird in vier Übergängen erreicht. Um den Arbeitsablauf für die Walzenfahrer zu optimieren, fahren je nach Bodenmaterial vier Stampffuß- und/oder Polygonwalzen hintereinander über eine Bahn. Anschließend folgt eine Glattmantelwalze, die den Verdichtungsvorgang abschließt und dokumentiert.
Effiziente Verdichtungskontrolle und Dokumentation
Eine Herausforderung stellen die täglichen Verdichtungskontrollen dar. Bei einer verdichteten Fläche von etwa zwei Millionen Quadratmetern pro Tag wären üblicherweise 2.500 Einzelprüfungen notwendig, was einen hohen Zeit- und Kostenaufwand bedeuten würde. Die Verdichtungskontrollsysteme BCM 05 und das Bomag GPS-System bieten hier eine effiziente Lösung.
Diese Systeme überwachen die Fläche und erfassen alle relevanten Daten. Die gesammelten Informationen werden an ein Zentrallabor übermittelt, dort zusammengestellt und ausgewertet. Ein externer Überwacher prüft die Dokumente, die durchschnittlich 20 Einzeldokumente pro Tag umfassen, und kontrolliert die Verdichtungsvorgänge. Dies gewährleistet eine lückenlose Dokumentation, die zu einem reibungslosen Baustellenablauf beiträgt.
Die Walzenzüge sind bis zur geplanten Eröffnung der ersten Phase im Februar 2018 weiterhin im Einsatz und tragen zur Realisierung des Projekts bei.
