Ursachen und Auswirkungen von Rasenfilz
Rasenfilz besteht hauptsächlich aus abgestorbenen Pflanzenfasern. Dieser Mulch ist grundsätzlich vorteilhaft, da er dem Boden Nährstoffe zuführt. Überschreitet der Filz jedoch ein bestimmtes Maß, bilden sich Verdichtungshorizonte. Diese beeinträchtigen den Gasaustausch sowie das Eindringen von Regenwasser und Dünger. Die oft gallertartige Masse verklebt die Pflanzenporen oberhalb und unterhalb der Grasnarbe, was die Photosynthese stört. In der Folge leiden die Wurzeln, nehmen weniger Wasser auf und sterben schneller ab. Ein geschädigter Rasen verliert an Scherfestigkeit und verfilzt noch schneller.
Faktoren, die die Filzbildung fördern
Niedrige Temperaturen begünstigen die Filzbildung, da sie mikrobiologische Prozesse verlangsamen. Bestimmte Grassorten wie Bent und Bermuda neigen stärker zum Verfilzen. Anaerobe Bedingungen mit Staunässe und geringer Belüftung fördern die Bildung von Adventivwurzeln, die den Boden buschig verdichten und Filz provozieren. Ein zu geringer Sandanteil im Erdreich trägt zu einer kompakten Schichtung bei, was die Filzbildung begünstigt. Auch ein Übermaß an organischem Material und Stickstoff, beispielsweise durch Dünger, fördert die Filzbildung.
Der pH-Wert des Bodens spielt ebenfalls eine Rolle, da ein saures Milieu die Aktivität von Bakterien hemmt, die Pflanzenreste zersetzen. Regelmäßiges Mähen dient als einfache Prävention, da die Filzneigung mit dem Schnittgut steigt.
Maßnahmen gegen bestehenden Rasenfilz
Um Rasenfilz zu bekämpfen, ist es entscheidend, die Bodenbeschaffenheit zu verbessern. Rasenpflanzen entwickeln sich von unten nach oben. Der erste Schritt ist die Lockerung der Grasnarbe. Dies erfolgt mechanisch, beispielsweise mit Anbaugeräten für Kompakttraktoren, die auf Rasenregeneration spezialisiert sind. Diese Geräte schlitzen die Grasschicht und bei ausreichender Eindringtiefe auch die obere Bodenschicht auf. Die dabei entstehenden Wurzelverletzungen sind gewollt, da sie die Produktion des Wachstumshormons Auxin anregen.
Der Abstand der Schnittreihen sollte zwischen 75 und 150 mm liegen. Bei der Verwendung von Feinschnittmessern ist diese Maßnahme an der Oberfläche kaum sichtbar, was wichtig ist, wenn der Rasen anschließend bespielt und der Balllauf nicht beeinträchtigt werden soll. Für empfindliche Böden wie Golfgreens sind Geräte mit hydraulischem Gewichtstransfersystem empfehlenswert, die es leichten Maschinen ermöglichen, Ergebnisse zu erzielen, die sonst nur mit schwerem Gerät erreichbar wären.
Nachhaltige Bodenlockerung durch Aerifizieren
Für eine nachhaltige Verbesserung unterhalb der Grasnarbe kommen Maschinen zum Aerifizieren zum Einsatz. Diese stechen mit Zinken Löcher von 5 bis 25 mm Durchmesser und bis zu 250 mm Tiefe in den Boden. Diese Maßnahme verbessert den Gas- und Wasseraustausch erheblich und schafft Raum für die Wurzelausdehnung. Es wird empfohlen, Hohlzinken zu verwenden, um den Filz auszustehen, anstatt ihn nur zu verdrängen.
Damit der Boden dauerhaft locker bleibt und "Mikrospeicher" entstehen, sollte nach dem Aerifizieren Sand eingebürstet werden. Nachsaat und Düngung können bei Bedarf im Anschluss an das Aerifizieren erfolgen. In einem so vorbereiteten Boden können sich die Wurzeln optimal entwickeln. Für Art, Häufigkeit und Zeitpunkt der Anwendung sollte ein Fachmann konsultiert werden.
Als positiver Nebeneffekt der Bodenpflege reduzieren sich die Arbeiten an der Grasnarbe, die nicht nur vitaler aussieht, sondern auch widerstandsfähiger wird und weniger oder keinen Dünger benötigt.
