Bioland fordert politische Unterstützung für nachhaltiges Wachstum
Nach einer Phase verhaltenen Wachstums im ökologischen Landbau hat sich der Trend im Jahr 2015 gewandelt. Eine gestiegene Anzahl von Landwirten entschied sich für die Umstellung auf ökologische Bewirtschaftung. Ausschlaggebend hierfür waren günstige Marktbedingungen und erhöhte Förderprämien in verschiedenen Bundesländern.
Die positive Entwicklung spiegelt sich in den Zahlen von Bioland wider, einem führenden Anbauverband für ökologischen Landbau in Deutschland. Im Jahr 2015 verzeichnete der Verband einen Zuwachs von 288 Betrieben, was den höchsten Anstieg seit 2010 darstellt. Die Mitgliederzahl stieg damit auf 6.200 Betriebe, ein Plus von 4,9 Prozent. Die bewirtschaftete Fläche unter Bioland-Richtlinien erhöhte sich um 15.068 Hektar auf insgesamt 300.830 Hektar, was einer Steigerung von 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Diese Dynamik müssen wir 2016 verstärken und das hohe Umstellungsinteresse von konventionell wirtschaftenden Landwirten nutzen.
Forderungen an die Politik zur Stärkung des Biolandbaus
Angesichts der steigenden Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln wird die Politik aufgefordert, die Rahmenbedingungen für eine weitere Stärkung des heimischen Biolandbaus zu verbessern. Bioland formuliert hierzu zentrale Forderungen an Bund und Länder.
Im Bereich Forschung und Bildung soll Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt in seiner Zukunftsstrategie zum Biolandbau den Ausbau verankern. Konkret wird gefordert, dass schrittweise 20 Prozent der Agrarforschungsmittel für die Entwicklung und den Ausbau des ökologischen Landbaus eingesetzt werden, gegenüber derzeit 1,5 Prozent.
Die Länder sollen eine dauerhaft verlässliche Öko-Förderung für Bestandsbetriebe und Umsteller gewährleisten sowie Leistungen im Umwelt- und Tierschutz angemessen honorieren. Für die Agrarinvestitionsförderung im Stallbau sollen die Standards im Tierschutz erhöht werden, wobei die tierfreundlichen Kriterien des Biolandbaus als Maßstab dienen sollen.
Des Weiteren wird eine Umschichtung von 15 Prozent der Finanzmittel von der ersten in die zweite Säule der EU-Agrarförderung als notwendig erachtet. Zur Schaffung gleicher Wettbewerbsbedingungen bei der Nutzung natürlicher Ressourcen fordert Bioland die Einführung einer Abgabe auf mineralische Stickstoffdünger und synthetische Pestizide.
Die Düngeverordnung soll die Gewässer vor Überdüngung mit Nitrat und Phosphat schützen, ohne dabei eine flächengebundene, bäuerliche und artgerechte Tierhaltung in Mittelgebirgen zu gefährden. Ein konsequenter Stopp der Agro-Gentechnik und ein Gentechnikgesetz, das ein Anbauverbot von GVO auf nationaler Ebene rechtssicher garantiert, werden ebenfalls gefordert. Die Bundesländer sollen zudem wirksame Ökoaktionspläne umsetzen.
Wir brauchen langfristig verlässliche Rahmenbedingungen und klare Signale an konventionelle Landwirte, dass der ökologische Landbau das Landwirtschaftsmodell der Zukunft ist.
