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Importpreise im März 2022: Deutlicher Anstieg um 31,2 Prozent gegenüber Vorjahr

Die Importpreise in Deutschland stiegen im März 2022 um 31,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, getrieben durch hohe Energiepreise. Dies ist der stärkste Anstieg seit der ersten Ölkrise 1974 und spiegelt erste Auswirkungen des Ukraine-Konflikts wider.

Energiepreise als Haupttreiber des Anstiegs der Importkosten

Der starke Preisanstieg ist maßgeblich auf die Entwicklung der Energiepreise zurückzuführen. Energieeinfuhren waren im März 2022 um 160,5 Prozent teurer als im März 2021, was einem Anstieg von 19,1 Prozent gegenüber Februar 2022 entspricht. Insbesondere die Preise für Erdgas stiegen im März 2022 um 304,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und waren damit viermal so hoch. Ein derartiger jährlicher Preisanstieg für importiertes Erdgas wurde zuvor nicht verzeichnet, auch nicht während der Ölkrisen der Jahre 1973/1974 und 1979/1980. Im Vergleich zum Vormonat Februar 2022 erhöhten sich die Importpreise für Erdgas im März 2022 um 11,0 Prozent.

Auch andere Energieträger verzeichneten deutliche Preissteigerungen. Mineralölerzeugnisse waren 110,3 Prozent teurer als im Vorjahr, Erdöl 81,3 Prozent. Gegenüber Februar 2022 stiegen die Preise für Mineralölerzeugnisse um 30,5 Prozent und für Erdöl um 16,8 Prozent. Importierter elektrischer Strom verteuerte sich um 440,8 Prozent gegenüber März 2021 und verdoppelte sich im Vergleich zum Vormonat (+100,7 Prozent). Die Preise für importierte Steinkohle lagen 307,0 Prozent über dem Niveau von März 2021 und stiegen gegenüber Februar 2022 um 44,4 Prozent.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise stiegen die Importpreise im März 2022 um 16,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr und um 2,6 Prozent gegenüber dem Vormonat. Werden lediglich Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Acht gelassen, lag der Importpreisindex 26,6 Prozent über dem Vorjahresniveau und 4,1 Prozent über dem Wert vom Februar 2022.

Preisentwicklung bei Vorleistungsgütern, Investitionsgütern und Verbrauchsgütern

Importierte Vorleistungsgüter waren im März 2022 um 26,3 Prozent teurer als im Vorjahresmonat (+4,1 Prozent gegenüber Februar 2022). Besonders betroffen waren Düngemittel und Stickstoffverbindungen, deren Importpreise sich um 182,9 Prozent erhöhten. Auch Rohaluminium (+76,7 Prozent), Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+60,0 Prozent) sowie Kunststoffe in Primärformen (+29,3 Prozent) waren deutlich teurer als im März 2021.

Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im März 2022 um 6,7 Prozent über denen von März 2021 (+0,8 Prozent gegenüber Februar 2022). Hier stiegen insbesondere die Preise für Maschinen (+7,0 Prozent) sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile (+5,1 Prozent).

Importierte Verbrauchsgüter verteuerten sich binnen Jahresfrist um 10,5 Prozent (+2,1 Prozent gegenüber Februar 2022). Bei den Nahrungsmitteln gab es einen Anstieg von 18,2 Prozent im Vorjahresvergleich. Die Preise für pflanzliche und tierische Öle und Fette stiegen um 38,5 Prozent, für Fleisch und Fleischerzeugnisse um 18,4 Prozent. Importierte Gebrauchsgüter waren im Durchschnitt 6,6 Prozent teurer als vor einem Jahr (+1,0 Prozent gegenüber Februar 2022).

Anstieg der Preise für landwirtschaftliche Güter

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen 23,7 Prozent über dem Niveau von März 2021 (+4,3 Prozent gegenüber Februar 2022). Rohkaffee (+69,6 Prozent) und Getreide (+53,6 Prozent) waren weiterhin deutlich teurer als im Vorjahresmonat. Die Preise für importierte lebende Schweine stiegen nach hohen monatlichen Zuwächsen (+69,8 Prozent gegenüber Februar 2022) auch im Jahresvergleich wieder um 16,3 Prozent, nachdem sie im Februar noch unter dem Vorjahresniveau gelegen hatten.

Entwicklung der Exportpreise

Der Index der Exportpreise lag im März 2022 um 15,9 Prozent über dem Stand von März 2021. Eine größere Vorjahresveränderung wurde zuletzt im November 1974 mit +16,8 Prozent gegenüber November 1973 verzeichnet. Im Februar 2022 lag die Jahresveränderungsrate bei +12,4 Prozent und im Januar 2022 bei +11,9 Prozent.

Den größten Einfluss auf die Entwicklung der Ausfuhrpreise im Vorjahresvergleich hatten im März 2022 die Vorleistungsgüter, die etwa ein Drittel der Gesamtausfuhren ausmachen, mit einem Plus von 19,9 Prozent (+3,0 Prozent gegenüber Februar 2022). Hier stiegen insbesondere die Preise für Metalle (+37,8 Prozent) und chemische Grundstoffe (+31,6 Prozent).

Die stark gestiegenen Preise für ausgeführte Energieträger (+199,2 Prozent) wirkten sich aufgrund ihres geringen Anteils an der Gesamtausfuhr schwächer auf den Gesamtindex aus. Gegenüber dem Vormonat Februar 2022 stiegen die Exportpreise im Durchschnitt um 4,0 Prozent.

29.04.2022

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