Energiepreise: Treibende Kraft mit deutlichem Rückgang im Monatsvergleich
Die Hauptursache für den Anstieg der Importpreise im Jahresvergleich waren weiterhin die Kosten für importierte Energie. Diese waren im November 2022 um 37,9 % teurer als im November 2021. Allerdings verbilligten sich die Energieeinfuhren gegenüber Oktober 2022 deutlich um 16,1 %.
Besonders hervorzuheben ist der Preisanstieg bei importiertem Erdgas, das im November 2022 um 42,7 % teurer war als im Vorjahr, jedoch gegenüber Oktober 2022 um 23,9 % fiel. Die Preise für importierte Steinkohle lagen 51,8 % über dem Vorjahresniveau, sanken aber monatlich um 19,5 %. Mineralölerzeugnisse verteuerten sich um 41,0 % im Jahresvergleich und verbilligten sich um 11,2 % gegenüber dem Vormonat. Auch die Preise für importiertes Erdöl waren 28,8 % höher als vor einem Jahr, sanken aber im Monatsvergleich um 2,4 %.
Eine Ausnahme bildete elektrischer Strom, dessen Importpreise im Jahresvergleich um 2,8 % sanken, aber gegenüber Oktober 2022 um 11,9 % stiegen.
Importpreise ohne Energie und für Vorleistungsgüter
Ohne Berücksichtigung der Energiepreise stiegen die Importpreise im November 2022 um 9,7 % gegenüber dem Vorjahr und sanken um 0,7 % gegenüber dem Vormonat. Werden lediglich Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Acht gelassen, lag der Importpreisindex 13,1 % über dem Vorjahreswert und fiel um 4,3 % gegenüber Oktober 2022.
Importierte Vorleistungsgüter trugen mit einem Anstieg von 10,3 % im Jahresvergleich ebenfalls maßgeblich zur Gesamtentwicklung bei. Gegenüber dem Vormonat sanken deren Preise um 1,1 %.
Besonders hohe Preissteigerungen bei Vorleistungsgütern zeigten sich bei Düngemitteln und Stickstoffverbindungen (+41,8 % gegenüber November 2021, aber -14,3 % gegenüber Oktober 2022), Papier und Pappe (+38,5 %), Holz- und Zellstoff (+31,0 %) sowie Aluminium und Halbzeug daraus (+17,3 %).
Entwicklung bei Verbrauchsgütern, landwirtschaftlichen Gütern, Gebrauchsgütern und Investitionsgütern
Importierte Verbrauchsgüter waren im Jahresvergleich 12,2 % teurer, hauptsächlich bedingt durch einen Preisanstieg bei Nahrungsmitteln (+22,7 %). Hierzu zählten insbesondere Milch und Milcherzeugnisse (+29,5 %), Fleisch und Fleischerzeugnisse (+25,8 %) sowie pflanzliche und tierische Öle und Fette (+19,4 %). Im Monatsvergleich verbilligten sich Verbrauchsgüter um 0,6 %.
Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen 10,1 % über denen von November 2021, sanken aber um 2,4 % gegenüber Oktober 2022. Deutliche Preissteigerungen im Jahresvergleich gab es bei lebenden Schweinen (+91,9 %), Eiern (+57,5 %) und Getreide (+18,6 %). Rohkaffee wurde hingegen zu 4,5 % niedrigeren Preisen importiert. Im Monatsvergleich sanken die Preise für Rohkaffee (-5,4 %), Getreide (-3,2 %) und lebende Schweine (-1,1 %), während Eier um 3,0 % teurer wurden.
Importierte Gebrauchsgüter kosteten durchschnittlich 9,2 % mehr als im November 2021 und sanken um 0,7 % gegenüber Oktober 2022. Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im November 2022 um 7,3 % über dem Vorjahresniveau und fielen um 0,1 % gegenüber dem Vormonat. Hier waren insbesondere Maschinen (+8,1 %) sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile (+7,4 %) teurer als vor einem Jahr.
Exportpreise: Anstieg verlangsamt sich ebenfalls
Der Index der Exportpreise lag im November 2022 um 11,6 % über dem Stand von November 2021. Die Jahresveränderungsrate hatte im Oktober 2022 bei 13,1 % und im September 2022 bei 16,8 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat Oktober 2022 fielen die Exportpreise im Durchschnitt um 0,5 %.
Den größten Einfluss auf die Entwicklung der Ausfuhrpreise im Jahresvergleich hatten im November 2022 die Preissteigerungen bei den Vorleistungsgütern mit einem Plus von 13,4 % gegenüber November 2021. Im Monatsvergleich sanken sie um 0,7 %. Vorleistungsgüter machen etwa ein Drittel der Gesamtausfuhren aus. Hier waren insbesondere Düngemittel und Stickstoffverbindungen (+43,8 %) sowie Papier und Pappe (+28,5 %) erheblich teurer als im Vorjahresmonat.
Investitionsgüter wurden zu 7,5 % höheren Preisen als vor einem Jahr exportiert und stiegen um 0,1 % gegenüber Oktober 2022. Die höchsten Preissteigerungen bei Investitionsgütern zeigten sich bei Maschinen (+9,1 %) sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile (+6,9 %).
Die Preise für Energieexporte waren im November 2022 um 38,6 % höher als ein Jahr zuvor, fielen aber gegenüber dem Vormonat um 4,3 %. Die größten Einflüsse auf die Jahresrate für exportierte Energie hatten die Veränderungsraten von Erdgas mit +65,1 % und Mineralölerzeugnissen mit +38,0 %. Gegenüber Oktober 2022 sanken die Preise für Mineralölerzeugnisse um 10,9 % und für Erdgas um 2,8 %.
