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Importpreise im Oktober 2022: Deutlicher Anstieg gegenüber Vorjahr

Die Importpreise in Deutschland stiegen im Oktober 2022 um 23,5 % gegenüber dem Vorjahr, was eine Verlangsamung im Vergleich zu den Vormonaten darstellt. Energieimporte waren weiterhin der Haupttreiber, obwohl die Preise gegenüber September 2022 sanken.

Energiepreise bleiben maßgeblicher Faktor für den Anstieg

Der Hauptgrund für den Anstieg der Importpreise im Jahresvergleich waren die hohen Preissteigerungen bei Energieimporten. Im Oktober 2022 waren Energieeinfuhren 84,7 % teurer als im Oktober 2021, verbilligten sich jedoch gegenüber September 2022 um 5,2 %.

Besonders hervorzuheben ist der Preisanstieg bei importiertem Erdgas, dessen Preise im Oktober 2022 um 151,4 % über denen des Vorjahresmonats lagen. Im Vergleich zum September 2022 fielen diese Preise um 7,4 %. Mineralölerzeugnisse verteuerten sich um 56,0 % gegenüber dem Vorjahr und stiegen im Vergleich zum Vormonat um 7,1 %. Die Preise für importierte Steinkohle lagen 55,0 % über dem Vorjahresniveau, sanken aber um 8,2 % gegenüber September 2022. Erdöl war 32,6 % teurer als vor einem Jahr und verzeichnete einen Rückgang von 1,4 % gegenüber dem Vormonat. Elektrischer Strom kostete an den Börsen im Oktober 2022 11,2 % mehr als ein Jahr zuvor, die Preise lagen jedoch 56,2 % unter denen von September 2022.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im Oktober 2022 um 11,6 % höher als im Oktober 2021 und blieben gegenüber September 2022 unverändert. Werden lediglich Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Acht gelassen, lag der Importpreisindex um 21,8 % über dem Vorjahresniveau und sank um 1,6 % gegenüber September 2022.

Entwicklung bei Vorleistungsgütern und landwirtschaftlichen Produkten

Importierte Vorleistungsgüter trugen mit einem Plus von 13,0 % gegenüber Oktober 2021 ebenfalls wesentlich zur Veränderungsrate des Gesamtindex bei. Gegenüber dem Vormonat sanken die Preise hierfür um 0,6 %.

Besonders teuer waren weiterhin Düngemittel und Stickstoffverbindungen mit einem Anstieg von 83,2 % gegenüber Oktober 2021, wobei diese Preise gegenüber dem Vormonat um 7,8 % fielen. Auch Papier und Pappe (+41,2 %), Holz- und Zellstoff (+34,0 %) sowie Aluminium und Halbzeug daraus (+23,5 %) waren teurer als im Vorjahr.

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen 15,5 % über denen von Oktober 2021 und sanken um 0,5 % gegenüber September 2022. Insbesondere lebende Schweine (+92,0 %), Eier (+53,8 %), Getreide (+25,3 %) und Rohkaffee (+12,3 %) waren weiterhin teurer als im Vorjahresmonat. Im Vormonatsvergleich verteuerten sich Eier um 14,8 %, während sich importierte Kaffeebohnen um 13,7 % verbilligten und die Preise für importierte Schweine um 3,4 % sanken.

Verbrauchsgüter, Gebrauchsgüter und Investitionsgüter

Importierte Verbrauchsgüter wurden innerhalb eines Jahres um 14,2 % teurer, hauptsächlich bedingt durch den Preisanstieg bei Nahrungsmitteln (+25,3 % gegenüber Oktober 2021). Hierzu zählten insbesondere Milch und Milcherzeugnisse (+34,4 %), pflanzliche und tierische Öle und Fette (+28,6 %) sowie Fleisch und Fleischerzeugnisse (+27,2 %). Im Vormonatsvergleich verteuerten sich Verbrauchsgüter um 0,8 %.

Importierte Gebrauchsgüter kosteten durchschnittlich 10,7 % mehr als im Oktober 2021 (+0,4 % gegenüber September 2022). Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im Oktober 2022 um 7,9 % über denen von Oktober 2021 (+0,5 % gegenüber September 2022). Hier waren insbesondere Maschinen (+8,8 %) sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile (+7,8 %) teurer.

Exportpreise ebenfalls gestiegen

Der Index der Exportpreise lag im Oktober 2022 um 13,1 % über dem Stand von Oktober 2021. Im September 2022 betrug die Jahresveränderungsrate +16,8 % und im August 2022 +18,6 %. Gegenüber dem Vormonat September 2022 fielen die Exportpreise im Durchschnitt um 1,9 %.

Den größten Einfluss auf die Entwicklung der Ausfuhrpreise im Jahresvergleich hatten im Oktober 2022 die Preissteigerungen bei den Vorleistungsgütern mit einem Plus von 15,5 % gegenüber Oktober 2021 (-0,1 % gegenüber September 2022). Vorleistungsgüter machen etwa ein Drittel der Gesamtausfuhren aus. Hier waren insbesondere Düngemittel und Stickstoffverbindungen (+89,5 %) sowie Papier und Pappe (+34,8 %) erheblich teurer als im Vorjahresmonat.

Die Preise für Energieexporte waren im Oktober 2022 um 47,6 % höher als ein Jahr zuvor, fielen aber gegenüber dem Vormonat deutlich um 27,3 %. Hier hatten die Veränderungsraten von Erdgas (+57,0 %) und Mineralölerzeugnissen (+54,5 %) den größten Einfluss auf die Vorjahresrate. Während sich Erdgas im Vormonatsvergleich deutlich verbilligte (-35,7 %), wurden Mineralölerzeugnisse gegenüber September 2022 um 7,6 % teurer.

Investitionsgüter wurden zu 7,7 % höheren Preisen als vor einem Jahr exportiert (+0,4 % gegenüber September 2022). Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate für Investitionsgüter gegenüber Oktober 2021 hatten die Preissteigerungen für Maschinen mit einem Plus von 9,1 %, gefolgt von denen für Kraftwagen und Kraftwagenteile (+7,3 %).

03.12.2022

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