Energiepreise bleiben maßgeblicher Faktor für den Anstieg
Der Hauptgrund für den Anstieg der Importpreise im Jahresvergleich waren die hohen Preissteigerungen bei Energieimporten. Im Oktober 2022 waren Energieeinfuhren 84,7 % teurer als im Oktober 2021, verbilligten sich jedoch gegenüber September 2022 um 5,2 %.
Besonders hervorzuheben ist der Preisanstieg bei importiertem Erdgas, dessen Preise im Oktober 2022 um 151,4 % über denen des Vorjahresmonats lagen. Im Vergleich zum September 2022 fielen diese Preise um 7,4 %. Mineralölerzeugnisse verteuerten sich um 56,0 % gegenüber dem Vorjahr und stiegen im Vergleich zum Vormonat um 7,1 %. Die Preise für importierte Steinkohle lagen 55,0 % über dem Vorjahresniveau, sanken aber um 8,2 % gegenüber September 2022. Erdöl war 32,6 % teurer als vor einem Jahr und verzeichnete einen Rückgang von 1,4 % gegenüber dem Vormonat. Elektrischer Strom kostete an den Börsen im Oktober 2022 11,2 % mehr als ein Jahr zuvor, die Preise lagen jedoch 56,2 % unter denen von September 2022.
Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im Oktober 2022 um 11,6 % höher als im Oktober 2021 und blieben gegenüber September 2022 unverändert. Werden lediglich Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Acht gelassen, lag der Importpreisindex um 21,8 % über dem Vorjahresniveau und sank um 1,6 % gegenüber September 2022.
Entwicklung bei Vorleistungsgütern und landwirtschaftlichen Produkten
Importierte Vorleistungsgüter trugen mit einem Plus von 13,0 % gegenüber Oktober 2021 ebenfalls wesentlich zur Veränderungsrate des Gesamtindex bei. Gegenüber dem Vormonat sanken die Preise hierfür um 0,6 %.
Besonders teuer waren weiterhin Düngemittel und Stickstoffverbindungen mit einem Anstieg von 83,2 % gegenüber Oktober 2021, wobei diese Preise gegenüber dem Vormonat um 7,8 % fielen. Auch Papier und Pappe (+41,2 %), Holz- und Zellstoff (+34,0 %) sowie Aluminium und Halbzeug daraus (+23,5 %) waren teurer als im Vorjahr.
Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen 15,5 % über denen von Oktober 2021 und sanken um 0,5 % gegenüber September 2022. Insbesondere lebende Schweine (+92,0 %), Eier (+53,8 %), Getreide (+25,3 %) und Rohkaffee (+12,3 %) waren weiterhin teurer als im Vorjahresmonat. Im Vormonatsvergleich verteuerten sich Eier um 14,8 %, während sich importierte Kaffeebohnen um 13,7 % verbilligten und die Preise für importierte Schweine um 3,4 % sanken.
Verbrauchsgüter, Gebrauchsgüter und Investitionsgüter
Importierte Verbrauchsgüter wurden innerhalb eines Jahres um 14,2 % teurer, hauptsächlich bedingt durch den Preisanstieg bei Nahrungsmitteln (+25,3 % gegenüber Oktober 2021). Hierzu zählten insbesondere Milch und Milcherzeugnisse (+34,4 %), pflanzliche und tierische Öle und Fette (+28,6 %) sowie Fleisch und Fleischerzeugnisse (+27,2 %). Im Vormonatsvergleich verteuerten sich Verbrauchsgüter um 0,8 %.
Importierte Gebrauchsgüter kosteten durchschnittlich 10,7 % mehr als im Oktober 2021 (+0,4 % gegenüber September 2022). Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im Oktober 2022 um 7,9 % über denen von Oktober 2021 (+0,5 % gegenüber September 2022). Hier waren insbesondere Maschinen (+8,8 %) sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile (+7,8 %) teurer.
Exportpreise ebenfalls gestiegen
Der Index der Exportpreise lag im Oktober 2022 um 13,1 % über dem Stand von Oktober 2021. Im September 2022 betrug die Jahresveränderungsrate +16,8 % und im August 2022 +18,6 %. Gegenüber dem Vormonat September 2022 fielen die Exportpreise im Durchschnitt um 1,9 %.
Den größten Einfluss auf die Entwicklung der Ausfuhrpreise im Jahresvergleich hatten im Oktober 2022 die Preissteigerungen bei den Vorleistungsgütern mit einem Plus von 15,5 % gegenüber Oktober 2021 (-0,1 % gegenüber September 2022). Vorleistungsgüter machen etwa ein Drittel der Gesamtausfuhren aus. Hier waren insbesondere Düngemittel und Stickstoffverbindungen (+89,5 %) sowie Papier und Pappe (+34,8 %) erheblich teurer als im Vorjahresmonat.
Die Preise für Energieexporte waren im Oktober 2022 um 47,6 % höher als ein Jahr zuvor, fielen aber gegenüber dem Vormonat deutlich um 27,3 %. Hier hatten die Veränderungsraten von Erdgas (+57,0 %) und Mineralölerzeugnissen (+54,5 %) den größten Einfluss auf die Vorjahresrate. Während sich Erdgas im Vormonatsvergleich deutlich verbilligte (-35,7 %), wurden Mineralölerzeugnisse gegenüber September 2022 um 7,6 % teurer.
Investitionsgüter wurden zu 7,7 % höheren Preisen als vor einem Jahr exportiert (+0,4 % gegenüber September 2022). Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate für Investitionsgüter gegenüber Oktober 2021 hatten die Preissteigerungen für Maschinen mit einem Plus von 9,1 %, gefolgt von denen für Kraftwagen und Kraftwagenteile (+7,3 %).
