Hintergründe der Inflationsentwicklung
Die Verbraucherpreise blieben im August 2021 gegenüber dem Vormonat Juli unverändert. Der Anstieg der Inflationsrate seit Juli 2021 ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, darunter Basiseffekte aufgrund niedriger Preise im Jahr 2020.
Insbesondere die temporäre Senkung der Mehrwertsteuersätze und der Preisverfall der Mineralölprodukte in 2020 wirken sich im Vorjahresvergleich noch bis zum Jahresende 2021 erhöhend auf die Gesamtteuerung aus. Hinzu kommen die Einführung der CO2-Bepreisung seit Januar 2021 sowie krisenbedingte Effekte, wie die deutlichen Preisanstiege auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen, die sich bisher jedoch nur teilweise und abgeschwächt im Verbraucherpreisindex niederschlagen.
Dies erklärte Christoph-Martin Mai, Leiter des Referats „Verbraucherpreise“ im Statistischen Bundesamt.
Energiepreise und Waren verteuern sich deutlich
Die Preise für Waren insgesamt stiegen von August 2020 bis August 2021 überdurchschnittlich um 5,6 %. Besonders die Preise für Energieprodukte lagen mit +12,6 % deutlich über der Gesamtteuerung. Der Preisauftrieb in diesem Bereich hat sich verstärkt, verglichen mit +11,6 % im Juli 2021. Ursächlich hierfür waren das niedrige Preisniveau des Vorjahres sowie die CO2-Abgabe zu Jahresbeginn.
Heizöl verteuerte sich um +57,3 % und Kraftstoffe um +26,7 %. Auch Erdgas (+4,9 %) und Strom (+1,7 %) wurden teurer. Die Preise für Nahrungsmittel stiegen im August 2021 gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,6 %, nach +4,3 % im Juli 2021. Besonders Gemüse (+9,0 %) sowie Molkereiprodukte und Eier (+5,0 %) waren teurer. Neben Verbrauchsgütern verteuerten sich auch Gebrauchsgüter wie Fahrzeuge (+5,5 %) sowie Möbel und Leuchten (+4,0 %). Lediglich wenige Waren, wie Fernsehgeräte, wurden günstiger (-0,7 %).
Inflationsrate ohne Energie und Nahrungsmittel
Die Preiserhöhungen bei Energieprodukten und Nahrungsmitteln hatten einen signifikanten Einfluss auf die Inflationsrate. Ohne Berücksichtigung der Energieprodukte hätte die Inflationsrate im August 2021 bei +3,0 % gelegen. Werden beide Güterbereiche nicht berücksichtigt, lag sie bei +2,8 %.
Entwicklung der Dienstleistungspreise
Die Preise für Dienstleistungen insgesamt lagen im August 2021 um 2,5 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die Nettokaltmieten, die einen großen Anteil an den Konsumausgaben privater Haushalte haben, verteuerten sich mit +1,4 % unterdurchschnittlich. Deutlichere Erhöhungen gab es bei der Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+5,1 %), Leistungen sozialer Einrichtungen (+5,0 %) sowie Gaststättendienstleistungen (+3,5 %).
Preise gegenüber dem Vormonat stabil
Im Vergleich zum Juli 2021 blieb der Verbraucherpreisindex im August 2021 stabil. Auch die Preise für Nahrungsmittel insgesamt zeigten keine Veränderung, obwohl es bei einzelnen Produkten gegenläufige Entwicklungen gab (z.B. Gemüse: -1,0 %, Speisefette und Speiseöle: +0,8 %). Die Preise für Energieprodukte insgesamt erhöhten sich nur geringfügig um 0,4 %, wobei Preisanstiege bei Kraftstoffen (+0,9 %) durch Preisrückgänge bei Heizöl (-1,7 %) teilweise ausgeglichen wurden.
