Details des Flächenrückgangs und Ökosysteme in Deutschland
Der Großteil des Rückgangs entfiel auf Wiesen und Weiden mit einer Abnahme von 45.000 Hektar. Das Ackerland verzeichnete einen Rückgang von 14.000 Hektar. Im Gegensatz dazu vergrößerte sich die Fläche der extensiv genutzten Grünflächen, wie Heideland oder Bergwiesen, sowie die der Feuchtgebiete im gleichen Zeitraum um lediglich 1.800 Hektar.
Diese aus ökologischer Sicht wertvollen Flächen machten im Jahr 2021 insgesamt etwa 451.000 Hektar aus, was einem Anteil von nur 1 % der Landfläche Deutschlands entspricht. Der zugehörige Ökosystematlas bietet räumlich hochaufgelöste Daten zu Fläche und Zustand von 72 verschiedenen Ökosystemen in Deutschland.
Bedeutung der Ökosystemleistungen und internationale Berichterstattung
Die Flächenbilanz dient als Datengrundlage für eine harmonisierte Berichterstattung zu Ökosystemleistungen in Deutschland. Ökosystemleistungen umfassen alle Vorteile, die Ökosysteme der Gesellschaft bieten, wie beispielsweise Erosions- oder Überflutungsschutz.
Ab dem Berichtsjahr 2024 werden die Daten zu Fläche und Zustand (dreijährlich) sowie Leistungen (jährlich) der Ökosysteme von allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union konsistent und damit europaweit vergleichbar veröffentlicht.
Ökosystemrechnungen für den Artenschutz
Die Daten der Ökosystemrechnungen des Statistischen Bundesamtes sind auch relevant für das Abkommen zum Schutz der Artenvielfalt. Die Konferenz zur biologischen Vielfalt (CBD COP 16) findet vom 21. Oktober bis zum 1. November 2024 in Cali, Kolumbien, statt. Ziel dieser Konferenz ist es, die im Jahr 2023 verabschiedeten Ziele zum Schutz der Artenvielfalt zu konkretisieren.
Diese Ziele sollen künftig anhand von Indikatoren gemessen werden, die für alle 196 Vertragsparteien gelten. Die beiden Hauptindikatoren, der Anteil natürlicher Ökosysteme an der Gesamtfläche eines Landes und die Ökosystemleistungen, werden dabei mit Daten der Ökosystemrechnungen berechnet.
