Internationale Gartenschau Hamburg 2013 (igs 2013): Ein Impulsgeber für nachhaltige Stadtentwicklung
Die igs 2013 in Hamburg-Wilhelmsburg entwickelt sich zu einem bedeutenden Projekt für nachhaltige Stadtentwicklung und kulturelle Vielfalt. Das 100 Hektar große Gelände im Süden Hamburgs wird zu einer grünen Oase mit Spiel-, Sport- und Aufenthaltsmöglichkeiten für alle Generationen, Kulturen und Religionen. Senatorin Jutta Blankau betont die Bedeutung der igs 2013 und der Internationalen Bauausstellung (IBA) für die städtebauliche Entwicklung Wilhelmsburgs, insbesondere durch den neuen Inselpark.
Vielfältige Themengärten und Kulturlandschaften
Die Gartenschau bietet über 80 Themengärten, gestaltet von nationalen und internationalen Landschaftsarchitekten. Fünf Kulturlandschaften der Metropolregion Hamburg – das Alte Land, die Lüneburger Heide, die Vier- und Marschlande, die Knicklandschaften Schleswig-Holsteins und das Pinneberger Baumschulland – sind integriert und symbolisieren die enge Verbindung Hamburgs mit seiner Umgebung. Heiner Baumgarten, Geschäftsführer der igs, hebt hervor, dass die Gartenschau langfristig als Netzwerk für die Metropolregion dienen soll.
Touristische und wirtschaftliche Bedeutung
Dietrich von Albedyll von der Hamburg Tourismus GmbH bezeichnet die igs 2013 als das wichtigste touristische Ereignis des Jahres. Die Schau erwartet 2,5 Millionen Besucher, von denen viele in der Region übernachten werden, was einen erheblichen wirtschaftlichen Impuls für die Hotellerie und Gastronomie bedeutet. Die Ausgaben der Gäste könnten über 85 Millionen Euro für die lokale Wirtschaft generieren.
Innovationen und Infrastruktur
Ein Highlight ist die Monorailbahn, die Besucher in sechs Metern Höhe durch das Gelände transportiert. Mit einer Geschwindigkeit von 18 km/h und einer Kapazität von 2000 Personen pro Stunde bietet sie spannende Perspektiven auf die Gärten. Die Bahn wurde energieeffizient gestaltet und soll während der 171 Ausstellungstage rund 145.000 Kilometer zurücklegen.
Bürgerbeteiligung und soziale Integration
Die igs 2013 legt großen Wert auf Bürgerbeteiligung. Projekte wie der Gemeinschaftsgarten "Sit Down" am Kuckucksteich, der in Zusammenarbeit mit Wilhelmsburger Schulen und Anwohnern entstand, fördern den interkulturellen Dialog. Ein neuer Kiosk, der von den Bewohnern mitgestaltet wurde, dient als Treffpunkt und gastronomisches Angebot.
ParkSport und Bildungskonzepte
Das innovative ParkSport-Konzept integriert Sportvereine in die Gestaltung des Parks und fördert Bewegungsangebote für alle Altersgruppen. Die Blumenhalle wird nach der Gartenschau zur "InselAkademie" umfunktioniert, einem Zentrum für Basketball und sportpädagogische Projekte. Diese Initiativen sind Teil der langfristigen Nutzungskonzepte, die sicherstellen, dass der Park auch nach der Ausstellung als öffentlicher Raum für Sport, Kultur und Erholung dient.
Religiöse Vielfalt und interkultureller Austausch
In der "Welt der Religionen" präsentieren sich fünf Glaubensgemeinschaften – Christen, Muslime, Hindus, Buddhisten und Juden – in jeweils eigenen Gärten, die einen gemeinsamen Brunnen als Symbol für Respekt und Toleranz teilen. Dieses Projekt entstand in enger Zusammenarbeit der religiösen Gemeinschaften und soll als spiritueller Lernort dienen.
Langfristige Stadtentwicklung und Nachhaltigkeit
Jochen Sandner von der Bundesgartenschaugesellschaft betont, dass Gartenschauen integrierte Stadtentwicklungsprozesse anstoßen, die über die reine Begrünung hinausgehen. Die igs 2013 dient als Modell für nachhaltige Stadtentwicklung durch die Kombination von Infrastrukturprojekten, Wohnraum, Sport- und Kulturbauten. Die Einbindung privater Investoren, wie beim Wälderhaus und der Kletterhalle, zeigt das Potenzial für öffentlich-private Partnerschaften.
Abschluss und Ausblick
Die Gartenschau wird nicht nur als Blütenfest wahrgenommen, sondern als umfassendes kulturelles und soziales Ereignis. Mit über 2.500 Bildungsangeboten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene fördert sie das Bewusstsein für ökologische und soziale Themen. Die Eintrittspreise sind moderat gestaltet, um einem breiten Publikum den Zugang zu ermöglichen. Die Ernennung von Werner Momsen zum "Botschafter der Gartenschau" unterstreicht den lokalen Bezug und die Integration in die Hamburger Kulturszene.
Die igs 2013 zeigt, wie Gartenschauen als Katalysator für nachhaltige Stadtentwicklung, soziale Integration und wirtschaftliches Wachstum wirken können. Das Projekt ist ein Paradebeispiel für die erfolgreiche Verbindung von urbanem Leben und grüner Infrastruktur.

