Deutsche Umweltstiftung stärkt Waldpädagogik und Naturerfahrung für Kinder
Im von den Vereinten Nationen ausgerufenen Internationalen Jahr der Wälder 2011 rückt die Deutsche Umweltstiftung das Thema Wald verstärkt in den Mittelpunkt der Bildungsarbeit. Ziel ist es, die Bedeutung des Waldes stärker im pädagogischen Kontext zu verankern und insbesondere jungen Menschen einen unmittelbaren Zugang zur Natur zu ermöglichen.
Gerade in Deutschland erfüllt der Wald vielfältige Funktionen. Er ist ein zunehmend nachhaltig genutztes Wirtschaftsgut, zugleich Ökosystem und Schutzraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Darüber hinaus wirkt er als CO2-Regulator und stellt einen bedeutenden Erholungsraum für die Bevölkerung dar. Diese unterschiedlichen Dimensionen prägen auch die Diskussion um seine zukünftige Nutzung.
Die verschiedenen Ansprüche an den Wald bestehen nicht immer spannungsfrei nebeneinander. In Teilen der Gesellschaft fehlt weiterhin der Konsens darüber, ob Wälder primär als Natur- oder als Wirtschaftsgut zu betrachten sind. Insgesamt bewertet die Deutsche Umweltstiftung die Entwicklung jedoch positiv.
Besorgniserregend bleibt aus Sicht der Stiftung das Verhältnis der jungen Generation zur Natur. Zwar werde in den Schulen umfangreiches Wissen vermittelt, praktische Naturerfahrungen kämen jedoch häufig zu kurz. Zwischen Ganztagesschule, durchorganisierter Freizeit und Fahrdiensten im elterlichen Auto bleibe wenig Raum für eigenständige Erlebnisse im Wald.
„Nur ein Viertel der Viertklässler kann eine Buche von einer Linde unterscheiden - und nicht einmal ein Zehntel hat beide schon einmal bewusst angefasst.”
Vor diesem Hintergrund will die Deutsche Umweltstiftung das Internationale Jahr der Wälder nutzen, um konkrete Impulse für mehr Naturerfahrung zu setzen. Geplant sind praxisnahe Materialien für Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler, die das Thema Wald stärker in den Unterricht integrieren.
Ergänzend wird ein Themen-Fonds „Wald” eingerichtet, der entsprechende Projekte unterstützt. Mit dem Projekt „Ein Baum für jedes Kind” verbindet die Stiftung pädagogische Konzepte mit praktischen Baumpflanzaktionen. So sollen Kinder den Wald nicht nur theoretisch kennenlernen, sondern aktiv an seiner Gestaltung und Entwicklung mitwirken.
Für Akteure im Garten- & Landschaftsbau und im Gartenbau eröffnet die stärkere Verankerung von Waldthemen in der Bildungsarbeit zusätzliche Anknüpfungspunkte. Pflanzaktionen, Umweltbildungsangebote und Kooperationen mit Schulen können dazu beitragen, frühzeitig ein Bewusstsein für nachhaltige Grün- und Waldpflege zu schaffen und die gesellschaftliche Bedeutung von Gehölzen langfristig zu stärken.