Naturschutz

Holzenergie im Fokus: Gesundheit, Klima und zukünftige Rolle

Das Technologie- und Förderzentrum (TFZ) in Straubing nimmt Stellung zu häufig geäußerten Kritikpunkten bezüglich der Holzverbrennung. Es beleuchtet Gesundheits-, Klima- und Nachhaltigkeitsaspekte und zeigt auf, wo Irrtümer bestehen und wo Handlungsbedarf ist.

Klimawirkung und Kohlenstoffkreislauf der Holzenergie

Messungen am Prüfstand des TFZ zeigen, dass bei der Verbrennung von Holzbrennstoffen Abgase wie Methan oder Lachgas entstehen können. Dennoch liegen die klimawirksamen Emissionen von Holzenergie nach Berechnungen des Umweltbundesamtes deutlich unter denen von Heizöl, Erdgas oder auch von Wärmepumpen, die mit dem aktuellen deutschen Strommix betrieben werden. Dies schließt den Energieaufwand für Pelletierung oder Transport ein.

Ein entscheidender Faktor ist der Kohlenstoffkreislauf. Bei der Holzenergie befindet sich dieser in Balance: Bäume entziehen der Atmosphäre Kohlenstoff durch Photosynthese, der bei der Holzverbrennung wieder freigesetzt wird. Im Gegensatz dazu führen fossile Energieträger wie Erdgas Kohlenstoff aus Jahrmillionen alten Lagerstätten zusätzlich in die Atmosphäre ein und stören das Gleichgewicht.

Voraussetzung für dieses Gleichgewicht ist eine nachhaltige Waldbewirtschaftung.

Der Holz-Zuwachs muss über der Entnahme liegen. Das ist in Deutschland der Fall.
erklärt Dr. Hans Hartmann, Abteilungsleiter Biogene Festbrennstoffe am TFZ. Die naturnahe Waldbewirtschaftung sei durch nationale und internationale Gesetze abgesichert.

Feinstaubemissionen und Luftqualität bei Holzheizungen

Die Feinstaubemissionen von Holzheizungen sind vom Umfang her mit denen des Verkehrssektors vergleichbar.

Hier sehen wir als TFZ Handlungsbedarf, sprechen uns aber auch für Differenzierung aus,
so Hartmann. Eine Differenzierung sei nach Anlagentyp und Leistungsklasse erforderlich.

Moderne Holzzentralheizungen, wie die besten Pelletkessel, emittieren teilweise so geringe Staubmengen, dass sie kaum noch messbar sind. Technische Neuerungen, gesetzliche Regelungen und internationale Normungsarbeiten tragen zur Schadstoffminderung bei. Messungen des Umweltbundesamtes belegen, dass die Feinstaubemissionen, auch aus Holzfeuerungen, kontinuierlich abnehmen und die Luftqualität seit vielen Jahren verbessert wird.

Verbesserungspotenzial bei Kleinöfen und Nutzerverhalten

Verbesserungspotenzial sehen die Wissenschaftler bei Kleinöfen. Untersuchungen des TFZ zeigen, dass sich durch falsche Bedienung die Staubemissionen um ein Vielfaches erhöhen können. Das TFZ setzt hier auf Schulungen und Informationen, unter anderem ist ein freiwilliger „Ofenführerschein“ zur Vermittlung heiztechnischer Kenntnisse geplant.

Die kontinuierliche Verbesserung von Nutzerverhalten, Brennstoffqualität und Technik trägt zur Reduzierung der Feinstaubemissionen bei.

Wir müssen aber den Anteil emissionsarmer Kessel und Öfen in der Praxis weiter erhöhen,
betont Hartmann. Die Brisanz der Staubemissionen bei der Holzfeuerung sinke insgesamt seit Jahren.

Zukünftige Rolle der Holzenergie in der Energieversorgung

Das TFZ geht davon aus, dass Holzenergie auch zukünftig eine wichtige Rolle in der Energieversorgung spielen wird. Mit knapp 31 % an der gesamten erneuerbaren Energie in Deutschland ist Holz aktuell der bedeutendste regenerative Energieträger.

Holzenergie bietet den Vorteil, als Brennstoff lang speicherbar und sofort abrufbar zu sein, im Gegensatz zu volatilen Energiequellen wie Photovoltaik oder Wind. Sie ist gespeicherte Sonnenenergie. Für die Wärmeversorgung von Ein- oder Mehrfamilienhäusern, kommunalen Gebäuden oder kleinen Wärmenetzen sollte Holzenergie zukünftig vermehrt als Puffer- oder Reservelasttechnologie eingesetzt werden.

Hierbei können Synergien mit Wärmepumpen oder Solarthermieanlagen genutzt werden. Erste Hybrid-Anlagen sind bereits auf dem Markt und werden staatlich gefördert. Moderne Hybrid-Heizungen senken den absolut benötigten Holzbedarf pro Verbraucher, was die Holzpotenziale in Deutschland effizienter nutzbar machen könnte.

Die ausführliche Argumentation des TFZ ist als TFZ-Standpunkt mit wissenschaftlichen Quellenangaben veröffentlicht und auch als Kurzfassung verfügbar.

14.12.2022

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