Fahrzeuge, Winterdienst

Vorbereitung auf den Winterdienst: Fuhrpark und Anbaugeräte

Die Planung und Beschaffung für den Winterdienst beginnt oft schon in den Sommermonaten. Kommunen und Dienstleister müssen sicherstellen, dass die technische Ausrüstung rechtzeitig vor dem Wintereinbruch einsatzbereit ist.

Geräteträger im Winterdienst: Anforderungen und Einsatzbereiche

Für den Winterdienst sind Geräteträger erforderlich, die sowohl auf Gehwegen als auch auf Straßen eingesetzt werden können. Idealerweise sind diese Fahrzeuge so konzipiert, dass sie verschiedene Anbaugeräte für Funktionen wie Kehren, Nassreinigung oder Winterdienst aufnehmen können. Ein schneller Wechsel zwischen den Anbaugeräten ist dabei von Vorteil.

Für den Wintereinsatz benötigen die Fahrzeuge Allradantrieb und die Möglichkeit zur Montage von Schneeketten.

Varianten des Schneeräumens und passende Anbaugeräte

Beim Schneeräumen gibt es zwei Hauptansätze: die Weißräumung und die Schwarzräumung.

Bei der Weißräumung wird Neuschnee zur Seite geschoben und der verbleibende Schnee festgefahren. Anschließend wird Streugut auf diese feste Schneedecke aufgebracht.

Die Schwarzräumung ist zeitintensiver und zielt darauf ab, die Fahrbahn vollständig von Schnee und Eis zu befreien.

Anbaugeräte für die Schwarzräumung

Für eine schwarzgeräumte Straße eignen sich Frontkehrmaschinen mit Schneekehrwalzen. Ihre elastischen Räumelemente passen sich unebenen Fahrbahnen an, was zu einem guten Ergebnis führt und bis zu 40 Prozent Streugut einsparen kann. Ein frühzeitiger Einsatz ist hierbei wichtig, da verdichteter Schnee nicht gelöst werden kann und die Schneehöhe begrenzt ist.

Anbaugeräte für das Pflugräumen

Das Pflugräumen mit einer Pflugschar ermöglicht das Entfernen von Schnee auch bei großen Schneehöhen. Selbst fester Schnee lässt sich bei hoher Räumgeschwindigkeit lösen. Ein Nachteil ist, dass der zur Seite geschobene Schnee stark verdichtet wird und langsamer abtaut. Zudem kann der Untergrund je nach Härtegrad der Schürfleiste beschädigt werden.

Schneefräsen für große Schneehöhen

Bei Schneehöhen, die die Scharhöhe eines Schneepflugs übersteigen, sind Schneefräsen das geeignete Gerät. Rotierende Werkzeuge erfassen den Schnee, beschleunigen ihn und werfen ihn gezielt aus. Die Arbeitsgeschwindigkeit liegt zwischen 0,5 und 4 km/h, die Wurfweite kann bis zu 40 Meter betragen.

Varianten des Streuens und Auswahl der Streumaschine

Auch beim Streuen gibt es unterschiedliche Methoden. Auftauende Streustoffe mit flächenhaftender Wirkung schmelzen Eis zu Wasser. Eine zunächst feuchte Fahrbahn bleibt zurück, auf der im trockenen Zustand Restsalz erneutes Anfrieren verhindert.

Abstumpfende Streustoffe wie Split, Brechsand oder Granulat werden in die Schneedecke gedrückt und erhöhen den Reibungswiderstand, haben jedoch keine dauerhafte Wirkung.

Streumaschinen unterscheiden sich je nach gewünschtem Ergebnis und Streustoff in Behälterform, Antrieb, Streustoffförderung und weiteren Parametern.

Wesentliche Fragen zur Auswahl einer Streumaschine:

  • Welche minimale/maximale Streubreite ist erforderlich?
  • Welche Streustrecke/Fläche wird bewältigt?
  • Welche Ladekapazität hat das Fahrzeug?
  • Welcher Streustoff wird verwendet?
  • Soll Salz befeuchtet werden?

Es ist zu beachten, dass Touren der höchsten Dringlichkeitsstufe bis zu eineinhalb Stunden dauern können und in dieser Zeit bei maximaler Streudichte kein Nachladen erforderlich sein darf. Die Maschinen müssen korrosionsbeständig sein, was durch den Einsatz von Kunststoffkomponenten sowie Stahlkonstruktionen mit geeigneter Lackierung und Korrosionsschutz erreicht werden kann. Aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen ist eine gleichmäßige Streudichte bei variierender Geschwindigkeit wichtig, und die Dosierqualität sollte sich an Glätte und Witterung anpassen.

Überblick über Streumaschinen

Walzenstreuer

Anbau- und Anhängewalzenstreuer sind kompakt und werden oft zur Gehwegreinigung eingesetzt. Sie können problematische Streustoffe sicher ausbringen, schleudern kein Material weg und bieten eine Nachlademöglichkeit von der Ladefläche des Fahrzeugs. Ihre fixierte Streubreite gewährleistet eine längere Einsatzdauer.

Tellerstreuer

Anbau- und Anhängertellerstreuer bieten eine Streubreite von etwa 70 Zentimetern bis zu sechs Metern. Diese Flexibilität ermöglicht den Einsatz auf Gehwegen sowie auf großen Plätzen und Flächen. Bei großen Streubreiten reduziert sich jedoch die Streudauer.

Aufsatzstreumaschinen

Aufsatzstreumaschinen zeichnen sich durch ein großes Behältervolumen, hohen Bedienkomfort, hohe Dosiergenauigkeit und eine kompakte Bauweise aus. Diese maßgeschneiderten Geräte sind jedoch relativ teuer und erfordern längere Rüstzeiten.

Feuchtsalzstreuer

Feuchtsalzstreuer verfügen zusätzlich zum Trockenstoffbehälter über Sole-Tanks. Trockensalz und Sole werden auf dem Streuteller vermischt, sodass von Sole umschlossene Salzkörner ausgeworfen werden. Dieses Gemisch wird auch bei unterschiedlichen Streubreiten, Streudichten und Fahrgeschwindigkeiten gleichmäßig auf die Fahrbahn aufgebracht, um seine Wirkung zu entfalten.

12.10.2022

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