Kontrollierte Lage in Ellwangen: Keine größeren Befallsprobleme auf LGS-Gelände
Die Situation bezüglich des Eichenprozessionsspinners in Ellwangen wird als kontrolliert beschrieben, insbesondere im Vergleich zu anderen Regionen. Auf dem Gelände der bevorstehenden Landesgartenschau (LGS) wurden bisher keine größeren Befallsprobleme festgestellt. Ein leichter Befall in einzelnen Bereichen wurde umgehend beseitigt, um eine Ausbreitung zu verhindern. Der Baubetriebshof plant weitere präventive Maßnahmen bis zur Eröffnung der LGS im April.
Der Befall des Eichenprozessionsspinners in Ellwangen liegt in etwa auf dem Niveau der letzten Jahre. Einen sehr starken Befall, wie er derzeit beispielsweise im Raum Aalen zu beobachten ist, gibt es bei uns nicht. Wir kontrollieren sämtliche Bäume im Ellwanger Stadtgebiet regelmäßig und greifen bei Bedarf mit entsprechenden Maßnahmen ein, um die Situation bestmöglich im Griff zu behalten.
Dies erklärte Johannes Maier, Werkleiter des Ellwanger Baubetriebshofs. Baumkontrolleur Felix Rettenmeier ist für die Überprüfung der rund 10.000 kartierten Bäume im Stadtgebiet, einschließlich des LGS-Areal, zuständig. Auf dem LGS-Gelände stehen 57 Bestandseichen im Fokus, unter anderem an der alten Jagstbrücke, am Schrezheimer Sportplatz und am neuen Fußweg nach Rotenbach.
Eine ursprünglich für Mai geplante Behandlung dieser Bäume mit Nematoden, winzigen parasitären Fadenwürmern, die Larven abtöten, konnte wetterbedingt nicht durchgeführt werden. Der Zeitraum für eine erfolgreiche Anwendung von Nematoden ist begrenzt.
Kürzlich wurde bei einer Kontrolle ein Befall an sechs Bäumen auf dem LGS-Gelände festgestellt. Es handelte sich um kleine Nester des Eichenprozessionsspinners. Eine Fachfirma wurde beauftragt, die Nester umgehend mit speziellen Geräten abzusaugen. Für das kommende Jahr ist geplant, die sechs betroffenen Bäume mit Nematoden zu behandeln. Da die Landesgartenschau am 24. April 2026 eröffnet wird, besteht die Möglichkeit, diese Maßnahme rechtzeitig durchzuführen. Die Fadenwürmer werden idealerweise abends aufgebracht, da sie nachtaktiv sind und am Morgen absterben.
Stadtförster Michael Oblinger erläuterte, dass der Eichenprozessionsspinner vor einigen Jahren durch den Klimawandel nach Baden-Württemberg gelangte. Ursprünglich stammt dieser Schädling aus wärmeren, südlichen Regionen. Die Bekämpfung erfolgt üblicherweise mit Bioziden, was jedoch genehmigungstechnisch komplex sein kann. Im Wald wird eine großflächige Biozid-Behandlung zur Schonung der Ökosysteme und des Umweltschutzes vermieden.
Angesichts der kontrollierten Situation rät Johannes Maier zur Besonnenheit. Er empfiehlt, die Natur aufmerksam zu beobachten und Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Felix Rettenmeier ergänzt, dass es ratsam sei, keine Picknicks direkt unter Eichen zu veranstalten, um mögliche Begegnungen mit dem Schädling zu vermeiden.
Der Eichenprozessionsspinner ist eine Schmetterlingsraupenart, die hauptsächlich an Eichenbäumen vorkommt. Charakteristisch sind seine Gespinste und die feinen, giftigen Haare, die er während seiner Entwicklung abwirft. Diese Haare können bei Menschen allergische Reaktionen oder Hautreizungen auslösen.
