Organisation und Verwaltung

Unternehmensverkauf im GaLaBau: Strategien und Fallstricke

Der Verkauf eines Unternehmens erfordert reife Überlegungen und eine strategische Vorgehensweise. Michael Rohrmair von Beacon Invest beleuchtet die wichtigsten Aspekte, von der Wahl des richtigen Zeitpunkts bis zur Bedeutung von Ehrlichkeit und professioneller Unterstützung.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für einen Unternehmensverkauf?

Viele Unternehmer beschäftigen sich erst mit einem Verkauf, wenn der Betrieb Schwierigkeiten hat. Rohrmair zufolge ist der ideale Zeitpunkt für einen Verkauf jedoch dann, wenn das Unternehmen wächst und hohe Erträge erzielt. Um einen maximalen Verkaufserlös zu erzielen, sei es ratsam, auszusteigen, wenn der Betrieb finanziell und strategisch gut abgesichert ist. Eine frühzeitige Planung der Exit-Strategie ist entscheidend, um einen günstigen Zeitpunkt nicht zu verpassen.

Auch die Marktbedingungen spielen eine Rolle. Eine große Anzahl ähnlicher Betriebe zum Verkauf oder schlechte Zukunftsaussichten auf dem Markt können sich negativ auf den Preis auswirken.

Ehrlichkeit als Basis

In der Vorverkaufsphase ist Ehrlichkeit bezüglich des eigenen Betriebs entscheidend. Risiken wie juristische Klagen, ungeklärte Rechte am geistigen Eigentum oder Probleme in der Buchhaltung können Investoren abschrecken. Konflikte sollten gelöst werden, bevor ein Unternehmensverkauf angedacht wird.

Lösen Sie Konflikte, bevor Sie über einen Unternehmensverkauf nachdenken. Vertuschung bringt nichts. Spätestens in der Due-Diligence-Phase – eine sorgfältige Prüfung des Unternehmens im Hinblick auf seine wirtschaftlichen, rechtlichen und steuerlichen Verhältnisse – kommt die Wahrheit ans Licht. Verliert man einmal das Vertrauen der Investoren, ist es nahezu unmöglich, dieses zurückzugewinnen.

Der richtige Ansprechpartner

Inhaber, die einen Unternehmensverkauf in Erwägung ziehen, wenden sich oft zuerst an Steuerberater oder Rechtsanwälte. Diese Einzellösungen greifen laut Rohrmair jedoch zu kurz. Eine professionelle Unternehmenstransaktion involviert eine Vielzahl von Akteuren.

Anwälte können Verträge aufsetzen und Steuerberater kennen die steuerrechtlichen Konsequenzen – sie sind aber nur zwei Glieder einer Kette. Unternehmertum bedeutet mehr. Investoren interessieren sich nicht nur für die Zahlen, sondern auch für die grundsätzliche Situation: Wie sehen die Branchenentwicklung und die Konkurrenzsituation aus? Gibt es ein Alleinstellungsmerkmal? Wie loyal ist der Kundenstamm, wie qualifiziert sind die Mitarbeiter? Die professionelle Beantwortung solcher Fragen durch Unternehmensexperten, die dem Inhaber während des gesamten Prozesses zur Seite stehen, kann den Verkaufswert des Unternehmens entscheidend beeinflussen.

Verkaufskanäle: Online oder persönlich?

Der geeignete Verkaufskanal hängt von der Größe des Unternehmens ab. Für kleinere Firmen, wie lokale Handwerksbetriebe, können Online-Plattformen geeignet sein. Hier sind oft keine umfangreichen Analysen notwendig, da primär die Betriebsausstattung und der Kundenstamm übernommen werden.

Bei größeren Transaktionen ist der Prozess komplexer und der persönliche Kontakt zu den Investoren gewinnt an Bedeutung.

15.11.2018

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