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Wald- und Forstpolitik im Klimawandel: Positionen zur Waldbewirtschaftung

Der Deutsche Forstverein und sein Junges Netzwerk Forst diskutierten mit waldpolitischen Sprechern über die zukünftige Waldbewirtschaftung im Klimawandel. Die Meinungen reichten von umfassender Stilllegung bis zur Intensivierung der Bewirtschaftung, wobei Einigkeit über die Notwendigkeit von mehr Forstpersonal bestand.

Diskussionen zur Waldbewirtschaftung im Klimawandel

Der Deutsche Forstverein (DFV) und sein Junges Netzwerk Forst veranstalteten die „BundesWALDWahl 2021“. Bei der virtuellen Veranstaltung am 24. August diskutierten die waldpolitischen Sprecher der im Deutschen Bundestag vertretenen Fraktionen über zukünftige Wald- und Forstpolitik vor dem Hintergrund des Klimawandels.

Die Bandbreite der Vorschläge für die künftige Waldbewirtschaftung reichte von einer umfassenden Stilllegung bis zur Intensivierung der Bewirtschaftung, um mehr Holz für eine klimaneutrale Bioökonomie zu produzieren. Mit Ausnahme der Grünen und der Linken lehnten alle Politiker weitere Flächenstilllegungen ab.

Einigkeit bestand darüber, dass zusätzliche Waldstilllegungen in Deutschland zur Zerstörung von Naturwäldern in anderen Ländern führen würden, da Holz dann verstärkt importiert werden müsste. Die Fraktionssprecher betonten zudem übereinstimmend die Notwendigkeit, mehr qualifiziertes Forstpersonal einzustellen, um die anstehenden Herausforderungen zu bewältigen.

Faktenbasiertes Handeln gefordert

Die Wälder leiden unter dem Klimawandel, wobei nicht nur Fichten, sondern auch Eichen, Buchen und Tannen betroffen sind. Der DFV weist darauf hin, dass Förster über die notwendige Kompetenz verfügen, um Wälder gegen den Klimawandel zu stabilisieren und wieder aufzubauen. Sie seien nicht die Verursacher der aktuellen Situation.

Nach Ansicht des DFV ist es entscheidend, Fakten richtig zu deuten und alle Möglichkeiten sachkundig zu nutzen. Ein passives Abwarten sei angesichts der drängenden Probleme nicht zielführend. Holz speichert in langlebigen Produkten etwa eine Tonne CO2 pro Kubikmeter. Durch den sogenannten Substitutionseffekt können weitere Treibhausgas-Emissionen eingespart werden, indem Holz anstelle von Beton, Stahl und Kunststoffen verwendet wird.

„Auf die klimarelevante Wirkung von Holz und Holzprodukten zu verzichten, bedeutet, Verbraucher und Verbraucherinnen zum Konsum von klimaschädlicheren Produkten zu drängen. Holz muss als Rohstoff der kurzen Wege und der regionalen Wirtschaftskreisläufe stärker als bisher etabliert werden. Daher müssen wir die klimarelevanten Eigenschaften von Holz und Holzprodukten verstärkt nutzen und die Wälder in diesem Sinne pflegen, bewirtschaften und wo nötig wieder aufzubauen - und zwar durch Fachleute.“

Dies erklärte Carsten Wilke, Präsident des Deutschen Forstvereins, und verwies auf den aktuellen Bericht des Weltklimarates, der die Dringlichkeit zur Begrenzung der Erderwärmung unterstreicht.

An der BundesWALDWahl 2021 nahmen teil: Alois Gerig (CDU/CSU), Dirk Wiese (SPD), Peter Felser (AfD), Karlheinz Busen (FDP), Dr. Kirsten Tackmann (Die Linke) und Harald Ebner (Bündnis 90/Die Grünen). Fast 200 Interessierte verfolgten den Videokongress.

25.08.2021

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