Umweltschutz und Entsorgung

Deutschland erreicht Kyoto-Ziel: Treibhausgasemissionen auf Tiefststand seit 1990

Deutschland hat seine Treibhausgasemissionen im Jahr 2008 deutlich gesenkt und damit das Kyoto-Ziel bereits vorzeitig erreicht. Die Emissionen lagen 23,3 Prozent unter dem Basisjahr 1990, hauptsächlich durch den Rückgang der Kohlendioxid-Emissionen.

Erfolgreiche Klimaschutzpolitik und ihre Auswirkungen

Im Jahr 2008 sanken die gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland um fast 12 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr, was einem Rückgang von 1,2 Prozent entspricht. Mit Gesamtemissionen von 945 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten liegt Deutschland im Zielkorridor des Kyoto-Protokolls.

Das Protokoll verpflichtet Deutschland, seine jährlichen Treibhausgasemissionen im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2012 um 21 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 zu mindern. Laut Nahzeit-Prognosen des Umweltbundesamtes (UBA) hat Deutschland bereits 2008, im ersten Jahr dieses Zielkorridors, eine Minderung von 23,3 Prozent erreicht.

Selbst wenn man unterstellt, dass vermutlich 1 bis 2 Prozentpunkte dieses Rückgangs der Wirtschaftskrise geschuldet sind, so belegen die neuen Zahlen doch, dass unsere Klimaschutzpolitik greift. Deutschland ist Vorreiter beim Klimaschutz und hat die Kyoto-Ziele bereits drei Jahre vor der Ziellinie erreicht. Um die nun bis 2020 notwendigen Minderungen zu erreichen, müssen wir den bewährten Kurs mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Steigerung der Energieeffizienz fortsetzen und verstetigen.

Den größten Anteil am Rückgang hatten die Kohlendioxid-Emissionen, die um 9,4 Millionen Tonnen (minus 1,1 Prozent) sanken. CO2 machte 2008 etwa 88 Prozent der deutschen Treibhausgasbilanz aus.

Gründe für den Rückgang der CO2-Emissionen

Der Rückgang der CO2-Emissionen ist primär auf eine gesunkene Nachfrage nach Stein- und Braunkohle zurückzuführen. Gleichzeitig kamen vermehrt emissionsärmere Energieträger wie Erdgas und erneuerbare Energien zum Einsatz.

Wir sollten uns auf dem Erreichten nicht ausruhen: Gerade jetzt sollten wir uns fit für die Zukunft machen – und auf Techniken setzen, die die Klimagasemissionen weiter senken.

Es ist bemerkenswert, dass die CO2-Emissionen um 1,1 Prozent sanken, obwohl der Primärenergieverbrauch in Deutschland 2008 um etwa 1 Prozent stieg. Dies deutet auf einen starken Entkopplungstrend hin.

Während der Einsatz flüssiger Brennstoffe, insbesondere leichtes Heizöl, zunahm, gab es gegen Jahresende deutliche Absatzrückgänge bei Steinkohle und Braunkohle, die höhere Treibhausgasemissionen verursachen. Unternehmen und Privathaushalte nutzten Erdgas zur Stromerzeugung und Raumbeheizung. Im Kraftwerkssektor sowie in der Eisen- und Stahlindustrie spielte Kohle eine abnehmende Rolle: Der Einsatz von Steinkohle sank um rund 7 Prozent und der von Braunkohle um etwa 3,5 Prozent gegenüber 2007.

Die CO2-Emissionen folgten diesem Trend: Mineralöle verzeichneten einen Zuwachs von 12,7 Millionen Tonnen, während Erdgas (minus 1,8 Millionen Tonnen), Steinkohlen (minus 11,9 Millionen Tonnen) und Braunkohlen (minus 6,5 Millionen Tonnen CO2) Rückgänge zeigten. Der weitere Ausbau erneuerbarer Energieträger trug ebenfalls zur Entlastung bei, indem sie zunehmend klimaschädliche fossile Energieträger ersetzten. Erneuerbare Energien decken nun 7,4 Prozent des gesamten Primärenergieverbrauchs ab, ein Plus von 7,3 Prozent gegenüber 2007.

Entwicklung anderer Treibhausgase

Die Gesamtemissionen an Methan blieben 2008 unverändert. Die Abfallbehandlung reduzierte ihre Emissionen um fünf Prozent, während die Methanemissionen in der Tierhaltung weiter anstiegen.

Die Emissionen von Lachgas, das hauptsächlich in der Landwirtschaft und chemischen Industrie entsteht, sanken gegenüber 2007 um fünf Prozent, bedingt durch Minderungsanstrengungen in der chemischen Industrie.

Die fluorierten Klimagase – Perfluorkohlenstoffe (PFC), Hexafluorkohlenstoffe (HFC) sowie Schwefelhexafluorid – zeigten unterschiedliche Entwicklungen. Bei PFC gab es weitere Emissionsminderungen, insbesondere in der Aluminium- und Halbleitererzeugung, was zu einem Rückgang um 5,3 Prozent führte. Die HFC-Emissionen stiegen dagegen um 4,5 Prozent aufgrund des verstärkten Einsatzes in der Kälteerzeugung.

Die Emissionen von Schwefelhexafluorid, einem Isoliergas, stiegen von einem geringen Niveau um 2,8 Prozent. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf die zunehmende Entsorgung alter Schallschutzfenster zurückzuführen, bei der unsachgemäße Entsorgung zum unkontrollierten Austritt des Isoliergases führen kann.

Die Berechnungen des UBA basieren auf Veröffentlichungen zum "Energieverbrauch in Deutschland 2008" der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, zum "Bruttoinlandsprodukt 2008 für Deutschland" des Statistischen Bundesamtes sowie auf Verbandsinformationen und Expertenschätzungen. Die Emissionen wurden mit vereinfachten Berechnungsverfahren ermittelt. Detaillierte Angaben zu den CO2-Emissionen der verschiedenen Emittentengruppen werden voraussichtlich nach Veröffentlichung detaillierter Energieverbrauchsdaten Mitte des Jahres verfügbar sein. Die vollständigen Ergebnisse der Treibhausgasemissionen werden Anfang 2010 veröffentlicht.

29.03.2009

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