Verbände und Organisationen

Klimawandel erfordert neue Strategien im Gartenbau

Der Gartenbau muss sich an die Folgen des Klimawandels anpassen. Auf dem Deutschen Gartenbautag 2019 wurden neue Strategien diskutiert, um extremen Wetterereignissen zu begegnen und die Betriebe zukunftsfähig zu machen.

Anpassungsstrategien für den Gartenbau

Der Gartenbau steht vor der Herausforderung, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Dies wurde auf der öffentlichen Mitgliederversammlung des Zentralverbandes Gartenbau e.V. (ZVG) im Rahmen des Deutschen Gartenbautages 2019 in Neckarsulm thematisiert.

ZVG-Präsident Jürgen Mertz wies auf die extremen Wetterereignisse der vergangenen Jahre hin und betonte die Notwendigkeit neuer Strategien für die Betriebe. Die bisherigen Methoden seien nicht mehr ausreichend. Erste Lösungsansätze existieren bereits und müssen von der Branche aufgegriffen werden.

Klimaveränderungen und ihre Auswirkungen

Wetterexperte Frank Böttcher erläuterte die Bandbreite der Klimaveränderungen. Er bestätigte eine Zunahme von Hitzewellen und Temperaturrekorden über das gesamte Jahr, begleitet von einer Zunahme an Starkregenereignissen. Gleichzeitig treten weiterhin strenge Fröste auf.

Böttcher sprach sich für eine verstärkte Begrünung von Städten aus. Grünflächen tragen durch Verdunstung zur Kühlung bei und verhindern die Erwärmung der Bausubstanz. Dabei sei es wichtig, trockenresistente Pflanzen zu verwenden. Der Meteorologe sieht zudem großes Potenzial in vertikalen Grünflächen.

Dr. Ute Vogler vom Julius Kühn-Institut beleuchtete die Anpassung und Verbreitung von Krankheiten und Schädlingen infolge der veränderten klimatischen Bedingungen. Neben neuen Schädlingen erfordern auch bekannte Schadorganismen angepasste Bekämpfungsstrategien, da sich die Phänologie der Kulturpflanzen und das Auftreten der Schaderreger verschieben.

Herausforderungen bei der Wasserversorgung und Züchtung

Prof. Jana Zinkernagel von der HS Geisenheim University stellte mögliche Szenarien der Wasserversorgung im Freilandgemüseanbau vor. Besonders kritisch sei, dass Wassermangel bei Gemüsekulturen nicht nur zu Ertragsreduktionen, sondern rasch zu einem Totalausfall der Ernte führen kann.

Ein früherer Aussaat- oder Pflanztermin könnte Abhilfe schaffen, ist jedoch nicht für alle Gemüsearten geeignet. Für Kulturen mit späterem Anbauzeitpunkt werden sich veränderte Vegetationsperioden nicht positiv auf den Bewässerungsbedarf auswirken.

Thomas Bousart vom Züchtungsunternehmen Dümmen Orange berichtete über neue strategische Partnerschaften in der Zierpflanzenzüchtung. Er betonte, dass die neuen Herausforderungen nicht von einzelnen Unternehmen allein bewältigt werden können. Durch die Bündelung der individuellen Kernkompetenzen verschiedener Partner sei jedoch ein großer gemeinsamer Beitrag möglich.

07.09.2019

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