Naturschutz

Kompetenzzentrum für Angewandte Mykologie und Umweltstudien in Mönchengladbach eröffnet

An der Hochschule Niederrhein wurde das „Kompetenzzentrum für angewandte Mykologie und Umweltstudien“ (KAMU) eröffnet. Diese neue Einrichtung widmet sich der wissenschaftlichen Erforschung von Pilzen und deren vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten.

Neues Kompetenzzentrum für Pilzforschung an der Hochschule Niederrhein

An der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach wurde das „Kompetenzzentrum für angewandte Mykologie und Umweltstudien“ (KAMU) eröffnet. Diese Einrichtung widmet sich der wissenschaftlichen Erforschung von Pilzen.

„Endlich gibt es in Deutschland wieder eine Institution, die sich aus wissenschaftlicher Sicht mit Pilzen beschäftigt“, äußerte Michael Schattenberg, Vorsitzender des Bund Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer e. V. (BDC) im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG). „Ein enger Kontakt von Wissenschaft und Praxis ist als Innovationstreiber für unsere Betriebe von elementarer Bedeutung“.

Erste Kontakte zwischen dem BDC und dem KAMU wurden bereits auf der Jahrestagung in Potsdam geknüpft.

Forschungsschwerpunkte und Potenziale

Prof. Dr. Hans-Henning von Grünberg, Präsident der Hochschule, betonte die Bedeutung von Partnern für anwendungsorientierte Forschungen. Prof. Dr. Georg Wittich, Dekan der Hochschule, hob die Vielfalt der Pilze hervor und deren potenzielle Rolle als Proteinquelle für die menschliche Ernährung. Er erklärte, dass das Feld der Pilz-Forschung bislang nur marginal ausgereizt sei.

Prof. Dr. Jan I. Lelley wies darauf hin, dass Pilze zukünftig auch zum Abbau unerwünschter Stoffe im Boden, wie beispielsweise Öl, beitragen könnten.

Pilze in Ernährung und Gesundheit

Zum KAMU-Team gehört auch Prof. Dr. Sabine Ellinger, eine Ökotrophologin, die sich mit Pilzen aus ernährungswissenschaftlicher Perspektive befasst. Sie sieht in Speisepilzen eine wichtige Komponente für die Zukunft, da sie wenig Energie enthalten. Pilze sind zudem gute Lieferanten von Vitamin D, dessen Mangel in der kalten Jahreszeit verbreitet ist, da der Körper es bei Lichtmangel nur eingeschränkt selbst bilden kann. Darüber hinaus enthalten Pilze sekundäre Inhaltsstoffe, die zur Senkung des Insulinspiegels beitragen und lindernde Wirkungen bei Rheuma und Gicht aufweisen können.

Prof. Reinhard Hambitzer, Chemiker, erforscht unter anderem die Bioverfügbarkeit von Selen in Champignons. Selen ist ein essenzieller Baustein im menschlichen Organismus, dessen Vorkommen im Boden vieler Regionen begrenzt ist. Doktorandin Miriam Sari präsentierte ihre wissenschaftlichen Arbeiten im Rahmen einer Posterschau, was den Austausch mit Besuchern aus Praxis, Forschung und Zuliefererbetrieben ermöglichte.

30.06.2016

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