Nachhaltige Stadtentwicklung durch interdisziplinäre Ansätze
Die Gestaltung nachhaltiger, gesunder und attraktiver Städte erfordert einen gesamtgesellschaftlichen Ansatz. Neben der lokalen Politik sind Stadtplaner, Architekten, Umweltaktivisten, Umweltschützer, Wissenschaftler, Unternehmer und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) gefragt, um ein Gleichgewicht zwischen Bebauung und Grünflächen zu finden. Weltweit existieren bereits zahlreiche Initiativen unter dem Titel „Green City“, die darauf abzielen, Städte im wörtlichen und übertragenen Sinne grüner zu gestalten.
Beispiele hierfür sind Gründächer in Chicago, Windmühlen in Kopenhagen, städtische Parks in Curitiba, CO2-Reduktionsprogramme in Vancouver, Abfallrecycling in San Francisco, LEED-zertifizierte Gebäude in Taipeh, nachhaltige Mobilität in Portland sowie gesunde Lebensmittelsysteme in asiatischen und russischen Metropolen.
Die Bedeutung des Gartenbaus für urbane Lebensqualität
Die Stadt Almere hat sich um die Ausrichtung der Floriade 2022 beworben, der siebten Welt-Gartenbau-Ausstellung in den Niederlanden. Die Entscheidung über den Austragungsort obliegt dem Niederländischen Gartenbau Board (NTR). Im Vorfeld der Floriade soll eine Verbindung zwischen nationalen und internationalen Interessengruppen, die sich für die Zukunft der Städte engagieren, und der Gartenbaubranche geschaffen werden. Ziel ist es, gemeinsam Lösungen für die Sicherstellung von Nahrung, sauberem Trinkwasser und erneuerbarer Energie zu entwickeln – eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe für die kommenden Jahrzehnte.
Angesichts der zunehmenden Urbanisierung und des damit verbundenen Drucks auf städtische Räume spielt der Gartenbau eine entscheidende Rolle bei der Sicherung der Lebensqualität. Dies umfasst den Garten- und Landschaftsbau, Baumschulen, den Obst- und Gemüsebau sowie den Zierpflanzenbau.
„Growing Green Cities“: Ein Aufruf zum Handeln für eine nachhaltige Zukunft
Sollte Almere den Zuschlag für die Floriade 2022 erhalten, plant die Stadt eine enge Zusammenarbeit mit dem NTR. Die Herausforderung besteht darin, Wissen und Know-how aus aller Welt zu bündeln, um eine gemeinsame Vision der idealen „Green City“ zu entwickeln. Almere beabsichtigt, hierfür einen zehnjährigen Dialog zum Wissens- und Erfahrungsaustausch über nationale und internationale Best Practices zu organisieren. Den Auftakt bildet der Kongress „Growing Green Cities“ am 20. September 2012 auf der Floriade in Venlo.
Interessierte sind eingeladen, sich aktiv an diesem Dialog zu beteiligen, um ihre Expertise einzubringen und von anderen zu lernen. Im Rahmen des Kongresses soll die Erklärung „A call to action“ von möglichst vielen Teilnehmern unterzeichnet werden, um dem Thema international mehr Gewicht zu verleihen. Die Konferenz wird von der Stadt Almere, der Provinz Flevoland, Entente Florale NL und dem International New Town Institute organisiert.