Herausforderungen für Stadtpflanzen im Winter
Pflanzen in urbanen Räumen sind im Winter besonderen Belastungen ausgesetzt. Die ursprüngliche Ruhephase wird durch vielfältige Umwelteinflüsse in Städten sowie durch klimawandelbedingte, schnell wechselnde Witterungsverhältnisse erschwert.
Eine gute Vorbereitung der Stadtpflanzen auf Frosttage ist daher wichtig.
[cite_start]Das ist wesentlich einfacher als viele denken.[cite: 20], so Georg Wegmann, Inhaber der Baumschule Wegmann in Datteln-Horneburg. Entscheidend sei das richtige Timing, das eine ständige Beobachtung des Wetterberichts erfordere.
Die Wintermonate können sehr unterschiedlich verlaufen: Manchmal setzt bereits im November starker Frost und Schnee ein, während in anderen Jahren frostige Tage erst im Februar auftreten. Dies ist problematisch, da Pflanzen dann oft schon wieder aktiv sind und leicht erfrieren können. In Städten, die generell höhere Durchschnittstemperaturen aufweisen, führen plötzlicher Frost und starke Temperaturschwankungen zu erheblichem Stress für die Pflanzen.
Laub als ökologischer Schutz
Eine einfache und ökologische Hilfe bietet das Laub der Bäume.
[cite_start]Harken Sie im Herbst das Laub zu kleinen Häufchen zusammen und arrangieren Sie diese als schützende Schicht rings um besonders von Frost gefährdete Pflanzen.[cite: 20], rät Baumschulexperte Wegmann. Diese Methode sei die preiswerteste Variante und zudem gut für die Umwelt. Die natürlichen Laubschichten schützen nicht nur empfindliche Pflanzen, sondern bieten auch Insekten und Igeln Unterschlupf und Nahrung.
Zudem verrottet das Laub und bildet Humus, der ausgelaugten Böden und Pflanzen wichtige Nährstoffe zuführt. Wer keine Laubbäume in der Nähe hat, kann Pflanzen auch mit Vlies oder Jute schützen. Bei milden Winterperioden sollte diese Abdeckung jedoch geöffnet werden, um Pilzbefall durch zu hohe Wärme und Feuchtigkeit zu vermeiden.
Stammschutz und Bewässerung
Besonders Bäume mit dunkler Rinde sind bei starker Sonneneinstrahlung gefährdet. Da Stadtbäume oft als Solitäre stehen, kann die Sonne intensiv auf die Rinde einwirken. In Kombination mit Frost kann die thermische Belastung der Rinde zu groß werden, was zu Rissen führt und Schädlingen oder Pilzen Eintrittspforten bietet.
Baumschuler Wegmann empfiehlt hier eine speziell entwickelte weiße Stammschutzfarbe.
[cite_start]Mit einer speziell entwickelten weißen Stammschutzfarbe kann die Rinde die Sonnenstrahlen reflektieren und so die Hitzeeinwirkung auf die Stämme massiv reduziert werden.[cite: 20]Immergrüne Pflanzen wie Kirschlorbeer und Glanzmispel sollten ebenfalls vor starker Sonneneinstrahlung geschützt werden, da sie auch in der winterlichen Ruhephase Wasser über ihre Blätter verdunsten.
Wegmann rät zu Gelassenheit:
[cite_start]Beobachten Sie einfach das Wetter und decken Sie Ihre Pflanzen zu, wenn sich starker Frost ankündigt.[cite: 20]Auch im Winter sollten Bäume und Sträucher, insbesondere Neuanpflanzungen, bei geringen Niederschlägen gegossen werden. Die Bodenfeuchte lässt sich mit dem Finger prüfen, und eine Beobachtung der Pflanzen gibt zusätzliche Hinweise.
Pflanzen in Straßennähe müssen vor Streusalz geschützt werden, da Salz im Boden den Pflanzen Wasser entzieht und sie vertrocknen lässt. Bei starkem Schneefall sollte die Schneelast von Ästen und Zweigen der Gehölze abgeschüttelt werden.
