Erfolgreiche Dorfgemeinschaften und ihre Auszeichnungen
Die Jury des 26. Bundeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hat ihre Entscheidungen bekannt gegeben. Acht Dörfer wurden mit Gold prämiert: Basberg, Bollstedt, Bötersen, Dissen, Gestratz, Lückert, Rumbach und Schaephuysen.
Diese acht Golddörfer überzeugten durch bürgerschaftliches Engagement, innovative Ideen und zukunftsweisende Konzepte. Zusätzlich erhielten 15 Dörfer Silber und sieben Orte Bronze. Sechs Sonderpreise, jeweils mit 3.000 Euro dotiert, wurden für spezifische Leistungen vergeben:
- Garlitz für „Kultur im Dorf“
- Langenreichenbach für „Engagement für Innovationen“
- Oberesch für „Zusammenhalt für die Dorfentwicklung“
- Quarnebeck für „Engagement gegen Extremismus“
- Renchen-Ulm für „Engagement für Arten- und Biotopschutz“
- Waldkirchen für „Junge Dorfgemeinschaft lebt modernes Leitbild“
Die Golddörfer erhalten ein Preisgeld von jeweils 15.000 Euro. Silberdörfer werden mit 10.000 Euro und Bronzedörfer mit 5.000 Euro geehrt.
Den 30 Bundessiegern unseres Wettbewerbs gratuliere ich sehr herzlich. Es ist beeindruckend, was die ausgezeichneten Dorfgemeinschaften ehrenamtlich auf die Beine gestellt haben. Sie haben eindrucksvoll unter Beweis gestellt, was bürgerschaftliches Engagement leisten kann. Es ist der Kitt unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts und gerade auf dem Land ein wesentlicher Standort- und Bleibefaktor. Die Dörfer haben erfolgreich ihre Vorstellung eines attraktiven Dorflebens verwirklicht.
Beispiele für umgesetzte Projekte sind die Umnutzung einer ehemaligen Hofstelle für generationenübergreifendes Wohnen, die Überführung der Wasserversorgung in Bürgerhand, die Einrichtung eines kostenlosen WLAN-Netzes oder die Sicherstellung der Mobilität durch ein elektrisches Dorfgemeinschaftsfahrzeug. Ein Dorf erreichte Energieautarkie durch regenerative Energieanlagen, während ein anderes eine alte Gärtnerei zu einer Bogenschießhalle umfunktionierte.
Die vielen guten und kreativen Ideen zeigen: Die Bürgerinnen und Bürger fühlen sich ihrer Heimat verbunden, wollen sie besser machen. Und sie gehen Herausforderungen an, etwa wenn es um die Sicherung der Nahversorgung oder den Erhalt von Mobilität geht. Mit unserem Dorfwettbewerb und dem Preisgeld würdigen wir dieses Engagement. Wir machen aufmerksam auf die gefundenen Lösungen, die zugleich Motivation und Vorbild für andere Dorfgemeinschaften sind.
Hintergrund und Bewertung
Der Bundeswettbewerb, der zum 26. Mal stattfand, würdigt bürgerschaftliches Engagement und die ganzheitliche Entwicklung von Dörfern. Er ist Teil des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung (BULE), das innovative Ansätze zur ländlichen Entwicklung fördert. Rund 1900 Dörfer aus Deutschland nahmen am Wettbewerb teil, von denen 30 die Finalrunde erreichten.
Eine Bewertungskommission bereiste vier Wochen lang die teilnehmenden Dörfer. Bewertet wurden unter anderem Entwicklungskonzepte, wirtschaftliche Initiativen, soziale und kulturelle Aktivitäten, Baugestaltung, Siedlungsentwicklung sowie die Bürgerbeteiligung an der Dorfgestaltung. Die Kommission setzte sich aus Vertretern des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft sowie weiterer Einrichtungen und Verbände zusammen, darunter Landwirtschaftsministerien der Länder, der Deutsche Städte- und Gemeindebund, der Deutsche Bauernverband, der Deutsche Landfrauenverband, der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, der Deutsche Verband für Landschaftspflege, der Verband der Gartenbauvereine in Deutschland, der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten, das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement, die Katholische Landjugendbewegung Deutschland sowie Bund Heimat und Umwelt.
Der Wettbewerb, der seit 1961 besteht, soll Menschen motivieren, ihre Zukunftsperspektiven aktiv mitzugestalten und die Lebensqualität im ländlichen Raum zu verbessern. Die Siegerehrung findet am 24. Januar 2020 im Rahmen eines Dorffestes während der Internationalen Grünen Woche in Berlin statt.
Preisträger des 26. Bundeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ 2019
Gold
- Basberg, Landkreis Vulkaneifel, Rheinland-Pfalz
- Bollstedt, Unstrut-Hainich-Kreis, Thüringen
- Bötersen, Landkreis Rotenburg (Wümme), Niedersachsen
- Dissen, Landkreis Spree-Neiße, Brandenburg
- Gestratz, Landkreis Lindau, Bayern
- Lückert, Rhein-Sieg-Kreis, Nordrhein-Westfalen
- Rumbach, Landkreis Südwestpfalz, Rheinland-Pfalz
- Schaephuysen, Landkreis Kleve, Nordrhein-Westfalen
Silber
- Backemoor, Landkreis Leer, Niedersachsen
- Bettingen, Eifelkreis Bitburg-Prüm, Rheinland-Pfalz
- Dobbertin, Landkreis Ludwigslust-Parchim, Mecklenburg-Vorpommern
- Garlitz, Landkreis Havelland, Brandenburg
- Hellmitzheim, Landkreis Kitzingen, Bayern
- Himmighausen, Landkreis Höxter, Nordrhein-Westfalen
- Langenreichenbach, Landkreis Nordsachsen, Sachsen
- Niederwalgern, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Hessen
- Niederwinkling, Landkreis Straubing-Bogen, Bayern
- Oberesch, Landkreis Saarlouis, Saarland
- Quarnebeck, Landkreis Salzwedel, Sachsen-Anhalt
- Räbke, Landkreis Helmstedt, Niedersachsen
- Schleberoda, Burgenlandkreis, Sachsen-Anhalt
- Sögtrop, Hochsauerlandkreis, Nordrhein-Westfalen
- Waffenrod-Hinterrod, Landkreis Hildburghausen, Thüringen
Bronze
- Louisendorf, Landkreis Kleve, Nordrhein-Westfalen
- Mühl Rosin, Landkreis Rostock, Mecklenburg-Vorpommern
- Nindorf, Landkreis Rendsburg-Eckernförde, Schleswig-Holstein
- Oberhausen an der Nahe, Landkreis Bad Kreuznach, Rheinland-Pfalz
- Orferode, Werra-Meißner-Kreis, Hessen
- Renchen-Ulm, Ortenaukreis, Baden-Württemberg
- Waldkirchen, Vogtlandkreis, Sachsen
