Wege-, Platz- und Terrassenbau

Wegesanierung im Schlosspark Nymphenburg: Historische Optik trifft auf moderne Technik

Die Bayerische Schlösserverwaltung saniert die Wege im Schlosspark Nymphenburg. Dabei werden historische Optik und moderne Technik kombiniert, um die Ästhetik und Haltbarkeit der Parkwege zu verbessern. Die Maßnahme umfasst 15.000 Quadratmeter und kostet 290.000 Euro.

Umfassende Sanierung der Parkwege

Historische Parkanlagen wurden über Epochen hinweg mit wasserdurchlässigen Wegen aus Naturstein angelegt. Diese Wege zeichnen sich durch eine harmonische Ästhetik und gute Begehbarkeit aus. Ein bekannter Nachteil wassergebundener Wege und Plätze ist jedoch ihr Verschleiß über die Jahre, der zu Verschlämmungen, Unebenheiten und Pfützenbildung führen kann. Eine regelmäßige Sanierung wird daher notwendig.

Im 229 Hektar großen Schlosspark Nymphenburg führt die Bayerische Schlösserverwaltung seit zwei Monaten eine umfassende Wegesanierung durch. Auf einer Fläche von 15.000 Quadratmetern werden Wege und Plätze neu bedeckt. Die Kosten für diese Maßnahme belaufen sich auf 290.000 Euro.

Der Sanierungsprozess

Die ausführende Hermann Kutter GmbH & Co. KG aus Memmingen begann die Arbeiten mit dem Abfräsen der obersten Wegeschicht in einer Tiefe von 10 Zentimetern. Anschließend erfolgt die Erneuerung in mehreren Schritten. Die unterste Schicht bildet eine neue, 8 Zentimeter starke Tragschicht aus gebrochenem Kalkstein. Ein erhöhter Kalkanteil in diesem Material sorgt durch die Reaktion mit Wasser für eine hohe Festigkeit und Haltbarkeit.

Zur Sicherstellung der Entwässerung der Tragschicht wurden von Kutter-Bauleiter Albert Gleißner zusätzliche Drainagen an den Wegerändern installiert. Vor Beginn der Hauptarbeiten erstellte das Unternehmen drei Musterflächen, um der Schlösserverwaltung eine optische Auswahl zu ermöglichen. Für die Deckschicht und die Splittabstreuung fiel die Wahl auf Material aus der Münchner Schotterebene. Diese regionale Materialauswahl orientiert sich an der Optik der historischen Wege.

Die aktuelle Wegesanierung ist Teil eines mehrjährigen denkmalpflegerischen Sanierungskonzepts. Im Rahmen dieses Konzepts werden sukzessive Wege, Rabatten und Rasenflächen des Schlossparks verbessert und an den historischen Zustand angepasst.

Der Schlosspark Nymphenburg

Der ursprünglich streng symmetrische Barockpark wurde Anfang des 19. Jahrhunderts unter Kurfürst Max IV. Joseph von Friedrich Ludwig von Sckell in einen englischen Landschaftsgarten umgewandelt. Von Sckell bewahrte die barocke Symmetrie im zentralen Bereich, schuf jedoch in den Außenbereichen natürliche, teils verträumt anmutende Landschaftsbilder. Diese umfassen markante optische Höhepunkte wie den Monopteros oder die Pagodenburg. Bereits 1792 wurde der Nymphenburger Schlosspark, der damals noch außerhalb der Stadtmauern lag, für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Heute zieht der Schlosspark Nymphenburg jährlich über 300.000 Besucher an. Er dient den Münchnern zudem als beliebtes Ziel für Spaziergänge und zum Joggen.

15.12.2017

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