Chancen in Agrar- und Forstwirtschaft
Der 1. September markiert für viele junge Menschen in Bayern den Beginn eines neuen Lebensabschnitts: die Berufsausbildung. Im Freistaat stehen derzeit rund 330 anerkannte Ausbildungsberufe zur Wahl.
Wer eine Affinität zur Natur, zum Umgang mit Tieren und Pflanzen hat, findet möglicherweise in einem der 14 sogenannten Grünen Berufe des Agrarbereichs eine passende Ausbildung. Dazu zählen Berufe wie Landwirt, Forstwirtin, Gärtner, Winzerin, Fischwirt, Milchtechnologin oder Milchwirtschaftlicher Laborant.
Wer unsicher ist oder sich nicht zwischen den vielen Möglichkeiten entscheiden kann, dem lege ich ein Schnupperpraktikum ans Herz. Dabei lässt sich wunderbar ausprobieren, ob ein bestimmter Beruf wirklich passt. Das ist wünschenswert und wichtig, schließlich verbringt jeder sehr viel Zeit in seinem Beruf. Und da gehört unbedingt Freude an dem, was man tut, dazu, um erfolgreich zu sein.
In Bayern absolvieren aktuell über 500 Auszubildende eine Lehre in den Bereichen Agrar- und Hauswirtschaft. Der Beruf des Landwirts erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Dies zeigen die Zahlen des Berufsgrundbildungsjahres (BGJ): Während im Schuljahr 2020/21 noch 656 Schülerinnen und Schüler verzeichnet wurden, sind es 2023/24 bereits rund 806.
Die Ausbildung zum Landwirt beginnt in Bayern verpflichtend mit einem BGJ, gefolgt von einer zweijährigen dualen Ausbildung. Auch Berufe in der Hauswirtschaft gewinnen an Bedeutung, da sie als systemrelevant und perspektivenreich gelten.
Die Ausbildung zur Forstwirtin und zum Forstwirt ist ebenfalls gefragt, nicht zuletzt aufgrund der guten Berufsaussichten. Jährlich entscheiden sich im Freistaat rund 140 Personen für diese dreijährige Ausbildung, was einer Verdopplung innerhalb von zehn Jahren entspricht. Angehende Forstwirte lernen unter anderem den Anbau, Schutz und die Pflege klimastabiler Wälder sowie den sicheren Umgang mit Motorsägen und moderner Technik bei der Holzernte.
Im Freistaat bieten etwa 100 Betriebe Ausbildungsplätze für Forstwirte an. Informationen zum forstlichen Ausbildungsspektrum sowie eine Übersicht über Betriebe und Weiterbildungsmöglichkeiten sind bei der Beratungsstelle für Forstwirte an der Bayerischen Waldbauernschule erhältlich.
Dadurch, dass es in Deutschland die duale Ausbildung gibt – im Betrieb und in der Berufsschule – werden die jungen Menschen innerhalb von drei Jahren hochqualifizierte Fachkräfte.
Beratungsstellen für Bildungsfragen an den Bayerischen Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten informieren über die Grünen Berufe und die Hauswirtschaft, sowie über Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, beispielsweise an Meister- oder Technikerschulen.
