Ökonomische Perspektive auf Ökosystemleistungen
Das Bayerische Umweltministerium hat den ökonomischen Wert der Natur in einer neuen Broschüre beleuchtet. Diese Betrachtung soll ein weiteres Argument für Natur- und Umweltschutz liefern, indem sie die oft unbewussten Leistungen der Natur quantifiziert.
Um den Menschen vor Augen zu führen, wie wertvoll unsere bayerische Natur ist, gehen wir neue Wege. Wir betrachten die Leistungen der Natur einmal aus dem ökonomischen Blickwinkel und kommen zu beeindruckenden Ergebnissen. Der Wert der Ökosystemleistungen unserer Umwelt geht in die Milliarden.
Ein Beispiel hierfür ist die Filterfunktion von Wäldern. Rund 150.000 Hektar Wald in Bayern schützen Wohngebiete und landwirtschaftliche Flächen vor Luftverunreinigungen, indem sie Stäube und Schadstoffe filtern. Würde diese Leistung technisch erbracht, entstünden Kosten von etwa 50 Millionen Euro pro Jahr.
Unser Wald ist ein Multitalent. Er ist nicht nur Rohstofflieferant, sondern gleichzeitig moderner Luftreiniger, Klimaschützer, natürliche Schallmauer und Erholungsraum. Diese oft unerkannten, auch ökonomisch wertvollen Seiten der Umwelt wollen wir deutlicher sichtbar machen. Nur so können wir einen bewussteren und verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen erreichen.
Der Wert von Natur und Landschaft geht über direkte monetäre Werte hinaus. Die ökonomische Perspektive dient als zusätzliches Argument für den Natur- und Umweltschutz. Die gemeinsam mit dem Landesamt für Umwelt erarbeitete Veröffentlichung zeigt ausgewählte Ökosystemleistungen der Natur und ihren Nutzen für den Menschen auf.
Konkrete Fallbeispiele verdeutlichen, dass diese Leistungen auch als ökonomische Größe betrachtet werden können. Im Bereich des Klimaschutzes könnten jährlich etwa 5 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart werden, wenn sämtliche Moorflächen Bayerns renaturiert würden. Dies würde Klimafolgeschäden in Höhe von rund 100 Millionen Euro pro Jahr vermeiden. Bayern plant, bis 2020 50 Moore zu renaturieren, um einen Beitrag zum Klimaschutz und zum Erhalt der Artenvielfalt zu leisten.
Ein weiteres Beispiel ist die Wasserversorgung. Über 90 Prozent der öffentlichen Wasserversorgung stammt aus qualitativ hochwertigem Grundwasser, was auf weitergehende Aufbereitungsschritte wie Filtration oder Desinfektion verzichten lässt. Durch diese hohe Wasserqualität können technische Reinigungs- und Aufbereitungskosten von rund 800 Millionen Euro pro Jahr vermieden werden.
Das Beispiel Trinkwasser zeigt die Einmaligkeit der bayerischen Naturschätze, die wir wertschätzen und schützen müssen. Wenn wir einmal die hohe Qualität unseres Trinkwassers verspielt haben, können wir sie nicht wieder zurückholen.
Die Leistungen der Natur müssen bei Entscheidungen stärker im Sinne des Gemeinwohls berücksichtigt werden. Die Broschüre „Der Wert von Natur und Landschaft“ ist elektronisch abrufbar und bestellbar.