Baumaschinen und Baugeräte

Liebherr-Hydraulikbagger GmbH führt klimaneutralen HVO-Kraftstoff ein

Die Liebherr-Hydraulikbagger GmbH führt am Standort in Kirchdorf an der Iller den klimaneutralen Kraftstoff HVO ein. Ab Januar 2022 werden Fahrzeuge und Maschinen des Unternehmens standardmäßig ab Werk mit HVO-Kraftstoff betankt. Durch die Umstellung ebnet die Liebherr-Hydraulikbagger GmbH weiter ihren Weg in Richtung nachhaltigere Antriebskonzepte. HVO-Kraftstoffe auf Basis von hydrierten Pflanzenölen können einen wichtigen Beitrag leisten, um den weltweiten Ausstoß von Treibhausgasen zu begrenzen.

Klimaneutraler Betrieb von Baumaschinen rückt näher

Nach dem Klimaschutzprogramm der Europäischen Union von Dezember 2020 sollen die EU-internen Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber 1990 sinken. Auch die Bauindustrie steht damit unter erheblichem Druck, ihren CO2-Ausstoß deutlich zu reduzieren. Effiziente und klimaneutrale Antriebskonzepte rücken zunehmend in den Fokus.

Die Firmengruppe Liebherr arbeitet seit Jahren an der Entwicklung und Förderung neuer Antriebslösungen. Neben alternativen Technologien gewinnen dabei nachhaltige Kraftstoffe zunehmend an Bedeutung. Ein zentraler Baustein ist der Einsatz von hydrierten Pflanzenölen, kurz HVO.

HVO als Alternative zu fossilem Diesel

Modernes HVO nach der Norm DIN EN 15940 wird synthetisch hergestellt und überwiegend aus pflanzlichen Öl- und Fettabfällen der Lebensmittelindustrie gewonnen. Unter Zugabe von Wasserstoff werden diese Abfälle in Kohlenwasserstoffe umgewandelt. Der entscheidende Vorteil: Wird HVO anstelle von fossilem Diesel eingesetzt, ist der Betrieb weitgehend CO2-neutral.

Liebherr legt dabei besonderen Wert auf eine nachhaltige Lieferkette. Bei der Herstellung des synthetischen Kraftstoffs sollen ausschließlich Lebensmittelabfälle verwendet werden. Auf den Einsatz von Palmöl wird ausdrücklich verzichtet.

Freigabe für alle aktuellen Dieselmotoren

Die Liebherr-Hydraulikbagger GmbH hat in den vergangenen Monaten intensiv daran gearbeitet, ihre Baumaschinen für den Einsatz mit HVO vorzubereiten. In einem ersten Schritt wurden Dieselmotoren unterschiedlicher Abgasstufen geprüft. Inzwischen sind alle im aktuellen Produktportfolio verbauten Dieselmotoren für den HVO-Kraftstoff zertifiziert und freigegeben.

Künftig werden alle Neumaschinen vor der Auslieferung mit HVO erstbetankt. Auch Maschinenabnahmen, Vorführungen und Validierungseinsätze im Werk erfolgen mit dem synthetischen Kraftstoff. Damit leistet das Unternehmen einen messbaren Beitrag zur Reduzierung von CO2-Emissionen.

„Die mögliche Emissionseinsparung ist für jede Maschine gesondert zu betrachten“, erklärt Gerhard Bolz, Geschäftsführer Technik der Liebherr-Hydraulikbagger GmbH.

Am Beispiel eines Liebherr-Mobilbaggers A 918 Compact Litronic zeigt sich das Potenzial: Über den gesamten Lebenszyklus sinkt der CO2-Ausstoß beim Einsatz von HVO um rund 75 Prozent im Vergleich zu fossilem Diesel. Grundlage ist eine „Cradle-to-Grave“-Berechnung mit dem Beratungsunternehmen Frontier Economics, basierend auf 15.000 Betriebsstunden.

Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus

Der „Cradle-to-Grave“-Ansatz berücksichtigt alle Emissionen – von der Maschinenherstellung über die Energiebereitstellung und Nutzungsphase bis zur Verschrottung. Aufgrund der hohen Produktqualität und langen Lebensdauer der Liebherr-Maschinen entsteht der größte Einsparungseffekt während des Betriebs. Voraussetzung dafür ist der dauerhafte Einsatz von HVO als Reinkraftstoff.

Auch Bestandsmaschinen profitieren

Ein wesentlicher Vorteil von HVO ist die Kompatibilität mit bestehenden Verbrennungsmotoren. Der Kraftstoff kann als Beimischung oder als Reinkraftstoff ohne Umrüstungsmaßnahmen eingesetzt werden. Damit lassen sich auch ältere Erdbewegungs- und Materialumschlagmaschinen weitgehend klimaneutral betreiben – sofern eine entsprechende Freigabe vorliegt.

Eine Herausforderung bleibt teilweise die Verfügbarkeit von HVO an den Einsatzorten. In mehreren europäischen Ländern ist der Kraftstoff bereits flächendeckend verfügbar, andernorts sind Kunden noch auf eigene Lieferlösungen angewiesen.

Umstellung auch im Werksverkehr

Nicht zuletzt stellt Liebherr auch den Werksverkehr schrittweise auf HVO um. Arbeitsmaschinen in der Produktion, etwa Gabelstapler, werden künftig mit dem synthetischen Kraftstoff betrieben.

„Mit der Umstellung unseres Werksverkehrs und der Erstbetankung aller Maschinen sparen wir jährlich rund 900.000 Liter fossilen Diesel ein und reduzieren die CO2-Emissionen um etwa 2.250 Tonnen“, so Matthias Herzog, Geschäftsführer Produktion der Liebherr-Hydraulikbagger GmbH.

16.12.2021

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Liebherr-Hydraulikbagger GmbH

Liebherrstr. 12
88457Kirchdorf/Iller
Deutschland

Tel.:+49 735 4807-326
Fax:+49 735 4807-535

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