Umsatzentwicklung in den Produktsegmenten und Regionen
Die Produktsegmente Erdbewegungsmaschinen, Materialumschlagmaschinen, Spezialtiefbaumaschinen, Mobil- und Raupenkrane, Turmdrehkrane, Betontechnik und Mining trugen mit 8.009 Millionen Euro zum Gesamtumsatz bei, was einem Zuwachs von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Segmente Maritime Krane, Aerospace und Verkehrstechnik, Verzahntechnik und Automationssysteme, Kühl- und Gefriergeräte sowie Komponenten und Hotels erwirtschafteten einen Gesamtumsatz von 3.630 Millionen Euro, ein Plus von 3,9 Prozent.
Innerhalb der Europäischen Union, der umsatzstärksten Region der Firmengruppe, konnte der Umsatz gesteigert werden. Besonders Frankreich zeigte eine überdurchschnittliche Entwicklung. Außerhalb der EU verzeichnete das Vereinigte Königreich eine deutliche Umsatzsteigerung. In Nord-, Mittel- und Südamerika entwickelte sich Liebherr ebenfalls positiv, mit einem starken Wachstumsimpuls aus Brasilien. Rückgänge waren in Afrika sowie im Nahen und Mittleren Osten zu verzeichnen, während Asien und Ozeanien ein moderates Plus aufwiesen.
Jahresergebnis und Mitarbeiterentwicklung
Das Jahresergebnis der Firmengruppe Liebherr belief sich 2021 auf 545 Millionen Euro und lag damit über dem Niveau vor der Pandemie. Betriebs- und Finanzergebnis nahmen im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu. Die Mitarbeiterzahl erhöhte sich ebenfalls: Zum Jahresende beschäftigte Liebherr weltweit 49.611 Mitarbeiter, 1.686 mehr als im Vorjahr.
Investitionen in Forschung und Entwicklung
Als Technologieunternehmen investierte Liebherr im vergangenen Jahr 559 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung, wobei ein Großteil in die Entwicklung neuer Produkte floss. Kooperationen mit Universitäten, Hochschulen und Forschungsinstituten wurden fortgesetzt oder neu initiiert.
Ein Schwerpunkt der Forschung liegt auf alternativen Antriebstechnologien. Liebherr verfolgt einen technologieoffenen Ansatz und arbeitete 2021 an wasserstoffgetriebenen Verbrennungsmotoren und deren Einspritztechnologien sowie an elektrischen Antrieben. Das Programm an Baumaschinen mit Elektroantrieben wurde um zwei vollelektrische Fahrmischer, die Elektro-Raupenbagger R 976-E und R 980 SME-E sowie die batteriebetriebenen Raupenkrane LR 1160.1 unplugged und LR 1130.1 unplugged erweitert. Zudem wurde die Elektrifizierung des Produktportfolios im Bereich Offshore-Krane mit der Entwicklungsphase des ersten vollelektrischen Offshore-Krans eingeleitet.
Verschiedene Produktlinien wurden für den Einsatz von hydrierten Pflanzenölen (HVO) vorbereitet. Die Standorte Ehingen und Kirchdorf an der Iller betanken alle Maschinen ab Werk standardmäßig mit diesem Kraftstoff. Ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt ist die Digitalisierung. Eine neue Reihe von Kühl- und Gefriergeräten mit ressourcenschonenden Frischetechnologien und digitaler Vernetzung wurde eingeführt. Bestehende Technologien zur Fernsteuerung, Automatisierung und Vernetzung wurden optimiert und die Liebherr-Remote-Service-App erweitert. Für Mining-Trucks wurden zwei Assistenzsysteme entwickelt, die unter anderem automatische Lenkunterstützung bieten und die Belastung des Fahrers sowie den Kraftstoffverbrauch reduzieren.
Investitionen in Produktion, Vertrieb und Service
Investitionen in Höhe von 742 Millionen Euro flossen in Produktionsstätten sowie das weltweite Vertriebs- und Servicenetz, eine Steigerung um 137 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Dem standen Abschreibungen von 507 Millionen Euro gegenüber.
Im Segment Betontechnik nahm eine neue Produktionsstätte in Plovdiv, Bulgarien, ihren Betrieb auf. Diese versorgt die Liebherr-Mischtechnik GmbH in Bad Schussenried mit Vormontagen für Fahrmischer und fertigt den Stahlbau dafür. Zur Stärkung der Präsenz auf dem asiatischen Markt und zur Deckung der Nachfrage aus der Wind- und Baubranche wurde mit dem Bau eines neuen Werks für Komponenten in Dalian, China, begonnen. Die Liebherr Components (Dalian) Co., Ltd. soll ab Ende 2022 Großwälzlager, Getriebe und Hydraulikzylinder produzieren.
Eine neue Montagelinie für Getriebe entstand in Indien. Für den Standort Ehingen wurde eine Werkserweiterung beschlossen, um die Produktionskapazität bis 2030 schrittweise zu erhöhen und die steigende Nachfrage nach Mobil- und Raupenkranen zu bedienen. Parallel dazu wurde die Vertriebs- und Serviceinfrastruktur ausgebaut. In Österreich entstanden neue Logistikzentren in Telfs und Bischofshofen, und in Puch/Urstein begann der Bau einer neuen Vertriebszentrale für Baumaschinen. In Dettingen/Iller erweiterte Liebherr die Vertriebs- und Serviceinfrastruktur für Baumaschinen durch ein neues Verwaltungs- und Reparaturgebäude. Zudem entstanden eine neue Hauptniederlassung für die Liebherr (China) Co., Ltd. in Shanghai und eine signifikante Vergrößerung des Hauptsitzes von Liebherr in Panama.
Ausblick auf 2022
Die Liebherr Firmengruppe startete mit einer guten Auftragslage in das Jahr 2022. Chancen ergeben sich aus der erwarteten Nachfrageerhöhung in verschiedenen Industriezweigen. Jedoch sind negative Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die Aktivitäten der Firmengruppe bereits festzustellen. Liebherr bewertet die Situation in der Ukraine und Russland täglich und richtet die Russland-Aktivitäten an den verhängten Sanktionen aus. Weiterhin bestehen Unsicherheiten durch pandemiebedingte Einschränkungen, Preissteigerungen, Rohstoffknappheit, Fachkräftemangel und Lieferkettenengpässe. Auch die Auswirkungen fiskal- und geldpolitischer Maßnahmen sind noch unklar. Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen blickt Liebherr verhalten optimistisch auf den weiteren Jahresverlauf.
