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Lieferengpässe bremsen Industrie und treiben Preise

Lieferengpässe haben die deutsche Industrie im Jahr 2021 gebremst. Ein neues Dossier des Statistischen Bundesamtes beleuchtet die aktuelle Situation hinsichtlich Materialknappheit, Auftragseingängen, Produktion und Preisen.

Auswirkungen auf die Industrieproduktion und Nachfrage

Die Industrie hatte im Verlauf der Corona-Krise zunehmend Schwierigkeiten, die Nachfrage nach ihren Produkten zu bedienen. Der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe erreichte im Sommer ein Rekordniveau, was zu einem Produktionsstau führte.

Wir beobachten im Verlauf der Corona-Krise, dass die Industrie die Nachfrage nach ihren Produkten immer schwieriger bedienen kann. Der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe erreichte im Sommer sein Rekordniveau. Seitdem herrscht ein regelrechter Produktionsstau.

Eine Ursache für die verhaltene Entwicklung der Industrieproduktion ist die Knappheit von Rohstoffen und Vorprodukten. Dieses Problem zeigt sich in Umfrageergebnissen des ifo Instituts unter Produktionsbetrieben sowie in den Einfuhr- und Erzeugerpreisindizes für Vorleistungsgüter. Obwohl Materialmangel in der Industrie ein wiederkehrendes Phänomen ist, war er selten so ausgeprägt und schlug sich selten derart deutlich im Auftragsbestand nieder wie in der aktuellen, von der Corona-Krise beeinflussten Situation.

Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe auf Rekordhoch

Der Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe erreichte im September 2021 einen Höchststand seit Beginn der Zeitreihe. Bei gleichbleibendem Umsatz wären 7,4 Monate erforderlich, um die bestehenden Aufträge abzuarbeiten. Zum Vergleich: Im Februar 2020, vor den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie, lag die Reichweite des Auftragsbestands bei 5,9 Monaten. Besonders ausgeprägt ist der Auftragsüberhang im Maschinenbau, wo die Auftragseingänge aus dem Ausland stark angestiegen sind.

Stark steigende Preise für Vorprodukte

Die Materialknappheit führte zu außergewöhnlich starken Preisanstiegen bei Vorprodukten. Im Oktober 2021 waren die Preise für Vorleistungsgüter im Import um 22,1 % höher als im Vorjahr, in der inländischen Erzeugung um 18,1 %.

Den höchsten Einfluss auf die Erzeugerpreisentwicklung für Vorleistungsgüter hatten Metalle mit einem Plus von 37,8 %. Hier stiegen die Preise für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen um 56,4 %. Nichteisenmetalle und deren Halbzeug kosteten 29,8 % mehr, und Aluminium in Rohform war 67,4 % teurer. Auch viele andere für die Industrieproduktion wichtige Vorleistungsgüter verzeichneten zuletzt starke Preissteigerungen.

02.12.2021

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