Entwicklung ausgewählter Schadstoffe im Detail
Die Stickoxid-Emissionen sind zwischen 1990 und 2018 um 59 Prozent gesunken. Trotz dieser Entwicklung bleibt die Luftbelastung in einigen deutschen Städten weiterhin hoch. Die direkten Feinstaub-Emissionen verzeichneten im gleichen Zeitraum einen Rückgang von 55 Prozent.
Die Emissionen von Schwermetallen und persistenten organischen Schadstoffen (POP) blieben 2018 auf einem relativ niedrigen Niveau und zeigten kaum Veränderungen. Bei den Ammoniakemissionen gab es gegenüber 1990 lediglich einen geringfügigen Rückgang von 16 Prozent. Diese Emissionen verharren seit zehn Jahren auf einem weitgehend konstanten Niveau.
Herausforderung Ammoniakemissionen in der Landwirtschaft
UBA-Präsident Dirk Messner betont die Notwendigkeit weiterer Anstrengungen zur Reduzierung der Ammoniakemissionen:
Die Ammoniak-Emissionen sind nach wie vor deutlich zu hoch. Wir brauchen hier tiefgreifende Reformen, vor allem in der landwirtschaftlichen Praxis. Wir müssen Güllelager besser abdecken, die Fütterung optimieren und die Mineraldüngergabe anpassen. Sollte Deutschland seine Emissionen so nicht genügend senken können, müssten wir auch über Maßnahmen in der Struktur der Landwirtschaft diskutieren wie die Reduzierung der Tierbestände.
Ammoniak entsteht primär in der Landwirtschaft durch die Zersetzung abgestorbener Pflanzen und tierischer Exkremente. Es trägt maßgeblich zur Bildung von sekundärem Feinstaub bei und ist ein wesentlicher Faktor für die Hintergrundbelastung mit Feinstaub. Hohe Konzentrationen in der Nähe großer Tierhaltungsanlagen können zudem die Vegetation direkt schädigen.
Deutschland ist gemäß EU-Vorgaben verpflichtet, den jährlichen Ammoniakausstoß um mindestens 5 Prozent gegenüber 2005 zu senken. Die tatsächlichen Emissionen liegen jedoch regelmäßig über diesem historischen Niveau und nähern sich dem Zielwert kaum an.
Rückgang bei Schwermetallen und POPs: Historische Erfolge
Die Emissionen schädlicher Schwermetalle wie Blei, Cadmium und Quecksilber sind seit 1990 deutlich zurückgegangen, mit Minderungen von 89, 58 beziehungsweise 76 Prozent. In den letzten Jahren wurden hier jedoch kaum weitere Fortschritte erzielt.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den persistenten organischen Schadstoffen. Die Reduktionsspanne reicht von minus 85 Prozent für Dioxine bis zu minus 53 Prozent bei polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, die unter anderem bei der unvollständigen Verbrennung von Holz oder Kohle entstehen. Die größten Erfolge in der Luftreinhaltung wurden historisch in den 1990er Jahren nach der Wiedervereinigung erzielt.
Zukünftige Maßnahmen und internationale Verpflichtungen zur Luftreinhaltung
Derzeit sind für viele Schadstoffe kaum noch weitere Minderungen zu beobachten. Dennoch sollen eine Reihe bereits beschlossener Änderungen und Neuregelungen bis 2030 zu einer weiteren Reduzierung der Luftschadstoffemissionen beitragen. Dazu gehören die 44. Bundesimmissionsschutzverordnung zur Minderung von Emissionen aus mittelgroßen Feuerungsanlagen, die Revision der Technischen Anleitung Luft, neue Vorgaben zur Abgasregulierung von Pkw im Rahmen des RDE-Verfahrens (Real Driving Emissions) sowie zusätzliche Maßnahmen im Anlagen- und Düngerecht. Auch der bis 2038 beschlossene Kohleausstieg wird zur Verbesserung der Luftqualität beitragen.
Das UBA aktualisiert und ergänzt seine Berechnungen zu Luftschadstoffemissionen jährlich. Dies erfolgt im Rahmen der Berichterstattung zur Genfer Luftreinhaltekonvention, die 1979 ins Leben gerufen wurde, um das Problem der grenzüberschreitenden Luftverschmutzung international anzugehen.
