Beetpflanzen und Gehölze

Lythrum: Robuste Blütenkerzen für Beet und Teichrand

Der Weiderich, insbesondere der Blut-Weiderich, ist eine heimische Wildstaude, die 2024 zur Staude des Jahres gekürt wurde. Mit seinen aufrechten Blütenkerzen zieht er nicht nur Blicke auf sich, sondern dient auch als wichtige Nahrungsquelle für Insekten.

Sortenvielfalt und Standortansprüche des Weiderichs

Neben dem heimischen Blut-Weiderich ist auch der Ruten-Weiderich (Lythrum virgatum) für den Gartenbau relevant. Staudengärtnereien bieten rund 20 verschiedene Auslesen beider Arten an. Eine Sichtung im Jahr 2019 an zehn Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, deren Ergebnisse 2022 bewertet wurden, bestätigte die Zuverlässigkeit und Robustheit des Sortiments.

Professor Dr. Bernd Hertle, Leiter des Arbeitskreises Staudensichtung im Bund deutscher Staudengärtner, hebt hervor, dass das Sortiment insgesamt sehr zuverlässig und robust ist. Beide Weiderich-Arten bevorzugen sonnige Standorte und feuchte, nährstoffreiche Böden. Insbesondere die Sorten des Blut-Weiderichs können vorübergehende Trockenheit gut überstehen, wenn der Boden lehmig ist und Wasser gut speichert. Beide Arten sind frosthart.

Der Ruten-Weiderich, dessen natürliches Verbreitungsgebiet von Italien über Südosteuropa bis nach Westasien reicht, wächst im Allgemeinen nicht so hoch wie die meisten Blut-Weideriche und wirkt filigraner. Er bereichert zudem das Farbspektrum der Gattung, beispielsweise mit der Sorte 'Helene', die einen hohen Blauanteil aufweist, oder 'White Swirl', der einzigen weißen Sorte im Sortiment. Beide wurden in der Sichtung als „sehr gut“ bewertet.

Ein weiterer Unterschied liegt in der Vermehrung: Der Ruten-Weiderich neigt nicht zur Selbstaussaat, während der Blut-Weiderich reichlich Samen bildet. Im naturnahen Garten kann diese Dynamik erwünscht sein. Eine Selbstaussaat lässt sich jedoch verhindern, indem Verblühtes konsequent abgeschnitten wird. Dies gewährleistet auch die Sortenreinheit prämierter Auslesen des Blut-Weiderichs.

Zu den prämierten Blut-Weiderich-Sorten gehören 'Dropmore Scarlet' (oft als 'Dropmore Purple' gehandelt), die eine Höhe von etwa 100 cm erreicht, sowie acht weitere Sorten, die die Höchstnote „Ausgezeichnet“ erhielten. Darunter finden sich die hellrosa blühende 'Pink Tails' und die kompakte, 50 cm hohe Sorte 'Robert'. Trotz des überwiegend rosafarbenen Sortenspektrums empfindet Hertle keine Monotonie: "Selbst ein und dieselbe Pflanze sieht je nach Sonnenlicht morgens, mittags und abends ganz anders aus. Das ist faszinierend zu beobachten."

Ökologischer Nutzen und Pflanzpartner des Weiderichs

Lythrum-Pflanzungen sind zur Blütezeit ein Anziehungspunkt für Insekten. Die Blütenkerzen bieten Bienen, Schmetterlingen und Schwebfliegen wertvollen Nektar. Einige Insekten, wie die Raupen des Nachtpfauenauges, nutzen die Blätter von Lythrum salicaria als wichtige Futterpflanze. Da Weiderich von Schnecken verschont wird, können Raupen an den robusten Pflanzen toleriert werden, um die Entwicklung der Falter zu beobachten.

Für die Kombination mit Lythrum eignen sich Pflanzen, die ebenfalls nährstoffreiche, eher feuchte und sonnige bis halbschattige Standorte bevorzugen. Hertle empfiehlt Pflanzpartner, deren Blütenformen einen Kontrast zu den aufrechten Weiderich-Kerzen bilden. Dazu gehören Doldenblütler wie die Rote Engelwurz (Angelica gigas) oder die Himalaya Silge (Selinum tenuifolium).

Auch die Schirm-Aster (Aster umbellatus) mit ihren weißen Blüten passt gut zum Weiderich. Überraschenderweise gibt es auch Arten aus Gattungen, die eigentlich für trockenheitstolerante Pflanzen bekannt sind, die sich eignen: So benötigt der Palmlilien-Mannstreu (Eryngium yuccifolium) feuchtere Böden, und die Sumpf-Schafgarbe (Achillea ptarmica) ist eine passende Vertreterin unter den Schafgarben.

Naturnahe Pflanzpartner, die ebenfalls an feuchten Standorten gedeihen, sind die Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris), das Mädesüß (Filipendula ulmaria) oder der Gewöhnliche Wasserdost (Eupatorium cannabinum).

Neben Stauden empfiehlt Hertle Gräser, die auf frischen Böden wachsen. Sorten mit blau schimmernden Halmen, wie die Rute-Hirse (Panicum virgatum) der Sorte 'Heavy Metal', harmonieren optisch gut mit den zumeist rosafarbenen Blüten des Weiderichs. Diese Gräser schmücken das Beet auch im Winter, wenn Raureif die Halme überzieht, ähnlich wie der Weiderich, wenn er nach der Blüte nicht zurückgeschnitten wird.

15.09.2023

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