Bauwerksbegrünung, Spezielle Arbeitsgebiete, Verbände und Organisationen

Machbarkeitsstudie "Vertikaler Garten am Palmengarten Frankfurt" abgeschlossen

Die Machbarkeitsstudie "Vertikaler Garten am Palmengarten Frankfurt" ist nach einjähriger Laufzeit abgeschlossen. Palmengarten und FBB präsentierten die Ergebnisse und den Gewinner. Die Studie untersuchte die Eignung von Begrünungssystemen für Lärmschutzwände unter deutschen Klimabedingungen.

Hintergrund und Zielsetzung der Studie zur Wandbegrünung

Die Idee zur Begrünung der rund 500 Meter langen und fast drei Meter hohen Lärmschutzwand am Palmengarten entstand bereits nach einem Vortrag des Fassadenbegrüners Patrick Blanc im September 2009 und wurde von der Initiative „Stadtgrün“ angestoßen. Eine zentrale Frage war, ob es geeignete Begrünungssysteme und Pflanzen gibt, die den klimatischen Bedingungen in Deutschland, insbesondere frostigen Wintern, standhalten.

Zur Klärung dieser Fragen wurde die Machbarkeitsstudie ins Leben gerufen. Der Palmengarten übernahm die Projektleitung und bat die FBB um Unterstützung bei der Konzepterstellung und der Auswahl der teilnehmenden Unternehmen. Vier FBB-Mitgliedsunternehmen – Optigrün international AG, Vertiko GmbH, Schadenberg combi groen und Humko – beteiligten sich an dem vergleichenden Wettbewerb an der bestehenden Lärmschutzwand an der Miquelallee.

Durchführung und wissenschaftliche Begleitung der Untersuchung

Jedes der teilnehmenden Unternehmen begrünte eine zwölf Quadratmeter große Fläche der Lärmschutzwand. Diese Flächen wurden am 22. Mai 2013 dem Personal des Palmengartens zur weiteren Betreuung übergeben. Die Hochschule Geisenheim University begleitete die Studie wissenschaftlich unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Stephan Roth-Kleyer. Sein Team untersuchte die begrünten Wände monatlich.

Die Datenerhebung umfasste die Vegetationsentwicklung, Vitalität und den Blühaspekt der Pflanzen. Diese Daten wurden zusammen mit Informationen zu Pflege, Wartung, Wasserverbrauch und Herstellkosten in einem Bewertungsschlüssel zusammengeführt. Der Fokus der Bewertung lag auf der Vegetation, wobei auch Herstell- und Pflegekosten berücksichtigt wurden. Da die Unternehmen nach der Übergabe keinen direkten Einfluss mehr auf ihre Flächen hatten und die Bewässerungstechnik nur geringe Anpassungsmöglichkeiten bot, konnten anfängliche Fehleinschätzungen bei der Pflanzenauswahl oder dem Wasserverbrauch nicht korrigiert und Pflanzenausfälle nicht kompensiert werden.

Ergebnisse und Gewinner der Machbarkeitsstudie

Als Gewinner der Machbarkeitsstudie wurde die Firma Vertiko GmbH aus Kirchzarten bekannt gegeben. Ihr Begrünungssystem überzeugte sowohl bei der Pflanzenauswahl und Vegetationsentwicklung als auch in Bezug auf die Kosten. Die Firmen Schadenberg und Optigrün lagen im Mittelfeld der Bewertung, während Humko etwas abgeschlagen war. Dr. Gunter Mann betonte jedoch in seinem Rückblick, dass es im Grunde nur Gewinner gebe, da die vormals unbegrünte Wand nun begrünt sei und alle Beteiligten wichtige Erkenntnisse zu den Begrünungssystemen gewonnen hätten.

Es gibt eigentlich nur Gewinner, weil die vormals unbegrünte Wand nun begrünt ist und die teilnehmenden Unternehmen als auch der Palmengarten wichtige Erkenntnisse zu den Begrünungssystemen gewonnen haben.

Dr. Matthias Jenny gratulierte der Firma Vertiko und kündigte eine Fortsetzung der Studie mit dem Gewinnersystem an, um den Aspekt der Winterhärte zu prüfen. Der milde Winter hatte es nicht ermöglicht, die Wintertauglichkeit der Systeme abschließend zu beurteilen. Konrad Ben Köthner, Mitglied der Prüfungskommission, schlug daher vor, alle vier Begrünungsflächen über den kommenden Winter zu erhalten und die Untersuchungen fortzusetzen.

Ausblick und Bedeutung der Studie für die Zukunft

Zur weiteren Begrünung der Lärmschutzwand erklärte Jenny, dass der Stiftungsausschuss des Palmengartens darüber beraten und die notwendigen Gelder bereitgestellt werden müssten. Obwohl nicht alle Aspekte umfassend beleuchtet werden konnten, lieferte die Machbarkeitsstudie in Frankfurt wichtige Grundlagendaten für die wandgebundene Fassadenbegrünung. Die Ergebnisse der Studie, insbesondere die wissenschaftlichen Details, werden auf dem 7. FBB-Fassadenbegrünungssymposium am 15. Oktober 2014 in Berlin vorgestellt.

01.07.2014

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