Mäher für Intensiv- u. Extensivpflege

Mähroboter fördern Artenvielfalt auf Rasenflächen

Eine Studie der Universität Hohenheim zeigt, dass Mähroboter die Artenvielfalt auf Rasenflächen positiv beeinflussen können. Sie begünstigen das Wachstum und die Blüte von Kräutern und Blühpflanzen, was zu einem größeren Blütenreichtum führt.

Positive Effekte auf die Biodiversität durch Mähroboter

Eine von STIHL unterstützte Studie der Universität Hohenheim zeigt, dass Mähroboter die biologische Vielfalt auf Rasenflächen positiv beeinflussen können. Entgegen der Annahme, Mähroboter würden monotone Grünflächen schaffen, können sie das Wachstum und die Blüte von Kräutern und anderen Blühpflanzen begünstigen.

Der Hauptgrund liegt in der unterschiedlichen Funktionsweise der Mähgeräte. Handmäher mit Fangkorb erzeugen einen Sog, der Gräser und Blühpflanzen nach oben zieht und deren Blüten abschneidet. Mähroboter hingegen arbeiten ohne diesen Sog.

Zudem passen sich Pflanzen an das tägliche Mähen durch Mähroboter an, indem sie eher in die Breite als in die Höhe wachsen und blühen. Diese Faktoren können auf automatisch gemähten Rasenflächen zu einem größeren Blütenreichtum führen als auf handgemähten.

Studiendesign und Ergebnisse

Für die Untersuchung wurde eine frisch angelegte Rollrasenfläche in vier Areale unterteilt und mit typischen Rasenkräutern bepflanzt. Zwei Areale wurden mit einem handgeschobenen Rasenmäher im etwa zweiwöchigen Rhythmus gemäht, die anderen beiden täglich mit Mährobotern. Die Schnitthöhen betrugen jeweils drei und sechs Zentimeter.

Von Mai bis September 2020 analysierte ein Masterstudent das Wuchs- und Blühverhalten der Rasenkräuter. Das Ergebnis: Auf robotergemähten Flächen wuchsen Blühpflanzen besser und blühten eher, sofern sie von den Besitzern geduldet wurden.

Die Windflügelmesser von Handrasenmähern kappen Blüten und befördern das Schnittgut in den Fangkorb. Mähroboter, die als Mulchmäher konzipiert sind, schneiden die Pflanzen nur um wenige Millimeter. Das feine Schnittgut verbleibt als Mulch in der Grasnarbe. Die Anpassung der Pflanzen an die hohe Mähfrequenz der Roboter führte zu einem deutlich größeren Blütenreichtum auf den robotergemähten Parzellen.

Unabhängig von der Mähmethode zeigte sich, dass das Mähen auf maximaler Schnitthöhe zu einem größeren Blütenangebot auf der Rasenfläche führt.

Auswirkungen auf die Fauna und Rasenqualität

Die Studie untersuchte auch die Wirkung des Mähens auf die Fauna. Die Anzahl der Insekten wie Bienen, Hummeln und Wespen war auf robotergemähten Flächen höher, insbesondere bei einer Schnitthöhe von sechs Zentimetern. Rasenmischungen mit Kräuteranteil können den Besuch von Insekten fördern.

Blühstreifen mit regionaltypischen und lang blühenden Pflanzen sowie Blühinseln oder Staudengruppen auf der Rasenfläche können ebenfalls den Artenreichtum unterstützen und lassen sich in die Installation von Mährobotern integrieren.

Die Rasendichte auf den robotergemähten Parzellen blieb über den gesamten Versuchszeitraum bei annähernd 100 Prozent. Der Rasen wirkte gepflegt und satt grün. Dies ist auf das Mulchprinzip der Mähroboter zurückzuführen, bei dem das fein zerkleinerte Schnittgut als Dünger in den Boden zurückgeführt wird. Auf den handgemähten Flächen fiel die Rasendichte hingegen kontinuierlich auf rund 80 Prozent ab.

28.06.2021

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