Schutz und nachhaltige Nutzung bayerischer Moore
Moore sind bedeutende Ökosysteme, die große Mengen an CO2 speichern, den Wasserabfluss bei Hochwasser verzögern und Lebensräume für eine vielfältige Artenwelt bieten. Zum Schutz dieser Habitate hat das Bayerische Kabinett den "Masterplan Moore in Bayern" verabschiedet. Umweltminister Dr. Marcel Huber stellte das Konzept in Freising vor.
Unser Ziel ist klar: Bayern soll klimasicher werden. Dafür setzen wir auf einen vielfältigen Instrumentenkasten. Intakte und wiedervernässte Moore sind wichtige CO2-Tresore. Damit Moore sich nicht in Luft auflösen, brauchen sie hohe Wasserstände. Moore entziehen seit Jahrtausenden der Atmosphäre CO2 und binden es langfristig.
Der Masterplan konzentriert sich auf nachhaltige Maßnahmen, die Eigentümer und Nutzer von Moorflächen auf freiwilliger Basis umsetzen sollen. Kooperative Instrumente zum Moorschutz, die Klima-, Umwelt- und Naturschutz sowie eine klimaschonende Nutzung und Klimaanpassung berücksichtigen, sollen ausgebaut und neu etabliert werden. Ein Schwerpunkt liegt auf einer moorverträglichen landwirtschaftlichen Nutzung, einschließlich der Entwicklung neuer Nutzungsformen wie den Paludikulturen. Dabei werden bei hohen Wasserständen neue landwirtschaftliche Kulturen, wie beispielsweise Rohrkolben, angebaut. Die Umsetzung des Masterplans erfolgt gemeinsam durch das Bayerische Umwelt- und das Bayerische Landwirtschaftsministerium.
Renaturierung und Forschung
Aufbauend auf dem Klimaprogramm 2050 der Staatsregierung soll die klassische Renaturierung von Mooren durch die Naturschutzverwaltung verdreifacht werden. Konkrete Umsetzungsprojekte werden auch auf staatlichen Flächen wie den Staatsgütern vorangetrieben. Das Projekt "MOORuse" zielt darauf ab, Nutzungsalternativen zu finden, um die Entwässerung der Moore zu stoppen.
Wir wollen im Masterplan durch praxisnahe Forschung und Monitoring das notwendige Wissen generieren, bündeln und bayernweit öffentlich verfügbar machen. Das Projekt MOORuse ist ein Paradebeispiel, wie Alternativnutzungen gelingen könnten.
Das Projekt "MOORuse" wurde 2016 an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf gestartet. Dort werden moorschonende Nutzungsalternativen getestet, darunter der Anbau von Sumpfpflanzen wie Rohrkolben, Rohrglanzgras, Schilf und Seggen, die als Paludikulturen bezeichnet werden. Das Bayerische Umweltministerium und die EU haben für dieses Vorhaben jeweils 1,37 Millionen Euro bereitgestellt.
Entwässerte Moore tragen mit etwa fünf Prozent (rund 5,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente) zu den Treibhausgasemissionen Bayerns bei. Dieser Effekt soll durch den neuen Masterplan reduziert werden. Bayern strebt an, die Treibhausgasemissionen pro Kopf und Jahr bis 2050 auf unter zwei Tonnen zu senken. Moore leisten hierzu einen Beitrag.
