Verkehrs- und Lärmschutz

Steigende Pkw-Zahlen verschärfen Parkplatzfrage in Städten

Die Zahl der Pkw in Deutschland steigt weiter und könnte bis 2026 über drei Millionen Neuzulassungen pro Jahr erreichen. Gleichzeitig fehlen vor allem in Städten Stellflächen. Experten sehen ungenutzte private Parkplätze als möglichen Teil der Lösung.

Private Stellflächen könnten künftig helfen, den Parkdruck in Städten zu reduzieren

Die Zahl der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland steigt weiter. Im Oktober wurden laut aktuellen Zahlen 250.133 neue Fahrzeuge zugelassen – ein Plus von 14.605 gegenüber dem Vormonat und 7,8 Prozent mehr als im Oktober des Vorjahres. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass bis 2026 die Marke von drei Millionen Neuzulassungen pro Jahr überschritten werden könnte.

Mit dem Wachstum stellt sich zunehmend die Frage nach ausreichenden Stellflächen. Während auf dem Land häufig genügend Platz vorhanden ist, fehlen in vielen Städten geeignete Parkmöglichkeiten.

Parkflächen vorhanden – aber schlecht verteilt

Nach Einschätzung von Klaus Neubert, Geschäftsleitung Vertrieb bei Loyal Parking Deutschland GmbH, mangelt es in Deutschland insgesamt nicht an Parkplätzen. Das Problem liege vielmehr in der Verteilung und Nutzung der vorhandenen Flächen.

„Die neu zugelassenen Fahrzeuge werden nicht ausschließlich in ländlichen Bezirken angemeldet. Das wäre vermutlich kein Problem für das dortige Parkraummanagement. Aber im Stadtgebiet besteht jetzt schon großer Mangel an nutzbaren Stellflächen.“

Viele vorhandene Parkplätze bleiben einen Großteil des Tages ungenutzt. Private Stellplätze stehen häufig tagsüber leer, während Parkflächen von Supermärkten oder Unternehmen meist nur während der Geschäftszeiten belegt sind.

„Würden diese Bereiche in der ungenutzten Zeit dem öffentlichen Verkehr zur Verfügung gestellt, hätten wir keine Parkplatzprobleme – auch nicht mit der steigenden Zahl an neu zugelassenen Wagen.“

Modelle für gemeinsame Nutzung

In einigen Städten gibt es bereits erste Ansätze für eine bessere Auslastung vorhandener Stellflächen. So werden in Hamburg Unternehmensparkplätze in Randlagen in Kooperation mit der Stadt zeitweise für Pendler und Anwohner geöffnet.

Auch in München stellen einzelne Hotels ihre Tiefgaragenplätze außerhalb der Hauptnutzungszeiten zu günstigeren Tarifen für die Nachbarschaft zur Verfügung. Diese Modelle zeigen, dass eine zeitweise Nutzung privater Stellflächen das Parkplatzangebot in dicht besiedelten Gebieten deutlich verbessern kann.

„Es geht gar nicht darum, den eigenen Parkplatz vollständig abzutreten. Eine zeitweise Vermietung schafft bereits große Erleichterung.“

Anreize statt Vorschriften

Kommunen sehen das Problem ebenfalls, haben jedoch nur begrenzte Möglichkeiten einzugreifen. Verpflichtende Vorgaben für private Stellflächen wären rechtlich problematisch, da sie in Eigentumsrechte eingreifen würden.

Stattdessen könnten finanzielle Anreize einen Weg darstellen, zusätzliche Parkflächen verfügbar zu machen. Vergleichbar mit Förderprogrammen für Photovoltaikanlagen könnten Zuschüsse Eigentümer motivieren, ihre Parkplätze zeitweise öffentlich zugänglich zu machen.

„Wenn Parkplatzinhabende ihre Flächen bei Nicht-Nutzung für die Öffentlichkeit anbieten, verdienen sie ebenfalls Geld. Mit einer ähnlichen Bezuschussung wie für Photovoltaikanlagen lassen sich mit Sicherheit einige Gewerbe und Privatiers überzeugen.“

Mehr Transparenz bei verfügbaren Stellflächen

Langfristig erwarten Branchenvertreter, dass Städte und Gemeinden das Thema stärker in ihre Verkehrsplanung integrieren. Ziel ist es, vorhandene private Stellflächen besser zu erfassen und bei Bedarf in ein intelligentes Parkplatzmanagement einzubinden.

So könnten bislang ungenutzte Kapazitäten schneller sichtbar werden und dem ruhenden Verkehr zugutekommen – ohne zusätzliche Flächen zu versiegeln.

10.12.2025

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