Weltweit größte grüne Lärmschutzwand entsteht in Duisburg
Im Rahmen des Stadtentwicklungsprojekts „6-Seen-Wedau – Wohnen am Wasser“ in Duisburg entsteht eine Lärmschutzwand, die mit einer Länge von 2,6 Kilometern und einer Höhe von zehn Metern als die weltweit größte ihrer Art gilt. Diese Konstruktion, die als „Rau Klimawand R3“ bezeichnet wird, soll nach ihrer Fertigstellung mit über 13.000 Kletterpflanzen begrünt werden.
Die Spezialisten von Rau Lärmschutzwände aus Berlin verbauen in der Klimawand rund 70.000 Tonnen Erde. Die Wand dient dem Lärmschutz der künftigen Anwohner des 60 Hektar großen Areals vor dem angrenzenden Bahnverkehr. Gleichzeitig bietet die 40.000 Quadratmeter große Sichtfläche einen Lebensraum für Zauneidechsen. Die Fertigstellung der Klimawand an der Sechs-Seen-Platte ist für das Jahr 2022 geplant. Auf den ehemaligen Bahnflächen sollen in den kommenden Jahren bis zu 3.000 Wohneinheiten in vier Quartieren entstehen.
„Die Lärmschutzwand in Duisburg-Wedau sprengt wirklich alle bisherigen Dimensionen. Toll, dass sich die Stadt und die Duisburger GEBAG als Baugesellschaft für diese besonders nachhaltige und ökologische Lösung des Lärmschutzes entschieden haben“, sagt Henning Knief, Geschäftsführer der Rau Geosystem GBK GmbH aus Berlin.
Die begrünte Klimawand schützt die Bewohner des neuen Stadtteils von Duisburg-Wedau mit einem Luftschalldämmwert von DLR 68 dB und einem Absorptionswert von DLa = 20 dB. Sie erstreckt sich über die gesamte Länge des Neubaugebiets und trennt den neuen Stadtteil von der Bahnstrecke zwischen Duisburg-Wedau und Ratingen.
„Die Nähe zur Natur spielt für Investoren und zukünftige Anwohner schon jetzt eine große Rolle: Wir haben über 800 Anregungen von 300 Bürgerinnen und Bürgern in unsere Stadtteilplanung einfließen lassen – viele große Grünflächen sollen das Stadtbild mitprägen. Klar, dass wir auch bei der Wahl unserer Lärmschutzwand eine umweltfreundliche Lösung finden wollten“, so Michael Streck, Projektleiter der GEBAG Flächenentwicklung.
Konzept der Klimawand
Die Klimawand von Rau zeichnet sich durch ihre Umweltfreundlichkeit aus. Im Vergleich zu herkömmlichen Beton-Lärmschutzwänden werden Ressourcen geschont. Für die Füllung der Klimawand wurde sowohl zugeliefertes als auch vor Ort anfallendes Erdmaterial verwendet, das im Zuge der Stadtentwicklung ohnehin angefallen wäre. Der Erdboden in den Stahlkörben fördert die Begrünung der Wand, wodurch sich die lokale Flora auf dem Lärmschutzwall ausbreiten kann. Die rund 40.000 Quadratmeter Sichtfläche werden mit etwa 13.000 Kletterpflanzen bepflanzt. Nach der anfänglichen Pflege ist die Klimawand weitgehend wartungsfrei. Ihre Lebensdauer wird auf 80 Jahre und mehr geschätzt, wobei sie in dieser Zeit CO2 bindet und eine positive Klimabilanz aufweist.
Der Schutz der lokalen Fauna wurde ebenfalls berücksichtigt. Auf dem Wall wurden Ersatzquartiere für Zauneidechsen eingerichtet. Zudem sind im Lärmschutzwall Durchlässe vorhanden, die den Zauneidechsen einen sicheren Wechsel zwischen den Seiten ermöglichen.
Zusammenarbeit und Projektdimension
"Wir waren auf der Suche nach einem ressourcenschonenden, begrünbaren und somit klimafreundlichen Wandsystem. Die Klimawand von Rau Geosysteme hat alle Anforderungen erfüllt“, sagt der GEBAG-Projektmanager.
Die Zusammenarbeit zwischen der GEBAG und Rau Geosysteme begann bereits 2016 mit der Vorplanung des Projekts. Die Kooperation wird als reibungslos beschrieben. Die Lieferung der Wand erfolgte pünktlich, und die Experten von Rau übernahmen die Verarbeitung des Produkts. Bis zu 14 Mitarbeiter von Rau Geosysteme sind mit dem Aufbau, der Auskleidung und der Befüllung der Körbe beschäftigt. Für Rau Lärmschutzwände – Geosystem GBK GmbH ist die Klimawand in Duisburg-Wedau der größte Auftrag in der Firmengeschichte.
„Umso stolzer sind wir auf das Projekt. Denn hier wird wirklich im großen Stil nachhaltig gedacht und gelebt“, so Henning Knief.
Das Projekt „6-Seen-Wedau“
Das Stadtentwicklungsprojekt „6-Seen-Wedau – Wohnen am Wasser“ in Duisburg ist das größte seiner Art in Nordrhein-Westfalen. Auf 60 Hektar entstehen rund 3.000 Miet- und Eigentumswohnungen. Das Wohngebiet gliedert sich in vier Quartiere: das Quartier am Wasserturm, die Neue Gartenstadt, das Seequartier und das Quartier am Uferpark. In die Planung flossen über 800 Anregungen von rund 300 Bürgern ein.
„Wir haben das gesamte Wohngebiet sehr großflächig geplant. Wir wollen nicht nach dem Maximalprinzip alles mit Immobilien zupflastern, sondern den Quartieren mit ihren individuellen Ansprüchen an Wohnen und Architektur genügend Platz zur Entfaltung geben“, so Projektleiter Michael Streck.
Die namensgebende Sechs-Seen-Platte umfasst den Masurensee, den Wambachsee, den Böllertsee, den Wildförstersee, den Wolfssee und den Haubachsee in Duisburg-Wedau. Die Seenähe soll eine hohe Freizeitqualität für die künftigen Anwohner bieten. Das neue Bauprojekt wertet das Viertel auf und bietet einen hohen Anteil an Grün- und Erschließungsflächen.

