Naturschutz

Mehr Biodiversität in der Agrarlandschaft durch gemeinschaftliche Maßnahmen

Zehn Organisationen fördern in einem Projekt die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft. Ziel ist die Entwicklung von Instrumenten zur effektiveren Umsetzung agrarökologischer Maßnahmen und die Einbindung weiterer Akteure in die naturschutzorientierte Landbewirtschaftung.

KoMBi-Projekt fördert biologische Vielfalt in vier Modellregionen

Zehn Organisationen haben sich in einem Projekt zusammengeschlossen, um die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft zu fördern. Das Projekt konzentriert sich auf vier Modellregionen in Baden-Württemberg, Brandenburg, Hessen und Sachsen. Ziel ist die Entwicklung von Instrumenten zur effektiveren Umsetzung agrarökologischer Maßnahmen, die Bündelung bestehender Ressourcen und die Einbindung weiterer Akteure in die naturschutzorientierte Landbewirtschaftung bundesweit.

Das Projekt mit dem Namen „KoMBi – Kollektive Modelle zur Förderung der Biodiversität” wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesumweltministerium (BMUV) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit rund 9,2 Millionen Euro gefördert.

Der Schutz biologischer Vielfalt in der Landwirtschaft gelingt, wenn die verschiedenen Akteure an einem Strang ziehen. Neben den Landwirtinnen und Landwirten sind lokale Naturschutzverbände sowie Wissenschaft und Beratung gefragt. Erste Erfahrungen aus dem In- und Ausland zeigen, dass gemeinschaftliche Modelle sehr erfolgreich sein können, zum Beispiel wenn Maßnahmen betriebsübergreifend geplant und umgesetzt werden. Um hiermit in Deutschland praktische Erfahrungen auf regionaler Ebene zu sammeln, unterstützt das Bundesumweltministerium das Projekt KoMBi. Die Vernetzung von landwirtschaftlichen Betrieben untereinander und mit weiteren Akteuren führt dazu, dass Maßnahmen für den Naturschutz in der Region wirksamer werden. Das ist gut für die Umwelt, das Klima und die Wertschöpfung der Betriebe.
Kooperation ist ein Schlüsselwort, damit Naturschutz und Landwirtschaft gemeinsam die Biodiversität voranbringen. Werden Agrarumweltmaßnahmen kollektiv umgesetzt, ist das nicht nur für die Verwaltung attraktiv, sondern auch für die landwirtschaftlichen Betriebe. Denn: Stellen zum Beispiel Kooperativen die Förderanträge, verringert sich der Aufwand bei den Behörden und für die Landwirt*innen reduzieren sich der Aufwand und auch das Risiko bei der Realisierung von Maßnahmen.

Das Projekt initiiert in den vier Modellregionen betriebsübergreifende Kooperationsstrukturen und -prozesse. Diese umfassen Landwirte, Naturschützer und weitere regionale Akteure wie Kommunen. Ziel ist es, effektivere Naturschutzmaßnahmen auf landwirtschaftlichen Flächen umzusetzen und beispielsweise Lebensräume besser zu verbinden. Die Maßnahmen sollen gemeinsam geplant, beantragt und realisiert werden.

Für die Umsetzung des Projektes „KoMBi“ hat sich ein Verbund verschiedener Organisationen zusammengeschlossen. Der WWF Deutschland übernimmt die Gesamtprojektleitung. Die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) e.V. und der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) e.V. sind für koordinierende Aufgaben und den Wissenstransfer zuständig.

Als Vertretungen der vier Modellregionen sind der Verein für Landschaftspflege Potsdamer Kulturlandschaft e.V., der Landschaftserhaltungsverband Breisgau-Hochschwarzwald e.V., die Landschaftspflegevereinigung Lahn-Dill e.V. und der Landschaftspflegeverband Sächsische Schweiz – Osterzgebirge e.V. beteiligt. Diese Verbände steuern die kooperative Umsetzung durch ihre Kontakte zu den Landbewirtschaftenden in ihrer Region.

Die ökologische und sozioökonomische wissenschaftliche Begleitforschung wird von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, der Justus-Liebig-Universität Gießen und dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. durchgeführt. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen so aufbereitet werden, dass sie von politischen Entscheidungsträgern genutzt werden können, um agrar- und biodiversitätspolitische Instrumente auf deutscher und EU-Ebene zu optimieren.

Das Projekt wird durch den Bund im Bundesprogramm Biologische Vielfalt geförd. Eine Kofinanzierung erfolgt durch das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie das Baden-Württembergische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz und Energiewirtschaft.

19.10.2023

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