Naturschutz

Klimaschutz durch Investitionen in Naturkapital

Eine Studie zeigt, dass Investitionen in Naturkapital erhebliche Beiträge zum Klimaschutz leisten können. Besonders die Wiedervernässung von Moorböden erweist sich als kosteneffiziente Maßnahme, um volkswirtschaftliche Schäden zu vermeiden und CO2-Emissionen zu reduzieren.

Synergien und Konflikte in der Klimapolitik

Der erste Fachbericht der Studie „Naturkapital Deutschland – TEEB DE“ zum Thema Klimaschutz beleuchtet Synergien und Konflikte in der Klimapolitik. Die Untersuchung wurde anlässlich der 4. Jahrestagung des Climate Service Centers in Potsdam vorgestellt. Sie zeigt auf, dass volkswirtschaftliche Schäden in Höhe von jährlich 217 Millionen Euro vermieden werden könnten.

Ein zentrales Ergebnis des Berichts ist die Effizienz der Wiedervernässung von Moorböden als Klimaschutzmaßnahme. Obwohl degradierte landwirtschaftlich genutzte Moorböden nur acht Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ausmachen, verursachen sie jährlich rund 41 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Dies entspricht 4,3 Prozent der jährlichen deutschen Brutto-Gesamtemissionen an CO2.

Die Wiedervernässung von landwirtschaftlich genutzten Moorböden ist eine vergleichsweise kostengünstige Klimaschutzmaßnahme.

Die Wissenschaftler prognostizieren, dass durch die Wiedervernässung von 300.000 Hektar Moorböden in Deutschland klimabedingte volkswirtschaftliche Schäden von jährlich 217 Millionen Euro vermieden werden könnten. Wiedervernässte Moorböden bieten nicht nur Lebensräume für gefährdete Lebensgemeinschaften, sondern können auch durch angepasste land- und forstwirtschaftliche Techniken klimafreundlich genutzt werden.

Die Ergebnisse dieses Berichts bestätigen die internationalen Forderungen der Konvention über die Biologische Vielfalt und der EU-Biodiversitätsstrategie. In der Klimapolitik müssen mehr ökosystembasierte Lösungen ins Auge gefasst werden. Dies gelte nicht nur für den Schutz von Wäldern in Ländern der Dritten Welt, sondern auch für Moore und Auen in Deutschland. Schutz und Investitionen in eine naturnahe Entwicklung erbrächten erhebliche Beiträge zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel - und das oft kosteneffizienter als technische Lösungen.

Prof. Bernd Hansjürgens vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) und Leiter der deutschen TEEB-Studie, hob hervor, dass die Natur oft einseitig ausgebeutet wird. Dabei gingen viele Leistungen der Natur verloren, die für das menschliche Wohlergehen und eine gesicherte Zukunft grundlegend sind. Ziel sei es, diese sogenannten Ökosystemleistungen auch für Deutschland ökonomisch sichtbar zu machen.

Der Bericht nennt die Erhaltung von artenreichem Grünland, eine umweltgerechte landwirtschaftliche Bodennutzung und die Renaturierung von Auen als wichtige Handlungsfelder für ökosystembasierte Klimaschutzstrategien. Es werden jedoch auch Zielkonflikte aufgezeigt.

Ein Beispiel hierfür ist der indirekt durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geförderte Maisanbau, der auch auf kohlenstoffreichen Moorböden stattfindet. Beim Anbau von Energiemais auf ehemaligen Moorböden werden wesentlich mehr CO2-Emissionen verursacht, als durch die Maisvergärung in Biogasanlagen durch die Substitution anderer Energieträger eingespart werden können.

Eine gezieltere Förderung naturschonender Verfahren der Biomassenutzung, wie die Vergärung von Landschaftspflegematerial, wäre sinnvoller. Moorböden sollten zusammen mit den Landwirten renaturiert oder naturschonend genutzt werden. Dies würde eine höhere Klimawirkung bei geringeren Kosten ermöglichen.

12.02.2014

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