Naturschutz

Moorschutz im GaLaBau: Herausforderungen und Perspektiven für den Klimaschutz

Der Schutz von Moorböden ist ein zentrales Thema im Klimaschutz. Staatssekretär Flasbarth und Umweltminister Backhaus informierten sich in Vorpommern über Herausforderungen und Perspektiven. Dabei wurden landwirtschaftliche Flächen und ein Moorschutzprojekt besucht, um die Bedeutung des Moorschutzes zu unterstreichen.

Moorschutz als zentrale Aufgabe für den Klimaschutz

Der Schutz von Moorböden ist ein zentrales Thema im Kontext des Klimaschutzes. Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Dr. Till Backhaus, Umweltminister Mecklenburg-Vorpommern, Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, und Detlef Kurreck, Präsident des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern, informierten sich in Vorpommern über die damit verbundenen Herausforderungen. Besucht wurden die Raminer Agrar GmbH & Co KG, die landwirtschaftliche Flächen auf Niedermoor bewirtschaftet, sowie ein Moorschutzprojekt im Peenetal bei Bargischow/Anklam.

Umweltstaatssekretär Flasbarth: „Ein wirkungsvoller Schutz der Moorböden ist ein wichtiger Beitrag zu ambitioniertem Klimaschutz. Dabei wissen wir sehr wohl, dass mit der dafür erforderlichen Umstellung der Bewirtschaftung große Herausforderungen für die landwirtschaftlichen Betriebe verbunden sind. Wir setzen daher auf Freiwilligkeit, Dialog und eine möglichst zielgenaue Unterstützung der betroffenen Betriebe. Auch die Europäische Union sieht mit ihrem neuen Klimapaket Maßnahmen zum Schutz und die Wiederherstellung natürlicher Ökosysteme, insbesondere der Wälder und der Moore, vor.“

Die frühere Praxis der Moorkultivierung zur Lebensmittelproduktion hat zu einer dauerhaften Entwässerung geführt. Diese intensive landwirtschaftliche Nutzung von Moorböden hat weitreichende Auswirkungen auf Klima, Umwelt und Naturschutz. Zudem ist diese Art der Landnutzung aufgrund des fortschreitenden Abbaus der Moorböden zeitlich begrenzt.

Landwirtschafts- und Umweltminister Backhaus: „Heute sehen wir die Auswirkungen einer dauerhaften Entwässerung und vor allem der damit einhergehenden intensiven landwirtschaftlichen Nutzung von Moorböden auf den Klima-, Umwelt- und Naturschutz. Zudem ist diese Art der Landnutzung wegen des fortschreitenden Abbaus der Moorböden zeitlich begrenzt und wird zunehmend schwieriger. Ein verbesserter Schutz der Moorböden ist eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe von langfristiger Bedeutung. Dabei müssen alternative Nutzungskonzepte entwickelt werden, damit die wiedervernässten Flächen auch zukünftig bewirtschaftet werden können. Schutz durch Nutzung ist das Stichwort.“

Die intensive landwirtschaftliche Nutzung von Moorböden erfordert eine starke Entwässerung. Trockenliegender Torf setzt jedoch erhebliche Mengen an Treibhausgasen frei. In Mecklenburg-Vorpommern sind Moorböden die größte Treibhausgasquelle, obwohl sie nur 13 Prozent der Landesfläche einnehmen. Auch bundesweit tragen Moorböden maßgeblich zum Klimawandel bei.

Eine Anhebung der Wasserstände ist notwendig, um diese Prozesse zu stoppen. Bei der Besichtigung der Raminer Agrar GmbH & Co KG und des Moorschutzprojektes in Bargischow wurden verschiedene Optionen für den Moorbodenschutz vorgestellt. Die Umstellung auf Feuchtgrünland mit Beweidung führt für Betriebe zu Veränderungen und Ertragseinbußen, stellt aber ein Nahziel zur Verlangsamung der Treibhausgasemissionen dar.

Für einen ambitionierten Klimaschutz ist eine vollständige Anhebung der Wasserstände und die Umstellung auf neuartige Bewirtschaftungsformen wie Paludikulturen mit Sumpfpflanzen wie Schilf und Rohrkolben erforderlich. Dies erfordert größere Investitionen und die Entwicklung neuer Absatzmärkte. Das Bundesumweltministerium prüft einen Vorschlag Mecklenburg-Vorpommerns für ein gemeinsames Pilotvorhaben zum Moorbodenschutz.

Die Bundesregierung hat im Klimaschutzprogramm 2030 Maßnahmen beschlossen, um landwirtschaftliche Betriebe finanziell bei der Umstellung ihrer Bewirtschaftung zu unterstützen. Zudem sollen in Pilotprojekten ambitionierte, neuartige Bewirtschaftungsformen erprobt werden. Das Bundesumweltministerium erarbeitet eine Moorschutzstrategie, die diese Ansätze vertieft. Erfolge im Moorschutz und damit im Klimaschutz sind nur in Zusammenarbeit mit den Betroffenen vor Ort möglich.

19.09.2020

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